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07.01.2005

09:12 Uhr

Euro könnte durch Arbeitsmarktbericht steigen

Druck auf den Dollar lässt etwas nach

VonRegine Palm

Der steile Anstieg des Euros ist zu Jahresbeginn abrupt gebremst worden. Die Gemeinschaftswährung rutschte von ihrem Rekordhoch bei 1,3667 Dollar kontinuierlich ab und fiel gestern zeitweise sogar unter 1,32 Dollar. Die amerikanische Währung war damit so teuer wie seit rund vier Wochen nicht mehr.

HB DÜSSELDORF. Diese Korrektur ändert aber nichts an der mittelfristigen Erwartung von Devisenexperten. Sie rechnen damit, dass der Euro zum Dollar wieder aufholen wird.

Kurzfristig kann es allerdings schon heute noch einmal zu größeren Kursausschlägen kommen. Am Nachmittag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht für Dezember veröffentlicht. In den zurückliegenden Monaten hatten die Arbeitsmarktzahlen mehrfach den Kurs des Euros nach oben getrieben. Und die jüngsten Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass sich der US-Stellenmarkt schlechter entwickelt haben könnte als erhofft. 74 Volkswirte gehen nach einer Umfrage von Bloomberg News davon aus, dass die US-Wirtschaft im Dezember nur 175 000 neue Stellen geschaffen hat und die Arbeitslosenquote unverändert bei 5,4 Prozent geblieben ist. Im November waren 112 000 Arbeitsplätze neu hinzugekommen.

„Eine sehr starke Zahl könnte den Dollar noch einmal stärken“, sagt Jürgen Michels, Volkswirt bei der Citigroup. Die Prognose seines Hauses liegt mit 300 000 Stellen deutlich über den Schätzungen der meisten Volkswirte. Doch „sollte die Zahl die Erwartungen enttäuschen, wird dies den Euro in jedem Fall stützen“, sagt der Stratege. Mittelfristig werde der Dollar wieder nachgeben. Die Citigroup rechnet bis Ende 2005 mit einem Anstieg des Euros bis auf 1,44 Dollar. „Das US-Leistungsbilanzdefizit bleibt der Hauptbelastungsfaktor für den Dollar“, begründet Michels seine Prognose.

Michael Klawitter, Devisenexperte der WestLB, sieht gleich mehrere Gründe für die Kursverluste des Euros, der zuvor „in einer Zeit sehr dünner Liquidität an den Märkten“ bis auf das Niveau von über 1,36 Dollar gestiegen sei. Zum einen schaue der Markt wieder verstärkt auf zyklische Faktoren wie das Wachstum in den USA. Zum anderen habe das Protokoll der Dezembersitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) der Spekulation auf weiter steigende Zinsen in den USA neue Nahrung gegeben. Allerdings sei es für eine Trendwende noch zu früh. „1,40 Dollar werden noch getestet“, glaubt Klawitter. Die WestLB sieht den Euro zur Jahresmitte auf diesem Niveau, rechnet dann aber mit einem Rückgang der Kurse auf Werte um 1,33 bis 1,35 Dollar.

Ganz kurzfristig mahnt Klawitter zur Vorsicht. Sollte die Korrekturphase nicht bei 1,3140/50 Dollar gestoppt werden, „dann ist der Weg offen bis auf 1,30 Dollar“. Die aktuelle Schwäche sollte daher nicht zum Einstieg genutzt werden.

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