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16.05.2018

17:11 Uhr

Euro/Dollar

Euro-Rutsch geht weiter – Kurs fällt auf Jahrestiefstand unter 1,18 Dollar

Die Stärke des US-Dollars und die sich abzeichnende Regierungsbildung in Italien setzt den Euro unter Druck. Und es spricht viel dafür, dass der Kursverfall weitergeht.

Euro Dollar, Währung, Devisen, Wechselkurs, EUR/USD Reuters

Euro und Dollar

In den beiden Währungen wird ein Großteil des Welthandels abgewickelt.

FrankfurtDer Euro hat am Mittwoch an die deutlichen Vortagesverluste angeknüpft. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,1764 US-Dollar und erreichte so den tiefsten Stand seit Dezember. Zuletzt erholte sich der Euro etwas und wurde mit 1,1796 Dollar notiert.

Am Vortag hatte eine Dollar-Stärke den Euro stark unter Druck gesetzt. Die US-Währung konnte zu allen wichtigen Devisen der Welt zulegen, nachdem es zu einem starken Anziehen der Marktzinsen bei amerikanischen Staatsanleihen gekommen war. Und am heutigen Mittwoch heute hat sich abzeichnende populistische Regierung in Italien hat den Eurokurs zusätzlich auf Talfahrt geschickt.

Die laut Medienberichten wahrscheinlicher werdende Bildung einer eurokritischen neuen italienischen Regierung zwischen Fünf Sterne und Lega sorgte für Turbulenzen. Die mögliche Regierung plant enorme Ausgabensteigerungen und Steuerkürzungen. „Die neue Regierungskoalition, vor der Italien vermutlich steht, wird die EU vor neue Herausforderungen stellen“, kommentierte Karsten Junius, Chefvolkswirt beim Bankhaus Sarasin. „Ihre finanzpolitischen Vorhaben sind mit den Stabilitätsvereinbarungen in der Währungsunion nicht kompatibel.“

Vor allem ein sehr eurofeindlicher Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen den beiden Parteien sorgte für Turbulenzen. In dem Papier, das der „Huffington Post“ zugespielt wurde, geht es um die Forderung, 250 Milliarden Euro der italienischen Staatsschulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erlassen. Laut Sterne-Chef Luigi Di Maio wurde der Entwurf allerdings in wichtigen Punkten überarbeitet.

Der italienische Ökonom Carlo Cottarelli sprach von einem „so unrealistischen Vorschlag, dass ich mich frage, wieso er überhaupt schwarz auf weiß niedergeschrieben wurde“. Laut Junius beenden die Vorstellungen die Diskussion über eine realistische Vertiefung der Währungsunion, wie sie von Frankreich vorgeschlagen wurde.

Bereits gestern ist die Rendite der US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit ist von zehn Jahren ist wieder über die Marke von drei Prozent gestiegen. Am Mittwoch liegt diese Rendite bei 3,08 Prozent.

Wesentliche Gründe für den Anstieg der Zinssätze in den USA sind der starke Wirtschaftsaufschwung und steigende Inflationserwartungen im Zuge des jüngsten Ölpreisanstiegs. Beides lässt weitere Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed erwarten.

Mit dem schwächelnden Euro dreht sich ein längerer Trend am Devisenmarkt. Noch im vergangenen Jahr war die Gemeinschaftswährung um bis zu 20 US-Cent auf 1,25 US-Dollar gestiegen. Allein zwischen Anfang Januar und Ende März dieses Jahres legte der Kurs um fast vier US-Cent zu.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Der Grund dafür ist die extreme Renditedifferenz zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen mit der gleichen Laufzeit. Diese ist um fast 2,4 Prozentpunkte angestiegen und damit so hoch wie zuletzt 1989. Die US-Renditen laufen den deutschen also weiter davon. Wie extrem das ist, zeigt ein Vergleich mit der Zinsspitze Ende 2013: Bundesanleihen brachten damals knapp zwei Prozent, US-Bonds drei Prozent, also eine Differenz von etwa 1,0 Prozentpunkten.

Dieser aktuell hohe Renditeabstand spricht für einen stärkeren US-Dollar. Denn zwischen Zinsen und Währungen gibt es einen grundsätzlichen Kausalzusammenhang. Wenn in einem Land die Zinsen steigen, wird eine Geldanlage am dortigen Kapitalmarkt tendenziell attraktiver, sowohl für inländische als auch für ausländische Anleger.

Dadurch entsteht eine höhere Nachfrage nach der Währung des Landes, die diese aufwerten lässt. Umgekehrt verläuft der Prozess, wenn die Zinsen eines Landes sinken.

Die meisten Börsenexperten erwarten, dass der Euro in naher Zukunft zumindest nicht wieder zu einem erneuten Höhenflug ansetzt. „Strategisch sehen wir den Dollar auf Zwölf-Monatssicht weiter bei 1,15 gegenüber dem Euro“, sagt Torsten Strohrmann von der DWS, Fondstochter der Deutschen Bank.

Börsenexperte Anton Riedl erwartet, dass es nun im weiten Bereich zwischen 1,16 und 1,25 Dollar eine längere Schwankungsphase geben wird. Doch völlig abschreiben sollten Anleger den Euro nicht. Die US-Wirtschaft sei seiner Meinung nach keineswegs so robust, dass der Dollar nach oben durchstartet.

Hier geht es zur Seite mit dem Euro-Dollar-Kurs, hier können Sie aktuelle Wechselkurse berechnen.

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Kommentare (2)

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Herr Carlos Santos

16.05.2018, 14:44 Uhr

EURO/DOLLAR
Euro-Rutsch geht weiter – Kurs fällt auf Jahrestiefstand nahe 1,18 Dollar

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Wartet Weltweit ab mit Geschäfte abzuschliessen mit dieser heutiger EU !!!!!

WENN US-PRESIDENT DIE US WIRTSCHAFT AUFGEBAUT HAT, VERKAUFT EUROPA GAR NICHTS MEHR, DER EURO GEHT UM 40% IN DEM KELLER, und die Bevölkerung Europas sind dann für eine Schüsselchen Reis als entlohnung dankbar und arbeiten gerne ?

DIESE EUROPÄISCHE UNION DISTANZIERT SICH ZU SEHR VOM USA UND VERKAUFT SICH DIREKT UND INDIREKT AN SEINE FEINDE !

DURCH DIE FALSCHE HALTUNG DER EU FÜR DEN IRAN STATT FÜR DEN USA, ERKENNT CHINA & RUSSLAND WEITERE SCHWACHPUNKTE EUROPAS UND IM KRIEGSFALL IST EUROPA AUS EIGENE HAND VERRATEN UND AUSGELIEFERT !

Herr Peter Spiegel

16.05.2018, 15:21 Uhr

Kursverfall ist doch egal, wer hat noch Euros, die sind doch längst umgetauscht.

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