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04.12.2014

18:08 Uhr

Euro und Dollar

Zittriger Markt lässt Trader jubeln

Die hohen Schwankungen am Devisenmarkt erfreuen vor allem Trader, denn ohne Volatilität können sie kaum Gewinne einfahren. Zum Ende des Jahres kommt der Markt richtig in Fahrt, was nicht nur an der Geldpolitik liegt.

Hektisches Getummel an der Börse. Devisenhändler mögen es, wenn es, wenn die Kurse schwanken. AFP

Hektisches Getummel an der Börse. Devisenhändler mögen es, wenn es, wenn die Kurse schwanken.

LondonErstmals seit dem Jahr 2010 können Devisenhändler derzeit einem Jahresende mit Handelsgewinnen entgegenblicken. Etwa seit der Jahresmitte steigen am internationalen Devisenmarkt wieder die Volatilitätsbarometer. Zuvor wurden im Juli die niedrigsten Erträge im internationalen Devisenhandel überhaupt gemessen.

Jetzt hat die wiedergekehrte Volatilität einen Index, der die Erträge am Devisenmarkt misst, um 2,1 Prozent über das Rekordtief gehoben. Maßgeblich verantwortlich für den Trend ist der wieder kräftig erholte US-Dollar. Am Markt macht sich die Erwartung breit, dass der Greenback als liquideste Währung der Welt auch im Gesamtjahr 2015 steigen wird, womit sich auch die Chancen auf Überschüsse aus dem Devisenhandel weiter verbessern würden.

Wie Anleger in den Devisenmarkt investieren können

Zertifikate

Über Zertifikate können Kleinanleger auf die Entwicklung ganz verschiedener Währungspaare wetten. Besonders beliebt ist das Verhältnis Euro zu Dollar. Je nach Art des Zertifikats steigt das Risiko. Während es bei Zinszertifikaten vergleichsweise begrenzt ist, spielen die Anleger mit verschiedenen Hebelprodukten wie den sogenannten Knock-Outs alles oder nichts. Sollte der Basiswert, also der Devisenkurs, während der Laufzeit die festgelegte Knock-Out-Schwelle durchbrechen, ist die Wette verloren. Geht der Plan auf, winkt wegen der Hebelwirkung des Zertifikats der große Gewinn.

Optionen

Optionen ermöglichen mit geringem Einsatz hohe Gewinne - bei gleichzeitig hohem Risiko. Wer eine Option kauft, geht ein Termingeschäft ein. Der Käufer erwirbt das Recht, eine Währung zu einem festen Kurs und innerhalb einer festgelegten Frist einzutauschen. Der Reiz daran ist, dass er für die Option nur einen Bruchteil des eigentlichen Wertes bezahlen muss, gewissermaßen als Pfand. Durch den kleinen Einsatz ist eine extreme Hebelwirkung möglich. Optionsgeschäfte sind im Devisenhandel weit verbreitet. Im Internet bieten Broker diese Wetten auch für Privatanleger an. Die Angebote unterscheiden sich deutlich bei Gebühren, dem maximal möglichen Hebel oder der Differenz zwischen An- und Verkaufskursen. Unerfahrene Anleger sollten lieber die Finger davon lassen.

Direkthandel

Den direkten Zugang zur großen, weiten Welt der Währungen bieten Online-Plattformen wie Alpari oder Forex Capital Markets (FXCM). Nach vorsichtigen Schätzungen liegt die Zahl der Nutzer in Deutschland zwischen 50.000 und 70.000. Der Handel funktioniert in erster Linie über Hebelprodukte, mit denen man schon auf winzige Änderungen bei der vierten oder fünften Nachkommastelle wetten kann. Die Zugangsschwelle für Privatanleger ist niedrig, weil die Transaktionskosten sehr gering sind. Wer 10.000 Dollar kauft, zahlt bei manchen Brokern gerade mal zwei Dollar Gebühr.

Währungskonten

Einige Banken bieten ihren Kunden sogenannte Währungsanlagekonten an. Das Prinzip ist einfach. Der Anleger verschiebt eine Summe X auf sein Währungskonto - ähnlich wie bei einem Tagesgeldkonto, nur in einer anderen Währung. Wechselt er sein Geld etwa in Franken, bleibt es geschützt, falls der Euro gegenüber der Schweizer Währung fallen sollte. Neben der möglichen Aussicht auf Wechselkursgewinne lockt bei manchen Angeboten zusätzlich ein fester Zins.

Devisenfonds

Erst seit 2004 dürfen Fondsgesellschaften Währungsgeschäfte nicht nur zur Kurssicherung, sondern auch als eigenes Anlageprodukt anbieten. Bei den Fonds unterscheidet man aktive und passive. Aktiv heißt, dass ein Manager den Devisenfonds verwaltet. Er investiert in Geldmarktpapiere - das sind kurz laufende Anleihen - unterschiedlicher Währungen oder schließt Devisentermingeschäfte ab. Die passive Variante funktioniert über börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF). Hier profitiert der Anleger von der Entwicklung eines bestimmten Währungskorbs. ETFs kosten weniger Gebühren, können aber nicht auf überraschende Veränderungen reagieren. Auf dem deutschen Markt stehen rund 60 Devisenfonds zur Auswahl.

Aktien/Anleihen

Um indirekt von Währungseffekten zu profitieren, können Anleger auch Aktien oder Anleihen aus anderen Ländern kaufen. Neben möglichen Kursgewinnen winken Wechselkursgewinne, vorausgesetzt natürlich der Euro verliert zur jeweiligen Fremdwährung weiter an Wert.

„Im Devisenhandel wird es wieder großartige Möglichkeiten geben“, brachte es Gründer und Präsident Axel Merk von Merk Investments in Palo Alto in Kalifornien auf den Punkt. Er habe kürzlich an einer Konferenz mit einigen institutionellen Deviseninvestoren teilgenommen, „und überall war wieder dieses entspannte Lächeln zu sehen. Endlich ist die Volatilität wiedergekehrt“, sagte er.

Noch zu Jahresmitte sah die Lage allerdings komplett anders aus. Die Schwankungen am Devisenmarkt wurden von den beispiellosen unkonventionellen Lockerungen der Notenbanken nahezu unterdrückt, und Händler konnten in diesem Umfeld kaum Gewinne erzielen. Erst jetzt, mit der wachsenden Spekulation auf die Zinswende in den USA, kehrt die in diesen Kreisen so beliebte Volatilität in den Markt zurück. Die Notenbank Federal Reserve würde bei einer Entscheidung für steigende Leitzinsen erstmals seit der Finanzkrise wieder die geldpolitische Zügel straffen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

04.12.2014, 18:20 Uhr

Eine der Folgen des anhaltenden Währungskrieges als Bestandteil des Wirtschaftskrieges.
Der begann erst schleichend, dann zunehmend nach der 08-Krise mit der Runterwertung des US-$, sodann anderer Währungen, dann des Yen und nun des Euro.

Das wird sich wieder geben, wenn alle am Boden liegen werden . Dann gibt es Fundamentaleres zu tun.

Edi Haas

05.12.2014, 08:45 Uhr

"Das wird sich wieder geben, wenn alle am Boden liegen werden. Dann gibt es fundamentaleres zu tun."

Seien Sie doch nicht so negativ,am Ende des Tunnels leuchtet doch immer ein Licht :)

Herr Frank Bauer

05.12.2014, 17:53 Uhr

Zittriger Markt ? Wer zittert ? Wer hat Angst ? Wenn man nix zu schreiben hat , dann kann man es doch auch einfach mal lassen

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