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30.06.2011

12:45 Uhr

Euro erstarkt

Devisenmarkt atmet nach Griechenrettung auf

Die Pleite in Athen scheint abgewendet. Das sorgt auf dem Devisenmarkt für Entspannung. Der Euro steigt auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1,4521 Dollar. Derweil stimmt EZB-Chef Trichet bereits auf eine Zinserhöhung ein.

Ein-Euro-Münzen. Quelle: dpa

Ein-Euro-Münzen.

FrankfurtDie Erleichterung über das griechische Votum für das Sparpaket hat dem Euro auch am Donnerstag noch einmal Auftrieb gegeben. Die Gemeinschaftswährung stieg in der Spitze bis auf 1,4521 (spätes Vortagesgeschäft: 1,4433) Dollar und damit auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Zusätzliche Unterstützung erhielt der Euro von Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Dieser sprach vor dem europäischen Parlament in Brüssel von „erhöhter Wachsamkeit“ - für Eingeweihte ein erneuter Hinweis darauf, dass in der kommenden Woche mit einer Zinserhöhung zu rechnen ist.

Atempause auch für Anleihen anderer Schuldner-Länder

Im Tagesverlauf steht wieder einmal eine Abstimmung im Athener Parlament auf dem Plan. Dabei geht es um Details zur Durchsetzung des Sparplans. „Ein gewisses Risiko über die nächsten Monate ist immer noch gegeben, schließlich müssen die Sparvorhaben ja auch umgesetzt werden“, sagte Stratege Eric Wand von der Lloyds Bank. „Aber wenn die heutige Abstimmung durchgeht, ist das Risiko einer Staatspleite vorerst vom Tisch.“ Auch bei Anleihen der anderen schuldengeplagten Euro-Staaten könnte deshalb der Verkaufsdruck zumindest vorübergehend nachlassen. Immerhin waren deren Papiere wegen der Sorge vor einer Ansteckung in den vergangenen Tagen und Wochen in Sippenhaft genommen worden.

Mittelfristig drohe allerdings neues Ungemach, warnte Wand; zum Beispiel wenn die Parlamentswahlen in Spanien vorgezogen werden sollten oder das italienische Regierungsbündnis zerbricht.

Am Rentenmarkt kehrte etwas Ruhe ein. Der Bund-Future lag nahezu unverändert bei 125,87 Zählern. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte ebenfalls kaum verändert mit 2,985 Prozent. Zehnjährige griechische Papiere lagen 20 Ticks im Minus bei 53,34 Zählern und rentierten mit 16,621 Prozent. Mitte des Monats war die Rendite wegen Sorgen über das griechische Finanzsystem noch auf knapp 19 Prozent gestiegen. Auch die Renditen portugiesischer, spanischer und italienischer Papiere sanken.

Britische Wirtschaftsdynamik skeptisch gesehen

Zum britischen Pfund zog der Euro weiter an und stieg bis auf 90,615 (spätes Vortagesgeschäft: 89,85) Pence. Das war der höchste Stand seit Mitte März 2010. Zuletzt waren das Kreditwachstum und die Verbrauchernachfrage nach Krediten im Königreich sehr niedrig und hatten damit die Sorge vor einer langanhaltenden Wachstumsschwäche verstärkt. Analysten spekulieren deshalb vermehrt darüber, ob wohl die Bank of England zur Stützung der Wirtschaft ein neues Anleihenkaufprogramm auflegt.

Von

rtr

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