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09.01.2010

15:15 Uhr

Erstmals seit 2005

Venezuela wertet Bolivar-Währung deutlich ab

Venezuelas linksgerichteter Staatschef Hugo Chávez hat erstmals seit 2005 eine Abwertung der Nationalwährung Bolivar angekündigt. Anders als bisher gilt künftig im dem sozialistisch regierten Land außerdem ein offizielles „Doppel-Kurssystem“, bei dem je nach Wirtschaftssektor zwei verschiedene Wechselkurse gelten.

Staatschef Hugo Chávez will mit der Abwertung des Bolivar die Exporte Venezuelas stärken. Reuters

Staatschef Hugo Chávez will mit der Abwertung des Bolivar die Exporte Venezuelas stärken.

HB CARACAS. Je nach Wirtschaftssektor verliert der Bolivar im Verhältnis zum US-Dollar zwischen 17 und 50 Prozent. Der 2005 festgelegte Einheits-Wechselkurs lag bislang bei 2,15 Bolivar je Dollar. Auf dem Schwarzmarkt wurde die US-Währung allerdings schon zu deutlich höheren Kursen getauscht. Nun gilt für sogenannte "vorrangige Bereiche" ein Kurs von 2,60 Bolivar. Der für die Instustrie ausschlaggebende "Petro-Dollar" kostet sogar 4,30 Bolivar.

In den vorrangigen Bereich fallen unter anderem Nahrungsmittelimporte und Anschaffungen im Gesundheitssektor. Der "Petro-Dollar" gilt dagegen für Branchen wie Telekommunikation, Chemie, Petrochemie, Metall aber auch für Automobilzulieferer und Tabakerzeugnisse. Die Abwertung kündigte Chávez am Freitag (Ortszeit) an.

Chavez sieht sich im elften Jahr seiner Herrschaft mit einer Rezession und einer galoppierenden Inflation konfrontiert. Zu der Abwertung wurde er auch von der Wirtschaft gedrängt. Die Änderungen sollten die venezolanische Wirtschaft stärken, "nicht dringend notwendige Importe" bremsen und die Exporte ankurbeln. Venezuela verzeichnete 2009 mit 25,1 Prozent die höchste Inflationsrate Südamerikas und einen Rückkgang des Bruttoinlandsprodukts von 2,9 Prozent.

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