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12.06.2014

18:09 Uhr

Ermittlungen in China

Unruhe am Kupfermarkt

In China laufen Ermittlungen zum Missbrauch von Kupfer als Sicherheit bei Finanzgeschäften. Dies könnte die Preise für das Metall unter Druck setzen - noch gebe es aber keinen Grund zur Besorgnis, erklärten Experten.

Der Kupfermarkt reagiert nervös auf Ermittlungen in China. dpa

Der Kupfermarkt reagiert nervös auf Ermittlungen in China.

New YorkAn den weltweiten Kupfermärkten steigt nach Ermittlungen chinesischer Behörden die Nervosität. Bei einigen Experten gibt es Sorgen vor einer Auflösung großer Kupfer-Lager in China. Das könnte die Preise an der LME, der Weltleitbörse für Industriemetalle, unter Druck setzten. Branchen-Insidern zufolge ermitteln die Behörden wegen des Missbrauchs von Kupfer bei Finanzgeschäften. Das Metall dient in China oft als Sicherheit für Kredite. Untersuchungen vor allem im Hafen von Qingdao sollen zeigen, ob einzelne Kupfer-Ladungen mehrfach als Sicherheit genutzt wurden.

Einige Banken und Händler reagierten bereits auf die Untersuchungen und schraubten ihre Kredite für solche Finanzgeschäfte zurück oder verlagerten das Metall woanders hin, etwa nach Südkorea. Bis zu 300.000 Tonnen Kupfer könnten so bis September bewegt werden, schätzen Analysten der australischen Investmentbank Macquarie. Dies wäre fast das Doppelte von dem, was weltweit im Lagersystem der LME registriert ist. „Die Abwicklung dieser Deals könnte Einfluss auf den Preis haben“, sagt eine Person, die mit diesen Geschäften vertraut ist. „Aber man kann noch nicht davon sprechen, dass der Markt in Panik gerät und das Metall wieder im LME-System auftaucht.“

Die Furcht der Anleger vor einem gestörten Handel drückte den Preis für Kupfer an der LME zuletzt auf ein Fünf-Wochen-Tief. „Das ist ein Thema, was den Markt stark bewegt und die Preise unter Druck gebracht hat“, sagt Rohstoff-Experte Daniel Briesemann von der Commerzbank. Am Donnerstag kostete eine Tonne Kupfer rund 6665 Dollar. „Reale Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage am Markt sind aber eher begrenzt“, fügt Briesemann hinzu. Denn der globale Kupfer-Markt habe ein Volumen von rund 21 Millionen Tonnen. Er rechnet damit, dass der Preis bis Ende 2014 auf rund 7500 Dollar steigt. „Es gibt Signale für gute Nachfrage - aus China, den USA und Europa.“

Seit langem gilt die Lagerung von Kupfer in China als intransparent, denn viele Stätten sind gar nicht offiziell angemeldet. Der Aufschwung im Reich der Mitte und der boomende Kreditmarkt haben dafür gesorgt, dass viele Metallimporte als Sicherheit für Darlehen genutzt werden. Die jüngsten Entwicklung könnten nun vielleicht dazu führen, dass undurchsichtige Zollläger aufgelöst würden, sagt ein Marktbeobachter.

Von

rtr

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