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03.09.2012

15:09 Uhr

Euro-Kurs

Gemeinschaftswährung hält sich stabil

Der Euro ist zum Wochenauftakt stabil um 1,2575 Dollar geblieben. Nun verlagert sich der Fokus der Investoren auf die Europäische Zentralbank (EZB). Analysten rieten zur Vorsicht angesichts der unsicheren EZB-Pläne.

Aus technischer Sicht hat der Euro Potenzial bis 1,2680 Dollar. dpa

Aus technischer Sicht hat der Euro Potenzial bis 1,2680 Dollar.

FrankfurtEuro-Investoren haben ihren Blick zu Wochenbeginn weg von der Fed und verstärkt auf die EZB gerichtet. In Erwartung eines Kaufprogramms von Anleihen europäischer Schuldenstaaten durch die Europäische Zentralbank blieb die Gemeinschaftswährung stabil um 1,2575 Dollar. Am Freitag war der Euro in Reaktion auf eine Rede von Fed-Chef Ben Bernanke auf ein Acht-Wochen-Hoch von 1,2638 Dollar gestiegen. Einige Investoren hatten zuvor auf unmittelbare neue Fed-Hilfen gesetzt. Von deren Enttäuschung profitierte der Euro.

Aus technischer Sicht habe der Euro Potenzial bis auf 1,2680 Dollar, sagten Analysten. Angesichts der hohen Unsicherheit über das weitere Vorgehen der EZB rieten sie jedoch zur Vorsicht. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass Anleger jedweden Anstieg des Euro nutzen, um Gewinne mitzunehmen", sagte Währungsstratege Jeremy Stretch von CIBC World Markets.

EZB-Chef Mario Draghi will am Donnerstag sein Konzept für neue Staatsanleihenkäufe vorstellen. Vor allem für Spanien und Italien sollen damit die Refinanzierungskosten gesenkt werden. Bundesbank-Chef Jens Weidmann hat dieses Vorhaben scharf kritisiert, steht aber innerhalb des EZB-Rats mit seiner Position weitgehend allein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte unterdessen vor falschen Erwartungen an die Zentralbank gewarnt.

Auch Analysten blieben zurückhaltend. „Neben dem Plan für Anleihekäufe wird es auch Aktualisierungen zu den Wachstums- und Inflationsprognosen geben", sagte Stretch. „Da gibt es durchaus Enttäuschungspotenzial." Für Draghi dürfte es ohnehin schwierig werden, schon Details zu seinen Plänen preiszugeben. Immerhin verlangt er, dass hilfsbedürftige Länder sich zunächst unter den europäischen Rettungsschirm begeben. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe muss allerdings noch darüber entscheiden, ob der Rettungsfonds ESM überhaupt rechtmäßig ist. Dieses Urteil wird am Mittwoch nächster Woche erwartet.

Unter den anderen Währungen fiel vor allem der australische Dollar auf: In Reaktion auf enttäuschende Konjunkturdaten aus China gab er um 0,4 Prozent bis auf 1,024 Dollar nach. Das ist der niedrigste Stand seit sechs Wochen. Die Industrie der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hat sich im August überraschend schwach entwickelt. Der chinesische Einkaufsmanagerindex fiel im August überraschend auf 49,2 (Juli: 50,1) Punkte. Damit signalisiert er schrumpfende Aktivitäten im produzierenden Gewerbe des weltweit größten Energieverbrauchers.

Am Rentenmarkt lief das Geschäft ruhig. Der richtungsweisende Bund-Future notierte elf Ticks niedriger bei 143,91 Zählern. Die Rendite auf spanische zehnjährige Anleihen gab leicht nach auf 6,89 (spätes Vorwochengeschäft: 6,92) Prozent. Das produzierende Gewerbe des von hohen Schulden geplagten Landes hat sich im August etwas besser geschlagen als noch im Juli.

Der Einkaufsmanagerindex verbesserte sich auf 44 Punkte - damit signalisiert er zwar immer noch eine Schrumpfung der Industrie, allerdings verzeichnete die Statistik im Juli nur 42,3 Punkte. Erst ein Wert über 50 Punkten deutet auf Wachstum hin. Zehnjährige italienische Anleihen rentierten mit 5,81 (spätes Vorwochengeschäft: 5,87) Prozent.

Von

rtr

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