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11.09.2012

09:49 Uhr

Euro-Krise

„Glauben Sie, ein Bayer zahlt für einen Sizilianer?“

VonLaura de la Motte

Seit der Ankündigung von EZB-Chef Draghi, den Euro um jeden Preis retten zu wollen, steigt der Eurokurs kräftig. Doch der rasante Aufschwung dürfte ein abruptes Ende finden, sagt der Devisenchef von Morgan Stanley.

Devisenexperte Hans Redeker. Pressebild

Devisenexperte Hans Redeker.

FrankfurtHandelsblatt: Herr Redeker, in den vergangenen Wochen ist der Euro auf dem Vormarsch. Der Dollar hingegen schwächelt. Devisenexperten, auch Sie, haben für 2012 das Umgekehrte vorausgesagt. Revidieren Sie Ihre Meinung?

Redeker: Ja, am 1. August haben wir unseren Kunden erklärt, dass der Euro kurzfristig steigen werde. Ich schätze, dass er in den kommenden Wochen noch auf 1,32 Dollar klettern könnte. Aber von diesem Niveau sollte ein erneuter Rückgang unausweichlich sein.

Warum steigt der Euro derzeit?

Das neue Anleihekaufprogramm, das vorsieht, unbegrenzt Staatsanleihen aus südeuropäischen Ländern mit kurzen Laufzeiten aufzukaufen, bringt den Staaten und den dortigen Banken eine Refinanzierungssicherheit. Europa leidet unter den Kursschwankungen der Staatsanleihen. Banken, die keinen Zugang mehr zu sicheren Vermögenswerten haben, reduzieren die Kreditvergabe. Hier hat die Europäische Zentralbank angesetzt. Die Rally des Euros reflektiert auch das gesunkene Risiko eines unmittelbaren Auseinanderbrechens des Euros.

EZB-Anleihe-Programm zur Lösung der Euro-Krise

Mehr Transparenz

Die EZB hatte im Mai 2010 nach einem Wochenende hektischer Rettungsaktionen der Euro-Staaten für Griechenland spontan ein Anleihekaufprogramm beschlossen. Die Konditionen des „Securities Market Programme (SMP)“ blieben weitgehend im Dunkeln. Die EZB gab lediglich im Nachhinein wöchentlich bekannt, welche Summen an Staatspapieren aus dem Markt genommen wurden, ohne dabei die Länder zu nennen. Zu beobachten war im Handel aber, dass die Zentralbank zunächst Griechenland und dann Irland und Portugal stützte, die unter den Rettungsschirm EFSF geschlüpft waren. Im Sommer 2011 folgten Spanien und Italien. Das Interventionsvolumen von SMP beläuft sich auf 209 Milliarden Euro.

Verzicht auf Limits

So wie unter dem alten Programm nennt die EZB unter dem neuen Plan namens OMT („Outright Monetary Transactions“) vorab keine Summe über mögliche Anleihekäufe. Mit dem Verzicht auf ein Limit signalisiert die Zentralbank, dass sie einen langen Atem hat. Die Notenbank will sich bei den Laufzeiten der betroffenen Staatspapiere auf eine Spanne von einem Jahr bis drei Jahren beschränken. Begründet wird das mit dem Ziel des Programms: Der EZB geht es nicht darum, die Anleihezinsen zu drücken, um den Regierungen die Staatsfinanzierung zu verbilligen.

Niedrige Zinsen kommen nicht beim Verbraucher an

Sie begründet ihr Eingreifen damit, dass die hohen Zinsen auf Staatspapiere indirekt die Kreditzinsen für die Verbraucher nach oben treiben. Der rekordtiefe Leitzins der Notenbank von 0,75 Prozent komme bei den Bankkunden nicht an. Die Übertragung der auf stabile Preise zielenden Geldpolitik sei damit gestört. Als Zeitraum für das Durchwirken der Leitzinsen auf die Marktzinsen veranschlagt die Zentralbank etwa drei Jahre.

