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20.08.2012

09:34 Uhr

Edelmetalle

Streik treibt Platin-Preis in die Höhe

Der Preis für Platin steigt und steigt, unter anderem wegen eines Streiks in einer Mine in Afrika. Mittlerweile kostet eine Feinunze des Edelmetalls fast 1.500 Dollar. Der Goldpreis dagegen bleibt dagegen stabil.

Platinbarren: Der Preis für das Edelmetall nähert sich immer mehr dem von Gold. obs

Platinbarren: Der Preis für das Edelmetall nähert sich immer mehr dem von Gold.

FrankfurtDer Streik in einer südafrikanischen Platin-Mine hat den Preis für das Edelmetall am Montag auf ein Sechseinhalb-Wochen-Hoch getrieben. Eine Feinunze kostete mit 1477,50 Dollar 0,9 Prozent mehr als am Freitag. Binnen einer Woche ist der Preis damit um rund 100 Dollar gestiegen.

Sollte sich die Lage in der Marikana-Mine wieder beruhigen, dürften die Preise aber sicher wieder deutlich fallen, sagte Peter Fung, Chef-Händler von Wing Fung Precious Metals. „Denn die Nachfrage nach Platin ist nicht groß.“

Der Minenbetreiber Lonmin, weltweit die Nummer drei unter den Platin-Förderern, hat den Beschäftigten ein Ultimatum gestellt. Sollten sie am Montag nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, würden sie entlassen. In der vergangenen Woche waren bei Polizei-Einsätzen 44 Menschen ums Leben gekommen.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Der Gold-Preis bewegte sich dagegen kaum. Er notierte 0,2 Prozent fester bei 1619,54 Dollar. Börsianern zufolge warteten Anleger weiterhin gespannt darauf, ob und wann die großen Notenbanken der Welt der schwächelnden Konjunktur unter die Arme greifen.

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