Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.06.2013

17:24 Uhr

Erwartete Konjunkturerholung

Euro legt kräftig zu

Draghi zeigte sich heute optimistisch: Nachdem kurz zuvor der Euro gegenüber dem Dollar deutlich zulegte, äußerte der EZB-Präsident seine Zuversicht, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres langsam erholen werde.

Der Präsident der EZB, Mario Draghi, sagte auf einer Pressekonferenz, er gehe im Laufe dieses Jahres von einer Konjunkturerholung aus, wenn auch mit langsamerem Tempo. AFP

Der Präsident der EZB, Mario Draghi, sagte auf einer Pressekonferenz, er gehe im Laufe dieses Jahres von einer Konjunkturerholung aus, wenn auch mit langsamerem Tempo.

FrankfurtDer Euro hat am Donnerstagnachmittag gegenüber dem Dollar deutlich zugelegt. Der Präsident der Europäische Zentralbank, Mario Draghi, sagte auf der Pressekonferenz im Anschluss an die EZB-Ratssitzung in Frankfurt, er gehe im Laufe dieses Jahres von einer Konjunkturerholung aus, wenn auch mit langsamerem Tempo.

Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,3188 Dollar gehandelt, 0,7 Prozent höher. Im vorläufigen Tageshoch ist der Euro bis auf 1,3196 Dollar gestiegen - der höchste Kurs seit fast einem Monat.

Die EZB hat den Leitzins für die Eurozone unverändert bei 0,5 Prozent belassen, was 57 von 59 Ökonomen in einer Umfrage von Bloomberg erwartet hatten. Der Einlagenzins blieb ebenfalls unverändert bei null Prozent. Die Aufmerksamkeit des Marktes richtet sich nun auf die Pressekonferenz von EZB-Präsident Mario Draghi, die um 14.30 MESZ beginnt.

Der Schweizer Franken gab gegenüber dem Euro 0,4 Prozent nach auf 1,2382 Franken. In Relation zum Dollar legte der Franken etwas zu auf 94,15 Rappen.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Der Yen gab gegenüber dem Euro 0,8 Prozent nach auf 130,70 Yen. Zum Dollar verlor die japanische Devise 0,3 Prozent auf 99,33 Yen. Am Vortag hatte der Yen eine Rally hingelegt. „Wir bleiben 'short' beim Yen“, sagte Nick Maroutsos, Managing Director und Mitgründer von Kapstream Capital in Sydney. „Die Volatilität in Japan ist allein die Folge des dritten Pfeils, den Abe gestern abgeschossen hat, und der, zumindest aus Sicht der Marktteilnehmer, sein Ziel verfehlt hat“, fügte er an. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Mittwoch unter anderem gesagt, dass verbesserte Rahmenbedingungen für Japans Unternehmen noch monatelanger Vorbereitungen bedürfen.

Der Euro hat dieses Jahr 3,8 Prozent zugelegt, der Dollar 4,6 Prozent gewonnen, wie die Bloomberg Correlation-Weighted Indexes zeigen. Der Yen hat dagegen zehn Prozent verloren.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.06.2013, 16:43 Uhr

"Die Wirtschaftsaussichten für den Euroraum verdüstern sich. Die EZB hat ihre Prognose für dieses Jahr nach unten revidiert. Eine weitere Zinssenkung schließt EZB-Präsident Draghi daher nicht aus" ... schreibt soeben der Focus ! Wirklich sehr lustig, wie uns heute Nachrichten verkauft werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×