Keine Hilfe ohne Spar- und Reformprogramm

Als Lehre aus der Hilfsaktion für Italien will die EZB in Zukunft nur den Ländern unter die Arme greifen, die den Rettungsfonds EFSF und seinen Nachfolger ESM um Hilfe bitten. Es kann sich dabei um ein umfangreiches Hilfsprogramm zu Staatsfinanzierung handeln oder um vorbeugende Kreditlinien bei ersten Finanzierungsengpässen. Die Regierungen müssen sich als Gegenleistung zu einem strikten Spar- und Reformprogramm verpflichten. Im vergangenen Jahr hatte die italienische Regierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi die Reformbemühungen gedrosselt, als die Zinsen dank EZB-Anleihekäufen sanken. Die EZB wird künftig im Nachhinein bekanntgeben, von welchen Ländern sie Staatsanleihen gekauft hat.

EZB verzichtet auf Privilegien

Bisher genoss die EZB einen bevorzugten Gläubigerstatus. Damit würde die Notenbank bei einem Ausfall von Anleihen entschädigt, während viele Privatanleger Verluste hinnehmen müssen. Das wirkt abschreckend auf private Anleihekäufer und erschwert die angestrebte Entspannung bei den Zinsen. Die EZB will deshalb künftig auf das Privileg verzichten. Sie muss deshalb so wie die beteiligten nationalen Notenbanken im Pleitefall Verluste hinnehmen.

Inflationsbremse bleibt angezogen

Wie bisher will die EZB verhindern, dass durch den Aufkauf von Staatsanleihen die Geldmenge wächst, weil den bisherigen Besitzern der Anleihen frisches Geld zufließt. Die Notenbank erreicht das, indem sie die Anleihekäufe neutralisiert. Über ihre Geldmarktgeschäfte entzieht die EZB den Banken das Geld, das sie zuvor für Staatsanleihen neu geschaffen hat.

Die Pläne von EZB-Chef Draghi waren doch bekannt. Warum legt der Euro noch einmal zu?

Die Pläne waren bekannt. Aber der Markt hatte die positiven Effekte dieser Quasi-Sicherheit noch gar nicht komplett erfasst. Deswegen könnte der Euro noch etwas weiter steigen.

Der Devisenmarkt läuft den anderen Märkten häufig vorweg. Werden auch die Aktienkurse steigen?

Das denke ich. Und zwar nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Dort hat es aber andere Gründe.

Welche?

In den USA haben die Hauspreise nach einem jahrelangen Rückgang aufgehört zu fallen. Damit wirkt die lockere Geldpolitik nun nicht mehr nur auf die US-Staatsanleihen, sondern auch auf die Immobilienpreise. Wenn die Amerikaner keine Sorgen mehr haben, dass ihr Haus an Wert verliert, sind sie eher bereit, wieder einen größeren Teil ihres Einkommens auszugeben. Das investieren sie zum Teil in US-Aktien, aber auch nach Europa und Asien dürfte das Geld fließen. Dieser Kapitalexport hat schon begonnen und schwächt derzeit den US-Dollar.

Kommentare (25)

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EZB_TEURO_zerstoeren_ganz_Europa

11.09.2012, 10:01 Uhr

Draghi darf das Geld seines eigenes Landes ausgeben, aber das Geld anderer: Finger weg!

Frau Merkel und die SPD etc sowieso haben total versagt, als sie zuliessen, dass der EZB von Schuldenländern statt Geberländern kontrolliert wird:

Zusammenstellung der Mitglieder des EZB

Präsident Mario Draghi (ehemals Wetbank und Goldman Sucks, ITALIEN, bankrott)

Vize-Präsident Vitor Constâncio (PORTUGAL, bankrott)

EZB Mitglied Benoît Cœuré (FRANKREICH, bankrott)

EZB Mitglied Peter Praet (BELGIEN, bankrott)


EZB Mitglied Junior Jörg Asmussen (DEUTSCHLAND wegen Hilfe bankrott)

plus die Präsidenten/Gouverneure der EZB Zentralbanken (Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien,...)

