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03.05.2011

17:32 Uhr

Enttäuschende Konjunktur

Das britische Pfund ist auf Talfahrt

Die Konjunktur in Großbritannien hat Anleger offenbar stark enttäuscht. So niedrig wie am Dienstag notierte das Pfund seit über einem Jahr nicht mehr. Dem Dollar hat die Talfahrt der Währung allerdings kaum geholfen.

Britische Pfundnoten: Die Währung notierte so niedrig wie seit März letzten Jahres nicht mehr. Quelle: dpa

Britische Pfundnoten: Die Währung notierte so niedrig wie seit März letzten Jahres nicht mehr.

FrankfurtEnttäuschung über die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien hat am Dienstag im internationalen Devisenhandel das Pfund Sterling massiv unter Druck gebracht. Die britische Währung rutschte auf ein Tagestief von 1,6467 Dollar von 1,6645 Dollar am Vorabend und gab auch zum Euro stark nach und notierte so niedrig wie seit März 2010 nicht mehr. „Es sieht so aus, als ob alle Wetten für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende in Großbritannien vom Tisch sind“, erklärte UBS-Währungsstratege Chris Walker. Noch vor drei Monaten hatten die Märkte mit einem Zinsschritt bis zum Mai gerechnet. 

Doch im April war der Einkaufsmanagerindex für die britische Industrie auf 54,6 Punkte von revidiert 56,7 Punkten im März gefallen. Analysten hatten mit einem geringfügigen Anstieg auf 56,9 gerechnet. Am Rentenmarkt sorgte die Enttäuschung für einen kräftigen Anstieg der Gilt-Future, die um bis zu 61 Ticks auf 119,77 Punkte kletterten. Entsprechend gab die Rendite der zehnjährigen britischen Staatsanleihen bis auf 3,42 von 3,47 Prozent nach.

Dem Dollar half die Talfahrt des Pfund kaum. Zum Franken rutschte der Greenback auf ein Rekordtief von 0,8615 Franken. Zum Euro unterbrach er seine Talfahrt lediglich für einige Stunden. Die Gemeinschaftswährung notierte am späten Nachmittag mit 1,4830 Dollar schon wieder über dem Tagestief von 1,4755 Dollar. Am Montag hatte der Euro mit rund 1,49 Dollar ein 2-1/2-Jahres-Hoch erreicht. 

Viele Analysten halten den Ausverkauf beim Dollar für übertrieben. Dennoch rechnen viele mittelfristig damit, dass die Gemeinschaftswährung die psychologisch wichtige Marke von 1,50 Dollar in Angriff nehmen werde. „Die Zinsdifferenz macht die Musik, und die spricht eindeutig für den Euro“, sagte Klaus Gölitz, Händler bei MM Warburg. Während die Europäische Zentralbank (EZB) in der Euro-Zone die Zinswende schon eingeleitet hat, gibt es von der Fed keine entsprechenden Signale. Selbst besser als erwartete US-Daten konnten dem Dollar nicht helfen. So waren die US-Industrieaufträge im März um drei Prozent gestiegen. Analysten hatten nur mit einem Plus von 1,9 Prozent gerechnet.

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