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22.05.2013

14:18 Uhr

Edelmetallhändler

Degussa meldet Verdopplung der Goldnachfrage

Seitdem der Goldpreis gefallen ist, erleben die Edelmetallhändler einen wahren Ansturm: Bei Degussa Goldhandel hat sich die Nachfrage verdoppelt. Offenbar haben einige Anleger auf eine gute Gelegenheit gewartet.

Goldbarren von Degussa: Die Anfrage ist nun etwa doppelt so hoch wie im ersten Quartal. Reuters, Sascha Rheker

Goldbarren von Degussa: Die Anfrage ist nun etwa doppelt so hoch wie im ersten Quartal.

FrankfurtDie Nachfrage bei Degussa Goldhandel hat sich nach Angaben des Edelmetallhändlers im Mai gegenüber dem Durchschnitt des ersten Quartals in etwa verdoppelt. Schlangen von Käufern bildeten sich, als der Goldpreis im April auf ein Zweijahrestief gefallen war.

Auf neun Käufe komme seit Beginn des Goldpreisabsturzes Mitte April ein Verkauf, sagte Degussa-Chef Wolfgang Wrzesniok-Rossbach am Dienstag in einem Telefoninterview. Zwischen Januar und März habe dieses Verhältnis noch bei vier zu eins gelegen.

Seinen Worten zufolge lagen die Goldverkäufe im April in der Spitze dreimal so hoch wie im Durchschnitt des ersten Quartals. Im Mai dürften sie um 20 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken sein, das wäre aber noch immer das Doppelte des Erstquartalschnitts, erklärte der Chef des Frankfurter Edelmetallhändlers.

Die Goldpreise, die sich in den vergangenen zwölf Jahren teilweise versiebenfacht hatten, waren im April in einen Bärenmarkt abgerutscht. Einige Investoren verloren ihr Vertrauen in das Edelmetall als sichere Wertanlage. Gleichzeitig schnellten die Aktienmärkte auf immer neue Allzeithochs, angesichts einer stärkeren Zuversicht bezüglich der US-Erholung.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Der Preiseinbruch bei Gold hat auf der anderen Seite wieder für einen Anstieg bei der Nachfrage gesorgt. So kletterten die Käufe von Goldmünzen der amerikanischen Münzprägeanstalt U.S. Mint im April auf ein Dreijahreshoch, und die physische Nachfrage aus Indien und China - den beiden größten Goldabnehmern der Welt - zog an.

„Es gibt zahlreiche Anleger, die Käufe tätigen wollen, die aber das Preisniveau für sehr hoch gehalten und auf einen Preisrückgang gewartet haben“, erklärte Wrzesniok-Rossbach. Gold werde nicht als Investment gekauft, um daraus Kapital zu schlagen, sondern als „generelle Absicherung des Portfolios“.

Gold kostete am Kassamarkt zuletzt 1388,70 Dollar je Unze. Am 16. April war das Edelmetall auf 1321,95 Dollar abgerutscht, ein Zweijahrestief. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um 18 Prozent gesunken. In demselben Zeitraum stieg der breite Aktienindex MSCI All-Country World Index um 12 Prozent, während der US-Aktienindex S&P 500 Rekordstände erreichte.

Kommentare (41)

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Marco99

22.05.2013, 14:30 Uhr

Die Preise für Papiergold, das nicht existiert (bzw. nur fraktional) wird mit Geld gemacht, das nicht existiert (Giralgeldschöfpung durch die Geschäftsbanken) unter Verwendung von Versprechnungen zu einem Zeitpunkt der nicht existiert (die Zukunft)

Die Spreads, von denen man immer mal wieder lesen konnte, die Abweichung des Papiergoldpreises vom Preis für real existierendes Gold sind ein hochinteressantes Thema

Warum soll der Straßenhändler in Mumbai sein Gold billig verschleudern nur weil ein New Yorker Sesselfurzer seine Games mit seinen fiktiven Computerfiatspielgeldmilliarden spielt.

Das klaptt nur dann, wenn wirklich absolut alle daran glabuen. Das ist der entscheidende Punkt, und damit verhält es sich wie an so vielen Punkten in unserem Finanz- und Geldsystem. Wenn der Glauben korrodiert, implodiert das System.

Account gelöscht!

22.05.2013, 14:44 Uhr

Neulich hatten wir hier die Diskussion als ich äusserte dass verschwiegen wird, dass das physische Gold, welches auf PApier gekauft wurde zu maximal 30%igen tatsächlichen Auslieferung existiert und alles andere nicht ausgeliefert werden kann, haben einige hier gelacht....als ich damals gesagt habe dass Spanien futsch ist, hat man ebenso dumm gelacht und es als Stammtischmist abgetan....Wenn ich heute sage Frankreich und Italien sind pleite...wird wieder gelacht.

Herrschaften....druckt die Sätze von mir aus, aus udn hängt sie übers Bett und wir reden dann wieder erst später ABER was mit Gold abgezogen wird, genau so wie mit Silber ist ein weltweiter Anlagebetrug!!! Das Gold welches hier im Preis auf dem Papier FÄLLT, existiert nicht zur physischen Auslieferung!!!! Die Silbermengen die gehandelt werden, existieren ebenso nicht physisch.

Wer meint Gold und Silber sind gefallen, der irrt, denn physisch wird gerade eingekauft wie blöde und das Finanzkonstrukt zerfällt weiter von Tag zu Tag bis es kracht.... http://www.freiewelt.net/nachricht-12629/%BBgoldlieferung-eingestellt.-die-krise-eskaliert%AB.html

super019004

22.05.2013, 15:01 Uhr

Wer Gold gekauft hat der darf nicht immer denken was ist es in USD und EURO wert. Ein Goldkäufer hat dann eben Gold. Erst in einem Krisenfall weiß man ob man für sein Gold etwas bekommt oder nicht.

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