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22.11.2013

11:11 Uhr

Edelmetalle

Paulson rät von Gold-Investments ab

Nach hohen Verlusten im eigenen Fonds soll der Hedgefonds-Manager John Paulson von weiteren Investments abgeraten haben. Die Aussichten für Gold erscheinen trübe. Droht sogar ein kräftiger Preisrutsch?

Hedgefonds-Manager John Paulson: Skepsis bei Gold. dpa

Hedgefonds-Manager John Paulson: Skepsis bei Gold.

Der Milliardär und Hedgefonds-Manager John Paulson hat offenbar seinen Kunden mitgeteilt, dass er persönlich keine weiteren Gelder in seinen Goldfonds stecken würde. Als Grund habe der Milliardär angeführt, dass es unklar sei, wann sich die Inflation beschleunigen werde, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Paulson hat auf eine Rally bei Gold gesetzt - als Absicherung gegen eine durch die Geldschwemme der Zentralbanken ausgelöste Inflation. Mit dem PFR Gold Fund habe er seit Jahresbeginn jedoch 63 Prozent verloren, sagte eine Person, die über die Erträge Bescheid weiß.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Der Fonds, der auf 370 Millionen Dollar geschrumpft ist - das meiste davon ist Paulsons eigenes Geld -, fiel den Kreisen zufolge im Oktober um 1,2 Prozent. Armel Leslie, ein Sprecher für das 19 Milliarden Dollar schwere Hedgefonds-Unternehmens Paulson, lehnte eine Stellungnahme ab.

In der Tat spricht aktuell nicht viel für einen Anstieg des Goldpreises. Aktuell notiert Gold bei 1243 US-Dollar. Seit Jahresbeginn liegt der Verlust bei 25 Prozent. Zuletzt sorgten gute Konjunkturdaten aus den USA und Europa nicht gerade für Optimismus bei Gold-Anlegern.

Der besser als erwartete Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten sorgt ebenfalls für Spekulationen zur Politik der Notenbanken. „Der Markt ist davon überzeugt, dass die Fed bereit ist, die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen zurückzunehmen“, sagte Sterling Smith, ein Futures-Spezialist bei Citigroup in Chicago. „Die Arbeitslosenzahlen zeigen, dass sich die Wirtschaft verbessert, und geben den Leuten einen weiteren Grund zu glauben, dass der Goldpreis weiter sinken wird.”

Kommentare (13)

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wolfshund

22.11.2013, 11:26 Uhr

Hoch interessant, während alle wieder "vergolden" in ihren Verzweiflungsrufen. Private Anleger in Amerika süchtig nach Aktien werden. Monsieur Paulson hat wohl genug Verluste in den zurück liegenden Jahren gemacht?

Account gelöscht!

22.11.2013, 11:33 Uhr

der Typ ist einfach ein Verlierer. Seine Anleger haben ihn gezwungen, Gold zu liquidieren. Nun steht ihm seine Eitelkeit im Wege....

G4G

22.11.2013, 12:31 Uhr

US Paule Paulson hat es nicht verstanden :-)
Es gibt nichts, was Gold entwerten könnte. Dem gegenüber stehen der Dollar und der Euro machtlos und inflationär im Ring der Spekulanten.
Dollar und Euro, etc. gibt es Null. Was nicht kostet ist nichts wert.
Das werden die Goldskeptiker im eigenen Portedemonaie feststellen, wenn sie auf Aktien setzen, die durch zinslose Darlehen aufgebläht worden sind.
Der Crash am Aktien-, Immobilien und Währungsmarkt kommt.
Mit Gold kann man die Folgen persönlich mildern.

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