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30.03.2011

11:10 Uhr

Edelmetalle

Mit Silbermünzen gegen die Krise

VonIngo Narat

Ob in Münzen, Barren oder Besteck und Schmuck: Deutsche Haushalte horten 29.000 Tonnen Silber, was der Welt-Minenproduktion eines Jahres entspricht. Welche Chancen und Risiken das Edelmetall bietet.

Silberbarren. Von vielen Anlegern zu unrecht verschmäht. Quelle: dpa

Silberbarren. Von vielen Anlegern zu unrecht verschmäht.

FrankfurtWer war der größte Silberkönig aller Zeiten? Vielleicht Francisco Pizarro. Der spanische Konquistador eroberte vor rund 500 Jahren die Potosi-Silbermine im heutigen Bolivien. Mit nur 168 Soldaten sicherte er den größten Teil des weltweiten Verbrauchs im 16. Jahrhundert.

Bolivianisches Silber dürfte auch heute noch in deutschen Schatullen liegen. Aber wie viel von dem Edelmetall die Deutschen tatsächlich besitzen, wissen wir erst jetzt. Eine Studie der Steinbeis-Hochschule in Berlin zeigt: Erwachsene haben im Schnitt 424 Gramm. Davon sind 153 Gramm Anlagemünzen und Barren, 144 Gramm stecken in Einrichtungsgegenständen wie Besteck und 127 Gramm in Schmuck. Die Studie liegt dem Handelsblatt vor.

Insgesamt halten die deutschen Haushalte 29.000 Tonnen Silber in physischer Form. „Es ist etwas mehr als die Welt-Minenproduktion eines Jahres“, sagt Jens Kleine, Professor an der Steinbeis-Hochschule und verantwortlich für die Studie. Das ist wenig. Die Deutschen besitzen kaum Edelmetalle. Rechnet man Edelmetallwertpapiere wie Zertifikate, Fonds und Aktien hinzu, sind es 3,1 Prozent des Gesamtvermögens. Und Silber ist absolut unterrepräsentiert. Die Steinbeis-Uni kommt bei Gold auf umgerechnet 279 Milliarden Euro in deutschen Haushalten, bei Silber nur auf 34 Milliarden Euro.

Rasant steigende Staatsschulden verunsichern Anleger

Wenn Anleger das Metall in der Hand halten wollen, kaufen sie Münzen oder Barren. Der Preishöhenflug schreckt bisher nicht. Mit 38 Dollar je Unze oder rund 31 Gramm ist Silber so teuer wie zuletzt vor 31 Jahren. Und der Preis ist weit schneller gestiegen als der Goldpreis. Seit vergangenem Herbst legte Gold etwa ein Viertel zu, Silber verdoppelte sich.

Einige Münzprägeanstalten wie die US-amerikanische melden Rekordabsätze. Auch manche deutsche Händler spüren steigende Nachfrage. „Manche Kunden tauschen sogar ihr Gold in Silber“, sagt Roman Schneider von Coininvestdirect.com. Von einem Kaufrausch kann aber keine Rede sein. Kleine hat festgestellt: „Viele finden Silber attraktiv, trauen sich im Moment aber nicht mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.“

Kommentare (2)

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dersilberoptimist

30.03.2011, 12:40 Uhr

Es ist egal, ob man Silber bei $10 oder $20 gekauft hat. So wird es in 2 Jahren auch keinen mehr jucken, ob man bei $30 oder $40 gekauft hat... Silber hat was aufzuholen: www.silver-info.com - www.goldseiten.de - hier kann man mehr erfahren, warum Silber steigt und noch viel weiter steigen wird.

Hermann

30.03.2011, 13:40 Uhr

Der "fahrende Zug" bummelt doch nur vor sich hin....
Wer nicht rechtzeitig aufspringt, muss dann hinterherrennen und erwischt ihn vielleicht garnicht mehr.
Die Regierungen sind Vasallen des Geldes- der Privatbanksterkartelle.
Der Finanzielle SUPER - GAU steht kurz bevor ( und nicht nur der ).
Aber die meisten Menschen schlafen weiter....

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