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18.04.2013

18:59 Uhr

Emnid-Umfrage

41 Prozent der Deutschen halten Gold für sehr sicher

Vielen Anlegern gilt Gold seit Beginn der Euro-Krise als sicherer Hafen. Viele Deutsche sind von der Beständigkeit des Edelmetalls überzeugt. Allerdings hat die Umfrage einen Schönheitsfehler.

Goldbarren in einem Tresor: Viele Deutsche glauben an die Beständigkeit des Edelmetalls. Reuters

Goldbarren in einem Tresor: Viele Deutsche glauben an die Beständigkeit des Edelmetalls.

FrankfurtDas Vertrauen in Gold ist groß – 41 Prozent der Deutschen halten einer Umfrage zufolge Gold als Anlage für „sehr sicher“. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind sogar mehr als die Hälfte von der Beständigkeit des Edelmetalls überzeugt, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Emnid-Umfrage hervorgeht. Allerdings wollen nur etwa 29 Prozent in Edelmetalle wie Gold investieren oder haben es bereits getan. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 36 Prozent.

Die telefonische Befragung erfolgte allerdings Anfang April – mehr als eine Woche vor dem Gold-Crash am vergangenen Freitag und Montag. Der Goldkurs war innerhalb von zwei Tagen um mehr als 200 Dollar auf deutlich unter 1400 Dollar (rund 1070 Euro) je Feinunze gefallen.

Die Historie des Goldpreises seit 1980

1980

Gold erreicht den damaligen Rekordpreis von 850 Dollar je Unze.

Mai 1999

Die britische Notenbank will ihre Goldreserven verkaufen und kündigt eine Versteigerung in fünf Auktionen an.

August 1999

Goldpreis fällt auf das Tief von 251,95 Dollar.

September 1999

Erstes Zentralbankabkommen über Goldverkäufe wird angekündigt. Fünfzehn europäische Notenbanken - darunter auch die Europäische Zentralbank (EZB) - vereinbaren, ihre Goldverkäufe in den fünf Jahren bis 2004 auf insgesamt 2000 Tonnen zu begrenzen.

2003

Der erste mit Gold unterlegte, börsennotierte Fonds wird aufgelegt.

März 2004

Zweites Zentralbankabkommen über Goldverkäufe wird vereinbart; das Volumen der Zentralbankverkäufe wird in den fünf Jahren bis 2009 auf insgesamt 2500 Tonnen aufgestockt.

November 2004

Start des SPDR Gold Trust, des weltweit größten, mit Gold unterlegten börsennotierten Fonds.

2005

Goldpreis steigt über 500 Dollar.

2006

Goldpreis steigt über 700 Dollar.

März 2008

Goldpreis nimmt erstmals die Marke von 1000 Dollar.

September 2008

Zusammenbruch von Lehman Brothers Holdings Inc.

Oktober 2008

Goldpreis sinkt auf 682 Dollar, den tiefsten Stand seit einem Jahr. Anleger stoßen Gold ab, um ihre Liquidität zu verbessern, da Aktien und andere Rohstoffe einbrechen.

November 2008

US-Notenbank verpflichtet sich dazu, in einer ersten Runde der quantitativen Lockerung Papiere im Umfang von 600 Mrd. Dollar zu kaufen.

Februar 2009

Goldpreis steigt wieder über 1000 Dollar.

März 2009

US-Notenbank verpflichtet sich dazu, im Laufe der nächsten sechs Monate für bis zu 300 Mrd. Dollar US- Staatsanleihen zu kaufen.

April 2009

China kündigt eine Erhöhung der Goldreserven um 76 Prozent auf 1054 Tonnen an.

September 2009

Drittes Zentralbankabkommen begrenzt die gemeinsamen Goldverkäufe der europäischen Zentralbanken bis 2014 auf jährlich 400 Tonnen.

September 2009

Der Internationale Währungsfonds (IWF) billigt den Verkauf von 403,3 Tonnen seiner Goldreserven; davon werden später 200 Tonnen an Indien verkauft.

Dezember 2009

Barrick Gold Corp., der weltweit größte Goldproduzent, beendet alle seine Gold-Absicherungsgeschäfte. Goldpreis steigt erstmals über 1200 Dollar.

November 2010

US-Notenbank verpflichtet sich dazu, in einer zweiten Runde der quantitativen Lockerung US-Staatsanleihen im Umfang von 600 Mrd. Dollar zu kaufen.

November 2010

Goldpreis steigt erstmals über 1400 Dollar.

März 2011

Goldpreis setzt angesichts der Schuldenkrise in Europa und des so genannten Arabischen Frühlings im Nahen Osten seine Rekordjagd fort.

September 2011

Goldpreis steigt am Kassamarkt auf den Rekordwert von 1921,15 Dollar. Die US-Notenbank kündigt ein Programm namens “Operation Twist” an, bei dem kürzere Laufzeiten in ihrer Bilanz durch langlaufende Anleihen ersetzt werden.

September 2012

US-Notenbank kündigt zusätzliche Käufe von Hypotheken-Papieren im Wert von monatlich 40 Mrd. Dollar an. Ein Ende für das Kaufprogramm wurde nicht festgelegt.

Oktober 2012

Goldpreis steigt auf Jahreshoch 2012 nahe 1800 Dollar.

Dezember 2012

Bestände an mit Gold unterlegten, börsengehandelten Produkten erreichen mit 2632,5 Tonnen ein Rekordhoch, bevor sie die Abwärtsrichtung einschlagen, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Dezember 2012 2

US-Notenbank erhöht das Volumen des unbefristeten Kaufprogramms auf 85 Mrd. Dollar im Monat. Der US-Kongress streitet über den Haushaltsplan, es droht die so genannte Fiskalklippe.

Januar 2013

Goldpreis steigt auf Jahreshoch 2013 nahe 1700 Dollar.

Februar 2013

Goldpreis sinkt erstmals seit sechs Monaten wieder unter 1600 Dollar. Aus dem Sitzungsprotokoll der Federal Reserve geht hervor, dass einige US-Währungshüter das Tempo der Anleihekäufe drosseln wollen.

12. April 2013

Goldpreis fällt um 5 Prozent. Seit dem Rekordschlussstand am Kassamarkt bei 1900,23 Dollar vom September 2011 ist der Preis um mehr als 20 Prozent gesunken; Gold befindet sich somit im Bärenmarkt. Zypern erwägt den Verkauf seiner Goldreserven, was Spekulationen befeuert, dass andere Zentralbanken nachfolgen könnten.

15. April 2013

Goldpreis bricht um 9,1 Prozent ein, der stärkste Preisverfall seit 1983.

Die repräsentative Umfrage war von der Deutschen Börse Commodities in Auftrag gegeben worden, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse mit mehreren Banken.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.04.2013, 19:37 Uhr

Da jegliche ökonomische Einschätzung der Deutschen der Realität widerspricht, darf man ruhig auf einen weiteren Verfall des Goldpreises wetten

investival

18.04.2013, 20:26 Uhr

Diese Umfrage ist wohl letzten Fr. jemand in die Hand gekommen, der dieses 'Vertrauen' als alarmiernd empfunden hat, :-D
Vertrauen gewinnt man aber nicht, in dem man Vertrauen zerstört.

Heidi

16.05.2013, 20:17 Uhr

Die deutschen Privatanleger sind sowas wie das Fliegende Suizidkommando der Anlagemärkte. Motto: Buy Hig - Sell Low.

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