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06.11.2012

13:54 Uhr

Euro belastet

Griechen-Sparpaket verunsichert Investoren

Am Mittwoch stimmt das griechische Parlament über die geplanten Einsparungen und Steuererhöhungen ab. Am Devisenmarkt macht sich Unsicherheit breit. Allerdings warten viele Händler offenbar das Ergebnis der US-Wahl ab.

Händler warten darauf, wer die US-Präsidentschaftswahl gewinnen wird. dpa

Händler warten darauf, wer die US-Präsidentschaftswahl gewinnen wird.

FrankfurtDie Unsicherheit der Investoren über die Haltung des griechischen Parlaments zum neuen Sparpaket der Regierung hat den Euro am Dienstag belastet. Schwache Daten zur Industrie in Deutschland drückten die Währung zusätzlich nach unten, so dass sie sich nahe eines Achtwochentiefs zum Dollar bewegte. Die Gemeinschaftswährung notierte um 1,2783 Dollar und damit 0,1 Prozent niedriger als am Vortag.

Die Abgeordneten werden am Mittwoch wahrscheinlich über die nunmehr geplanten Einsparungen und Steuererhöhungen im Volumen von 13,5 Milliarden Euro abstimmen. Ein Ja ist entscheidend für die Auszahlung der dringend benötigten neuen Hilfstranche der internationalen Geldgeber. Umfragen zufolge zeichnet sich eine knappe Mehrheit für das Sparpaket ab. Allerdings sind für Dienstag und Mittwoch im ganzen Land Generalstreiks geplant.

Am 11. November steht dann eine Abstimmung über den Haushalt an. Am Montagabend erklärte Klaus Regling, Direktor des Europäischen Stabilitätsmechanismus, die Eurozone benötige mehr Zeit, um mit der durch Griechenland ausgelösten Krise fertigzuwerden, da der Konjunktureinbruch der schlimmste seit den 1930er Jahren sei.

“Der Euro wird verkauft, da sich der Markt auf die Risiken im Zusammenhang mit Griechenland und Spanien konzentriert”, sagte Junichi Ishikawa, Analyst bei IG Markets Securities Ltd. in Tokio. “Im aktuellen Umfeld kann man den Euro nicht kaufen.”

In Deutschland ist der Auftragseingang in der Industrie im September so stark wie seit einem Jahr nicht mehr gesunken. Die Aufträge gingen saison- und inflationsbereinigt um 3,3 Prozent zurück, teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin am Dienstag mit. Volkswirte hatten in einer Bloomberg-Umfrage ein Minus von 0,4 Prozent erwartet.

Kommentare (4)

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Badoglio

06.11.2012, 10:39 Uhr

Ursache und Konsequenz!
Seit circa 18 Jahren hat Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuss von durchschnittlich 17 Milliarden Euro pro Monat.
Diesen Leistungsbilanzüberschuss wurde überwiegend in der Währungsunion und dank der Überschuldung der Länder Südeuropas erreicht.
Verhängnisvoll war dass die Gewinne die deutsche Konzerne in diesen Länder erzielt haben überwiegend ins Nichteuroausland und z.T. in den ehemaligen Ostblockländer reinvestiert wurden.
Dieser Kapitaltransfer von Süden nach Norden kommt einer legalen Kapitalflucht aus diesen Ländern gleich und ist für die hohe Jugendarbeitslosigkeit in diesen Länder Mitverursacher. (Spanien, Portugal, Griechenland über 50%, Italien nur etwas besser, Frankreich dem Nächsten)
Die Überflutung dieser Euroländern mit deutschen Industrieprodukte hatte eine Schrumpfung der Industrie dieser Ländern (besonders Italiens) zur Folge, während Deutschlands Wirtschaft dadurch stark wachsen konnte.
Durch den Kapitaltransfer wurde auch der Wirtschaftsschwerpunkt Europas gegen Osten verschoben, und Deutschland dadurch selbst zum Zentrum.
Wurde dieses Problem zu spät erkannt um ein Auseinanderbrechen der Währungsunion, die die Franzosen in erster Linie gewollt haben, zu verhindern?
Diese Entwicklung war aber vorauszusehen, durch die EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen, gewollt und diktiert, waren die schwächere Euro-Länder der stärkeren Industrie Deutschlands ausgeliefert.
Frankreich hat sich anscheinend wieder selbst überschätzt.

soso

06.11.2012, 10:54 Uhr

Zitat….Seit 18 Jahren hat Spanien, Portugal, Griechenland über 50% Jugendarbeitslosigkeit?

Ist mir neu.

Zitat…..Seit circa 18 Jahren hat Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuss von durchschnittlich 17 Milliarden Euro pro Monat.
Diesen Leistungsbilanzüberschuss wurde überwiegend in der Währungsunion und dank der Überschuldung der Länder Südeuropas erreicht.
Verhängnisvoll war dass die Gewinne die deutsche Konzerne in diesen Länder erzielt haben überwiegend ins Nichteuroausland und z.T. in den ehemaligen Ostblockländer reinvestiert wurden.

Das ist ja schon ein Wiederspruch in sich.

Zitat….Wurde dieses Problem zu spät erkannt um ein Auseinanderbrechen der Währungsunion, die die Franzosen in erster Linie gewollt haben, zu verhindern?
Diese Entwicklung war aber vorauszusehen…..

Und wieder ein Wiederspruch.^^

Aber zumindest weiß ich was du sagen willst. Denke ich mal.^^

Badoglio

06.11.2012, 22:24 Uhr

@ soso,
"weiß ich was du sagen willst" und nur darauf kommt es an.
Wer verstehen will kann es verstehen.

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