Deutschland hat sich reinlegen lassen bei der Vergabe des Präsidentenposten: Draghi sei geldpolitisch disziplinierter als die Deutschen, so hiess es, als Weber abmontiert und weggelockt wurde. Nein, nicht der Ort (Frankfurt), sondern der Kopf der EZB (mehrheitlich Empfängerländer) entscheidet!

Wenn es jetzt nicht gelingt, Draghi et al an die Reissleine zu bekommen, dann zerstoert die EZB die Zukunft Europas.

Wenn der ESM nicht gestoppt wird, treiben die Goldman Sucks und Konsorten das Spiel noch dreister!

Helft, den Ewigen Schulden Mechanismus EWS zu stoppen und klickt auf

http://www.abgeordneten-check.de/email/unentschieden/69.html

http://www.stop-esm.org/home

EZB_FED_BoE_Finanzvandalismus

11.09.2012, 10:04 Uhr

Die ganz großen Betrügereien der Zentralbanken, Finanzoligarchie und der Kleptoplutokratie liegen tiefer:



Betrug 1:
Fiatschuldgeldsystem - Schaffen von Papier/Giralgeld buchgstäblich aus dem Nichts!



Betrug 2:
Fractional Reserve Banking 1;30-1:100! 
Für jedes Stück existentes Geld wird von der Bank ein Vielfaches aus der Luft geschaffen und als Darlehen dem Kunden gegeben.



Betrug 3:
Die private 'Federal Reserve’ und die privaten Banken können durch Ausdehnung und Kontraktion der Geldmenge beliebig Zyklen von Inflation und Deflation erzeugen (tun aber so, als ob sie diese verhinderten!).



Betrug 4:
Inflation = Geldvermögen wird wertlos gemacht

Deflation = Sachvermögen werden wertlos gemacht



Betrug 5:
Kleptoplutokraten kaufen immer mehr Vermögen der Bevölkerung mit dem wertlosen Papiergeld auf, daß sie der Bevölkerung aufgeschwatzt hatten.



Betrug 6:
Zins- und Zinseszins oder äußerer Krieg ruinieren den Staat zuletzt und die Rothschilds etc fangen das Spiel von neuem an!

ZentralbankenSindVerursacher

11.09.2012, 10:06 Uhr

Für die, die die Geldgeschichte nocht nicht ausreichend studiert haben: 



Die Zentralbanken sind nicht die Retter, sondern die VERURSACHER des Weltgeldbetrugsystems. Sie schufen das Fiatschuldgeld, die Wertschöpfung aus dem Nichts gespikt mit Zins- und Zinseszins, das Fractional Reserve Banking usw!



Sie haben mit ABSICHT den Derivat- und Schuldenberg so unglaublich aufgeblasen, dass er explodieren muss (und soll!), damit die gewollte Weltkrise die Weltkorporation und Weltregierung einleitet.

Viele wissen nicht einmal, dass die amerikanische Federal Reserve nicht staatlich sondern ein privates (!) Bankenkartell ist, und zwar das dritte, das die USA gehabt haben (1791-1811: Hamilton versus Jefferson und Madison; 1816-1836: Jackson (‘the president who killed the (Central) Bank!’; ‘Federal Reserve’ 1913 bis noch jetzt) und die die USA in den 1. und 2. Weltkrieg gedrangt haben und von Kleptoplutokraten geleitet werden.
Das ist so, wie wenn man einen Pyromanen in der Feuersnot um Hilfe bittet!

Die Federal Reserve ist genausowenig staatlich wie der Federal Express!

Mehr Details zu diesem wichtigen Thema zu finden bei


http://www.youtube.com/watch?v=z1_L30JXpaY

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