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25.07.2011

11:49 Uhr

Edelmetalle

Neuer Rausch lockt Gold-Wäscher an

VonStefan Menzel

Der steigende Goldpreis lockt zunehmend Hobbysucher, die ihr Glück beim Goldwaschen versuchen. Reich wird man damit aber nicht.

Neuenburg im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Auch hier versuchten Hobby-Schatzsucher ihr Glück. Quelle: dpa

Neuenburg im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Auch hier versuchten Hobby-Schatzsucher ihr Glück.

WienDer stark ansteigende Goldpreis lässt so manchen wieder von einem neuen Goldrausch träumen, sogar in Deutschland und in Österreich. In beiden Ländern ist die Goldförderung großen Stils zwar schon seit Jahrhunderten eingestellt. Da der Goldpreis aber immer wieder neue Rekordniveaus erreicht, bekommt auch der Goldtourismus eine wachsende Bedeutung. In den deutschen Mittelgebirgen und in den Alpen gibt es noch kleinere Goldvorkommen, die jetzt verstärkt die Hobbysucher anlocken. Goldwaschen in Sachsen, Thüringen und Hessen erfreut sich wachsender Beliebtheit. In den Alpen sind es besonders die Hohen Tauern, wo Hobbysucher ihr Glück beim Goldwaschen versuchen.

Eine alte Tradition der Goldförderung gibt es in Sachsen. An den Wochenenden sind die Hobbysucher besonders im Süden (Vogtland) in Richtung tschechischer Grenze unterwegs. "Die Teilnehmerzahlen für Goldwaschkurse steigen", sagt Tabea Kreher vom Vogtländischen Goldmuseum aus Buchwald in der Nähe von Plauen der Nachrichtenagentur dapd. In Deutschland dürfte es etwa 1 000 Menschen geben, die regelmäßig die Waschschüssel auspacken und auf Goldsuche gehen, Tendenz steigend. Auch im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg unweit von Kassel wächst die Zahl der Teilnehmer, die sich in Wochenendkursen in die Kunst des Goldwaschens einweisen lassen.

Wirklich reich wird keiner.

Doch niemand sollte sich einer Illusion hingeben: Die Goldvorkommen in Deutschland und in der Alpenregion sind gerade auch im Vergleich zu den klassischen Förderländern wie etwa Südafrika verschwindend klein. Deshalb dürfte die Goldsuche in deutschsprachigen Regionen ein Freizeitvergnügen bleiben, von dem vor allem Tourismus-Regionen profitieren. Ferienorte verbinden damit Abenteuer und Naturerlebnis.

"Reich wird man mit dem Goldwaschen leider nicht", warnt Hans Wochesländer aus Rauris in den Hohen Tauern, dem Zentrum der österreichischen Goldsucher. Beim Goldwaschen in den Gebirgsbächen rund um Rauris ließen sich lediglich die sogenannten "Goldflitter" aufspüren, kleine Goldpartikel, nicht viel dicker als ein menschliches Haar. Immerhin könnten fleißige Sucher an einem Wochenende auf einige Gramm des heiß begehrten Edelmetalls kommen. Trotzdem bleibt alles ein sehr mühseliges Unterfangen. "Goldnuggets" gibt es in den Alpen schon lange nicht mehr. Wenn es für einen Goldsucher extrem gut läuft, dann kann er an einem Wochenende vielleicht Gold im Wert von 50 Euro auswaschen.

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