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25.04.2013

09:25 Uhr

Euro erholt sich

Anleger glauben nicht an die Zinssenkung

Investoren am Devisenmarkt scheinen sich einig zu sein: Die Zinssenkung der EZB ist unwahrscheinlich. Vielmehr könnte die Notenbank zu anderen Maßnahmen greifen. Doch die Spekulationen lassen nicht ab.

Senkt die EZB den Leitzins? Das ist die große Frage am Markt. dpa

Senkt die EZB den Leitzins? Das ist die große Frage am Markt.

FrankfurtEine Senkung der Zinsen durch die EZB ist nach Einschätzung von Marktbeobachtern noch keine ausgemachte Sache. "Sicherlich wird die Zentralbank eine Zinssenkung in Erwägung ziehen," sagt Masashi Murata, Stratege bei Brown Brothers Harriman in Tokio. Genauso gut könnten die Währungshüter in der nächsten Woche aber andere Maßnahmen diskutieren, um sicherzustellen, dass ihre Geldpolitik in allen Ländern der Euro-Zone die gleiche Wirkung entfalte.

Der Euro erholte sich am Donnerstag von seinen jüngsten Verlusten und notierte mit 1,3050 Dollar über seinem Schlusskurs vom Mittwoch (1,3015 Dollar). Der EZB-Rat entscheidet das nächste Mal Anfang Mai über die Leitzinsen.

Nach schwachen Konjunkturdaten, zuletzt auch aus Deutschland, gingen immer mehr Beobachter von einer baldigen Zinssenkung der EZB aus. Ausgemacht dürfte ein solcher Schritt aber nicht sein, wie jüngste Äußerungen von EZB-Direktor Jörg Asmussen zeigen. Er hatte am Mittwochabend den ökonomischen Nutzen noch niedrigerer Leitzinsen angezweifelt.

Die meisten Bankvolkswirte sehen das ähnlich. Sie verweisen vielmehr auf die hohen Kreditzinsen, die mittelständische Unternehmen in Ländern wie Spanien oder Italien zahlen müssen. Dies hemmt das dortige Wachstum. Eine Zinssenkung der EZB würde an diesem Problem nichts ändern.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Wie lang die US-Notenbank Fed ihren ultralockeren geldpolitischen Kurs noch fortsetzt, hängt vor allem von der Entwicklung am Arbeitsmarkt ab. Mit Spannung werden daher die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Nachmittag erwartet. Notenbankchef Ben Bernanke will erst dann den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn die Arbeitslosenquote wieder auf 6,5 Prozent gefallen ist. Aktuell liegt sie bei 7,6 Prozent und ist damit weit vom Zielwert der Fed entfernt.

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