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03.01.2014

08:23 Uhr

Edelmetalle

„Investoren hat Gold das Herz gebrochen”

Sie wollten Gold als Krisenwährung, falls der Euro zerbricht oder die Inflation die Vermögen auffrisst. Doch kam es am Ende weniger schlimm als gedacht. Was Investoren diese Fehleinschätzung gekostet hat.

Wie gewonnen, so zerronnen: Der Goldpreis fiel 2013 so stark wie seit über 30 Jahren nicht. dpa

Wie gewonnen, so zerronnen: Der Goldpreis fiel 2013 so stark wie seit über 30 Jahren nicht.

DüsseldorfIm vergangenen Jahr endete die zwölf Jahre währende Liebesaffäre der Investoren mit Gold. Sie kehrten dem Edelmetall den Rücken und wandten sich den Aktienmärkten in Industriestaaten zu – was Aktienkursen weltweit zum größten Plus in vier Jahren verhalf.

Insgesamt sackte der Goldpreis 2013 um 28 Prozent ab, so stark wie seit über drei Jahrzehnten nicht mehr. Eine Entwicklung, die Investoren verblüffte, sagt Marktstrategin Quincy Krosby von Prudential Financial.

„Investoren hat Gold das Herz gebrochen. Der Ausverkauf war einer der der größten Einbrüche, die in jemals bei einer Anlageklasse gesehen habe. Sie gingen in Gold rein, weil sie damit rechneten, dass sich der Schwung fortsetzen würde. Bis er stoppte. Und der Stopp fiel brutal aus.”

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Die Nachfrage nach Gold als Mittel, um Werte zu bewahren, sackte 2013 in sich zusammen. Zum einen gab es Anzeichen für wirtschaftliche Erholung. Zum anderen blieb jene Inflation aus, die Investoren wie etwa Hedgefonds-Manager John Paulson als Folge der von den Zentralbanken angestoßenen Konjunkturprogramme erwartet hatten.

Zwischen Anfang 2001 und dem Hoch vom September 2011 hatte der Goldpreis um mehr als 600 Prozent zugelegt. Die Rally nahm noch an Geschwindigkeit zu, als die Federal Reserve ihren Leitzins 2008 auf nahezu null Prozent senkte und mit dem beispiellosen Aufkauf von Anleihen begann – alles mit dem Ziel, die Konjunktur anzutreiben. Die Fed flutete die Wirtschaft mit über drei Billionen Dollar.

Edelmetall: Das Ende des Goldrauschs

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Für Goldanleger war es ein schlechtes Jahr. Fast 30 Prozent verlor der Preis für das Edelmetall und fiel am Freitag auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Sind das Einstiegskurse? Oder droht ein weiterer Rückschlag?

Vom einstigen Hoch bei 1923,70 Dollar je Unze brach Gold 2013 auf 1202,30 Dollar je Unze ein – erstmals seit 2000 kam es auf Jahressicht zu einem Rückgang.

Gold-Futures in New York beendeten den 19. Dezember auf einem Drei-Jahres-Tief. Am Vortag hatte die Fed einen Rückbau ihrer Konjunkturmaßnahmen angekündigt, was ein Anziehen der Inflation noch unwahrscheinlicher machte.

Kommentare (48)

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Hoschy

03.01.2014, 09:03 Uhr

Die Dividende beim Gold ist die fehlende Inflation. Kann man nicht oft genug sagen. 1) Gold ist echtes Geld 2) Gold ist immer gleich viel Wert 3) Gold kauft man nicht zum spekulieren. 4) Gold verkauft man nicht

Account gelöscht!

03.01.2014, 09:11 Uhr

"Unterm Strich zogen Investoren im vergangenen Jahr rund 38,6 Mrd. Dollar aus Gold-Fonds ab..."

Da wird überhaupt nix abgezogen. Das ist ein einfacher Buchungsvorgang. Verkäufer A verkauft seinen Anteil an Käufer B. Das Geld wird vom Käuferkonto aufs Verkäuferkonto umgebucht. Mehr passiert da nicht. Faktisch sieht die Welt vor und nach dem Buchungsvorgang exakt gleich aus.

Mit diesen Kurskapriolen werden nur die schwachen Hände aus dem Markt geschüttelt. Die Nachfrage ist konstant und in Asien freut man sich die Schlitzaugen rund, wegen der günstigen Nachkaufpreise. Tonnenweise rutscht physisches Gold dorthin, wenn man den entsprechenden Meldungen glauben darf.

Account gelöscht!

03.01.2014, 09:13 Uhr

Wer zu 250 US-Dollar die Unze in 2000 rein ist ,ist doch gut im plus.Wer zu den Höchstkursen kauft,hat immer schlechte Karten,ob Aktien,Rohstoffe,Gold,Immobilien oder Anleihen.

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