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19.06.2012

13:39 Uhr

Endspiel um den Euro

Deutsche Bank erwartet Austritt Griechenlands

Trotz des Wahlsiegs der Altparteien stellen sich die Vermögensverwalter der Deutschen Bank auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ein. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme, sagen die Banker.

Die Deutsche Bank stellt sich auf Griechenlands Austritt aus der Eurozone ein. dapd

Die Deutsche Bank stellt sich auf Griechenlands Austritt aus der Eurozone ein.

FrankfurtDie Vermögensverwalter der Deutschen Bank stellen sich trotz des Wahlsiegs der Altparteien in Griechenland auf einen baldigen Austritt des Landes aus der Euro-Zone ein. "Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario", sagte der Chef-Anlagestratege (CIO) der Vermögensverwaltungssparte DB Advisors, Georg Schuh, am Dienstag auf einer Konferenz in Frankfurt. Im Moment gebe es keine überzeugende Lösung für die Probleme im gemeinsamen Währungsraum, auch wenn die Europäische Zentralbank (EZB) "noch ein paar Schüsse" an Notmaßnahmen freihabe. "Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik", mahnte Schuh. "Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspiel-Phase."

Ausstehende Anleihen

Frankreich

Geldmarktpapiere (Bills): 185,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 1193 Mrd. Euro

Italien

Geldmarktpapiere (Bills): 161,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 1299 Mrd. Euro

Spanien

Geldmarktpapiere (Bills): 74,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 524 Mrd. Euro

Deutschland

Geldmarktpapiere (Bills): 52,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 1007 Mrd. Euro

Belgien

Geldmarktpapiere (Bills): 35,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 288 Mrd. Euro

Niederlande

Geldmarktpapiere (Bills): 27,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 287 Mrd. Euro

Griechenland

Geldmarktpapiere (Bills): 13,9 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 116 Mrd. Euro

Griechenland bekommt Hilfsgelder und wäre deshalb von gemeinsamen Emissionen ausgenommen.

Portugal

Geldmarktpapiere (Bills): 12,7 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 104 Mrd. Euro

Portugal bekommt Hilfsgelder und wäre deshalb von gemeinsamen Emissionen ausgenommen.

Finnland

Geldmarktpapiere (Bills): 3,2 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 65 Mrd. Euro

Slowakei

Geldmarktpapiere (Bills): 2,6 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 23 Mrd. Euro

Österreich

Geldmarktpapiere (Bills): 1,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 178 Mrd. Euro

Irland

Geldmarktpapiere (Bills): 0,0 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 83 Mrd. Euro

Irland bekommt Hilfsgelder und wäre deshalb von gemeinsamen Emissionen ausgenommen.

Gesamt

Geldmarktpapiere (Bills): 569,1 Mrd. Euro

Anleihen (Bonds): 5179 Mrd. Euro

Nach seinen Worten könnte Griechenland noch dieses Jahr den Euro verlassen. "Je eher, desto besser", sagte Schuh. Für den Euro könne dies auch eine Chance sein - nämlich dann, wenn er nicht als "starre Währung" verstanden werde, sondern als "organisches Konstrukt", das sich über die Jahre verändere. So könnten einzelne Länder wie Griechenland ausscheiden, andere wie Polen dafür hinzukommen. "Die Situation ist im Moment so dramatisch, man muss es auf einen Versuch ankommen lassen."

Schuh hatte bereits vor einem Jahr im Gespräch mit Reuters vor einem Flächenbrand in der Euro-Zone gewarnt und sieht sich in seinen Befürchtungen nun bestätigt. DB Advisors verwaltet weltweit über 100 Milliarden Euro für institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Stiftungen und Unternehmen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Oeconomicus

19.06.2012, 14:29 Uhr

Den Hellenen wird auf Sicht nichts anderes übrig bleiben, als aus der Euro-Zone auszutreten und im Nachgang beim Club de Paris eine internationale Gläubigerkonferenz ausrufen zu lassen.

Nur so wird es dem Land möglich sein, mittelfristig die eigene Volkswirtschaft zu stabilisieren.

Argentinen [zugegeben, nicht ganz vergleichbar] war hierzu ein Paradebeispiel.

btw

19.06.2012, 14:59 Uhr

Ein, zugegeben, nicht ganz vergleichbares Paradebeispiel.
Deswegen wird das ja auch sehr einfach werden mit der internationalen Gläubigerkonferenz und überhaupt dem ganzen Rattenschwanz von Problemen.
Sowas kümmert Nationalstaatler hier natürlich alles irgendwie nur recht peripher.
Und was wenn die Griechen austreten?
Danach die Spanier?
Die Portugiesen?
Derweil Henkel den Nordeuro ausrufen will, der ihm unter seiner Rhetorik längst weggeklappt sein wird, wie er es immer so gerne zu proklamieren gedenkt.

Ja Leute, da wird wahrlich kein Auge trocken bleiben.
Und das wird nicht einmal rummsen, das wird so lange rummsen, bis der letzte Doofe in Europa begriffen haben wird, dass er sich mit seinem Europa Lamentariaden geradewegs in die Steinzeit und damit in die Bedeutungslosigkeit hineingepfiffen hat.
Schon jetzt Gratulationen dazu.

PRhodan

19.06.2012, 19:32 Uhr

Wetten, dass die Deutsche Bank, Goldman Sachs und ein paar andere Krisenprofiteure schon beträchtliche Wetten auf diese Vorhersage abgeschlossen haben?

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