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08.03.2011

13:24 Uhr

Erdöl

Opec erhöht Förderung

VonReuters

Auch Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Nigeria springen nun in die Bresche, um den libyschen Lieferrückgang zu kompensieren - die Opec-Länder wollen die Lage an der Ölpreisfront entschärfen.

Eine Ölpumpe fördert Öl zutage. Quelle: ap

Eine Ölpumpe fördert Öl zutage.

SingapurWegen des rasant gestiegenen Ölpreises verhandeln die in der Opec zusammengeschlossenen Förderländer über eine Ausweitung der Produktion. Viele Mitglieder des Kartells zeigten sich jedoch am Dienstag davon überzeugt, dass der von den Unruhen in Libyen ausgelöste Preisanstieg lediglich psychologisch bedingt ist und grundsätzlich bereits genügend Öl gefördert wird. Eine Steigerung der Produktion könnte den Ölpreis drücken, der aus Sorge über einen langfristigen Engpass auf dem Markt zuletzt bis auf knapp 120 Dollar pro Barrel (=159 Liter) und damit auf den höchsten Stand seit 2008 hochschnellte.

Berichte über ein Einlenken des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi lösten zwar zuletzt einen leichten Preisrückgang aus. Doch an den Finanzmärkten geht weiter die Furcht um, dass der hohe Ölpreis den Aufschwung abwürgen könnte. Auch die Klagen von Airlines und Autofahrern über die hohen Kosten werden täglich lauter.  „Wir befinden uns derzeit in Beratungen über eine mögliche Anhebung der Förderung“, erklärte Kuwaits Ölminister Scheich Achmed al-Abdullah al-Sabah. Diese Äußerung ließ den Ölpreis umgehend um rund zwei Dollar sinken.

Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) lehnt bislang eine Dringlichkeitssitzung ab, bei der eine Erhöhung beschlossen werden könnte. Die nächste reguläre Treffen ist jedoch erst für Juni angesetzt.  Iran, das derzeit den Vorsitz der Opec innehat, trat den Spekulationen über eine Fördererhöhung entgegen. „Es herrscht kein Mangel am Markt“, erklärte Opec-Gouverneur Mohammed Ali Chatibi. „Es besteht kein Bedarf an einem erhöhten Angebot durch die Opec. Die Verbraucher machen sich Sorgen, das ist reine Psychologie.“

Kuwait erklärte, das Land habe die Produktion wegen der Ausfälle in Libyen bislang nicht hochgefahren. Al-Sabah fügte jedoch hinzu, dass der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien wahrscheinlich derzeit deswegen die Förderung steigere. Vergangene Woche hatte Reuters aus Branchenkreisen in Saudi-Arabien erfahren, dass das Land derzeit bereits seine Produktion auf täglich rund neun Millionen Barrel (das Fass zu 159 Liter) Öl erhöht hat.

Kommentare (1)

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abronzius

08.03.2011, 12:26 Uhr

Eines fürchten diese Rohöldespoten am meisten: die Surrogierung der Rohölprodukte wie in Brasilien durch E 85:Da ist ein kompletter Markt verlorengegangen.Durch eine leichte Preissenkung via Förderquotenerhöhung hält man die Abhängigkeit des Westens vom Rohöl aufrecht und verhindert ,daß Rohölersatz am Markt Fuß fassen kann.Mit unserem Geld können sie dann hier Megamoscheen bauen,wahabitische Religionsvereine sponsern und ihre Völker unterdrücken.

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