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26.04.2011

07:29 Uhr

Edelmetallkurse fallen

Heftige Gewinnmitnahmen bremsen Silber-Rally aus

VonRalf Drescher, Ingo Narat

Für Silber gab es in den vergangenen Monaten nur eine Richtung: Der Preis stieg rasant an und übertraf sogar das legendäre Spekulationshoch aus dem Jahr 1980. Für einige Anleger ist das offenbar ein Verkaufssignal.

Silber: Erst Rekordoch, dann Kurssturz. Quelle: dpa

Silber: Erst Rekordoch, dann Kurssturz.

Düsseldorf/FrankfurtDie Preise für Edelmetalle haben am Dienstag im asiatischen Handel kräftig korrigiert. Der Goldpreis sank erstmals seit Mitte vergangener Woche wieder unter die Marke von 1.500 Dollar, der Preis für eine Feinunze Silber fiel um mehr als drei Prozent zurück und notierte am Morgen bei 45,35 Dollar.

Auslöser der Korrektur war einerseits ein leichter Anstieg des US-Dollars, der sich in der Regel negativ auf Edelmetallkurse auswirkt. Die US-Währung notierte am Morgen bei 1,4530 Dollar je Euro und damit rund einen Cent fester als auf dem Jahrestief in der vergangenen Woche.

Hinzu kamen Verkäufe von Investoren, die nach den massiven Kursgewinnen der vergangenen Monate Kasse machten: "Die Bewegung, die im Wesentlichen durch die Dollar-Schwäche getrieben war, verlief zu stark", sagte Dick Poon, Edelmetallhändler bei Heraeus, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Investoren sind verängstigt angesichts der vielen Unsicherheiten auf der Welt. Da erscheint es besser, Gewinne mitzunehmen, wo es möglich ist."

Der Kurssturz folgt einer beschleunigten Rally bei den Edelmetallen. Gold und Silber gelten als klassischer Schutz gegen Geldentwertung. An keinem anderen Markt spiegelte sich die wachsende Furcht vor einem Dollar-Verfall und vor Inflation so deutlich wider wie bei den Edelmetallen. Die Vielzahl der globalen Krisen, die anhaltenden Inflationsängste und die jüngste Drohung der Ratingagentur S&P, den USA womöglich das Spitzen-Rating zu entziehen, spielten Gold und Silber in die Karten.

Vor allem Silber glänzte in den vergangenen Monaten mit immensen Gewinnen. Die Rally gipfelte am Montag in einer neuen Rekordmarke, die lange für unerreichbar gegolten hatte. Mit 49,75 Dollar je Unze kostete Silber erstmals mehr als auf dem historischen Höchststand im Jahr 1980. Laut der Analysefirma GFMS lag dieser bei 49,45 Dollar. Damals hatten die amerikanischen Brüder Nelson und William Hunt in einer beispiellosen Spekulation große Bestände am Silbermarkt aufgekauft und den Preis nach oben getrieben. Die Aufsicht an der Warenterminbörse Comex schritt schließlich ein – und der Preis brach zusammen.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

26.04.2011, 11:33 Uhr

Das lese ich seit einigen Jahren. Es überzeugt mich immer weniger.

vivarium

26.04.2011, 12:07 Uhr

Die Analyse des HB war wieder sehr mäßig. Es waren nicht Gewinnmitnahmen aus Asien , sondern aus den USA am 25.4.2011 ab 14.00 Uhr. Hintergrund war eine weitere Erhöhung der Margin für Silber, so dass Spekulanten, die auf Kante investiert waren, gezwungen wurden, an den Terminbörsen zu verkaufen.

Der USD wird iun Flammmen aufgehen, der EURO zerbricht. Es bleibt nicht mehr viel an assets, in denen man vernünftigerweise investiert sein kann.

classicdreams

26.04.2011, 12:20 Uhr

http://www.youtube.com/watch?v=ndDbvYREoBw

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