Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.05.2016

10:21 Uhr

Ende des Überangebots?

Goldman-Studie treibt den Ölpreis

Die Ölpreise haben am Montag deutlich angezogen. Hintergrund ist die Einschätzung der US-Investmentbank Goldman Sachs, dass die Zeiten des Überangebots vorbei sind. Die Kehrtwende sei früher eingetreten als erwartet.

Goldman-Sachs sieht eine  Kehrtwende beim Preis. AP

Öl-Arbeiter

Goldman-Sachs sieht eine Kehrtwende beim Preis.

SingapurIm Mai gebe es wegen der starken Nachfrage bei gleichzeitig sinkender Produktion nicht genug Rohöl, hieß es in der Studie von Goldman Sachs. Die richtungsweisende Nordseesorte Brent verteuerte sich daraufhin um 1,3 Prozent auf 48,46 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete zum Wochenbeginn mit 46,78 Dollar etwa 1,2 Prozent mehr.

Die Kehrtwende sei viel früher eingetreten als erwartet, so die Experten. Die Bank änderte ihre Markteinschätzung weil in Nigeria, Venezuela, den USA und China weniger Öl gefördert wird. In Nigeria sind die Ölmengen so gering wie seit 22 Jahren nicht mehr. Hintergrund ist eine Gewaltwelle im Niger-Delta. Das Opec-Mitglied Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise und bekommt den niedrigen Ölpreis massiv zu spüren. Die Ölförderung ist seit Anfang des Jahres um mindestens 188.000 Barrel pro Tag (bpd) gefallen.

Dem gegenüber stehen allerdings höhere Fördermengen der Opec, was unter anderem auf die Rückkehr des Iran an den Markt nach dem Wegfall von internationalen Sanktionen zurückzuführen ist. Die Opec pumpte im April insgesamt 32,44 Millionen Barrel pro Tag. Das sind 188.000 bpd mehr als im März und Reuters-Daten zufolge die höchste Menge seit mindestens 2008. Das verhindere einen stärkeren Anstieg der Ölpreise, hieß es.

In Folge der niedrigen Ölpreise hat die Ratingagentur Moody's am Samstag die Kreditwürdigkeit mehrerer ölreicher Länder herabgestuft. Moody's senkte die Bonität Saudi-Arabiens um eine Stufe von Aa3 auf nunmehr A1. Auch die Ölproduzenten Bahrain und Oman verloren etwas an Kreditwürdigkeit. Die US-Agentur ließ indes das Rating von Kuwait, Katar, den Vereinigten Arabischen Emirate und Abu Dhabi unverändert, versah aber alle mit einem negativen Ausblick. Das Rating spielt ein Rolle bei der Geldaufnahme. Je besser es ist, desto günstiger können sich Länder an den Finanzmärkten Geld leihen.

Die Preise für Rohöl sind seit Mitte 2014 von mehr als 100 Dollar pro Barrel auf unter 30 Dollar im Februar gefallen. Seitdem haben sie sich etwas erholt.
„Eine Kombination aus geringerem Wachstum, höherer Staatsverschuldung und kleinerer Finanzpolster lassen das Königreich weniger gut positioniert für künftige Schocks zurück“, schrieb Moody's in einer Mitteilung über Saudi-Arabien. Die Agentur stufte Oman auf Baa1 von A3 und Bahrain auf Ba2 von Ba1 herunter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×