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21.05.2013

16:34 Uhr

Edelmetalle unter Druck

Gold wird „zerquetscht“

Der Goldpreis schwächelt schon wieder. Noch schlimmer sieht es bei Silber aus. Experten gehen von weiter fallenden Preisen aus. Doch es gibt auch Unterstützung für die Edelmetalle.

Im April war der Goldpreis massiv unter Druck geraten. Reuters

Im April war der Goldpreis massiv unter Druck geraten.

Spekulationen auf ein mögliches Ende der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben die Preise für die Edelmetalle weiter belastet. Neben dem Goldpreis rutschte vor allem der Silberpreis weiter ab. Eine Feinunze verbilligte sich um bis zu 3,2 Prozent auf 22,17 Dollar. Schon am Montag war der Silberpreis zeitweise bis auf 20,84 Dollar gerutscht, womit er so niedrig wie seit September 2010 nicht mehr notiert hatte. Bis Handelsende hatte sich der Preis aber wieder erholt und drei Prozent höher geschlossen. Auch Gold verbilligte sich im Vormittagshandel um mehr als zwei Prozent auf 1363 Dollar. Mit dem Schließen der Geldschleusen durch die Fed würden die Edelmetalle als Inflationsschutz an Bedeutung verlieren.

Viele Anleger erhoffen sich von Fed-Chef Ben Bernanke neue Hinweise auf die künftige Geldpolitik, wenn er am Mittwoch vor einem Kongressausschuss Bericht erstattet. „Wenn Bernanke die Einschätzung bestätigt, dass die Fed früher als bisher gedacht ihre Anleihekäufe drosseln könnte, würde dies den Goldpreis belasten“, erklärte ein Analyst in London. Schon im April war der Goldpreis massiv unter Druck geraten und bis auf ein Zwei-Jahres-Tief von 1321,35 Dollar abgerutscht.

Die Verluste der größten Gold-ETFs

SPDR Gold Trust

Aktueller Bestand: 33.666.434 Feinunzen

Seit Jahresanfang: - 9.763.794 Feinunzen

ETF Securities Gold

Aktueller Bestand: 9.306.161 Feinunzen

Seit Jahresanfang: - 1.011.309 Feinunzen

ZKB Physical Gold

Aktueller Bestand: 6.721.233 Feinunzen

Seit Jahresanfang: - 855.861 Feinunzen

Comex Gold Trust

Aktueller Bestand: 6.204.921 Feinunzen

Seit Jahresanfang: - 794.948 Feinunzen

Julius Bär Physical Gold

Aktueller Bestand: 2.974.599 Feinunzen

Seit Jahresanfang: - 615.860 Feinunzen

New Gold ETF

Aktueller Bestand: 1.442.828 Feinunzen

Seit Jahresanfang: + 124.828 Feinunzen

Sprott Physical Gold

Aktueller Bestand: 1.616.832 Feinunzen

Seit Jahresanfang: +/- 0

ETFS Physical Swiss Gold

Aktueller Bestand: 1.113.661 Feinunzen

Seit Jahresanfang: - 46.226 Feinunzen

Gesamt

Aktueller Bestand: 63.046.671 Feinunzen

Seit Jahresanfang: - 12.963.171 Feinunzen

Quelle

Thomson Reuters / Stand: 15. Mai 2013

Vor allem Großanleger verabschieden sich derzeit von ihren Edelmetall-Investments und verkaufen ihre ETFs in großem Stil. So sanken die ETF-Bestände des iShares Silver Trust per Montag auf den niedrigsten Stand seit Mitte Januar. Die Abflüsse aus dem weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Trust gehen ebenfalls unvermindert weiter. Am Montag fielen sie um 0,7 Prozent auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren.

Die Investmentfirma Soros Fund Management hatte im ersten Quartal ihren Anteil am SPDR Gold Trust um zwölf Prozent zurückgefahren. Schon im vierten Quartal waren die Bestände um 55 Prozent eingedampft worden. Auch Fonds von Northern Trust und Blackrock hatten Anteile in den jüngsten Quartalen nach unten korrigiert.

„Der Schwung hat sich wieder signifikant abgeschwächt“, sagte Jeremy Baker, Rohstoff-Stratege von Harcourt Investment in Zürich. Er glaubt, dass die Goldpreise innerhalb von sechs Monaten auf bis zu 1200 Dollar fallen werden. „Der sichere Hafen hat definitiv seinen Glanz verloren. Wir befinden uns jetzt gerade wieder in einer Abwärtsphase.“

Kommentare (62)

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Berti

21.05.2013, 11:45 Uhr

Mit dem Schließen der Geldschleusen durch die Fed würden die Edelmetalle als Inflationsschutz an Bedeutung verlieren.
Das Gegenteil wäre der Fall....
[...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

RManke

21.05.2013, 11:53 Uhr

Cui bono - wem nützen diese offensichtlich doch lancierten Wirtschaftsmeldungen... na?

brunozisterer

21.05.2013, 11:55 Uhr

Regierungen bereiten sich auf Kryptowährungen vor und verkaufen ihre Goldanlagen. Kryptowährungen machen Gold als Spekulationsobjekt wertlos.

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