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10.11.2015

15:54 Uhr

Energieagentur

Ölpreis könnte bis 2020 auf 80 Dollar steigen

Nur langsam werden die Ölpreise nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur wieder anziehen, nachdem sie im vergangenen Jahr abgestürzt waren. Niedrige Ölpreise erhöhen die Abhängigkeit von Öl aus Krisenländern.

Der Preis für Erdöl war Mitte 2014 um die Hälfte gefallen und bewegt sich aktuell um die 50 Dollar (46 Euro) pro Barrel (159 Liter). dpa

Eine Bohrinsel in der Nordsee

Der Preis für Erdöl war Mitte 2014 um die Hälfte gefallen und bewegt sich aktuell um die 50 Dollar (46 Euro) pro Barrel (159 Liter).

LondonDer Preis für Erdöl wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) wegen eines sinkenden Angebots langsam wieder anziehen und bis 2020 rund 80 Dollar erreichen.

Es bestehe allerdings auch die Möglichkeit, dass der Preis auf lange Zeit sehr niedrig bleibe – und das würde die Abhängigkeit der westlichen Industrieländer von Öl aus Krisenländern in Nahost erhöhen, warnte die IEA am Dienstag in ihrem Weltenergieausblick. Auch für die Bekämpfung des Klimawandels nötige Investitionen in erneuerbare Energien könnten bei einem dauerhaft niedrigen Ölpreis aufgeschoben werden.

Der Preis für Erdöl war Mitte 2014 um die Hälfte gefallen und bewegt sich aktuell um die 50 Dollar (46 Euro) pro Barrel (159 Liter). Ursache ist vor allem das stark ausgeweitete Angebot der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) mit Saudi-Arabien an der Spitze, die damit auch die Konkurrenz durch das per Fracking gewonnene Öl in den USA bekämpfen wollen.

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Die Struktur der Ölmärkte hat sich geändert, viele bekannte Routinen funktionieren nicht mehr. Das hat Folgen für die gesamte Wirtschaft: Unternehmen können sich kaum noch gegen starke Preisschwankungen wappnen.

Die Konsumenten profitierten zwar von einer langen Periode niedriger Ölpreise, erklärte die IEA. Doch die Gefahr wachsender Abhängigkeit von einer kleinen Zahl von Produzenten wachse, ebenso die Gefahr eines plötzlichen und heftigen Preisanstiegs. IEA-Chef Fatih Birol erklärte, die niedrigen Ölpreise gäben keinen Anlass zur Entspannung. Das Gegenteil sei der Fall: „Jetzt ist die Zeit, uns gegen künftige Bedrohungen zu wappnen.“

Die IEA rechnet aber damit, dass die Preise wieder steigen, vor allem wegen des Energiehungers der Schwellenländer China und Indien. Bis 2040 werde China fünfmal soviel Öl wie die USA importieren und Indien mehr als die Europäische Union.

Von

afp

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