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26.05.2015

16:51 Uhr

Euro unter 1,09 Dollar

Euro-Krise und Yellen drücken den Euro

Ein Linksruck in Spanien und weitere Ungewissheit über Griechenland setzen den Euro unter Druck. Belastet wird die Währung außerdem von Aussagen der Fed-Präsidentin Janet Yellen. Der Dollar hingegen gewinnt an Wert.

Der Euro ist am Dienstag unter Druck geraten. dpa

Eurokurs

Der Euro ist am Dienstag unter Druck geraten.

FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Dienstag in Folge der Regionalwahlen in Spanien unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung rutschte am Dienstag unter die Marke von 1,09 Dollar. Zuletzt wurde der Euro mit 1,0888 Dollar bewertet.

Belastet wurde der Euro laut Händlern durch den Ausgang der Regionalwahlen in Spanien, die in vielen Regionen zu Verlusten der regierenden Konservativen geführt hat. Wahlerfolge erzielten hingegen die linken Parteien. Zudem bleibt weiter völlig offen, ob Griechenland die nächste Tilgung für fällige Kredite leisten kann.

„Der Euro wird gleich von zwei Seiten in die Zange genommen“, sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Auf der einen drücke die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren vorgezogenen Anleihekäufen und auf der anderen komme Druck aus der europolitischen Ecke. Vor allem die Sorgen über eine Griechenland-Pleite seien „weiterhin omnipräsent“ und die Zeit werde immer knapper.

Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hatte sich negativ zum Beharren der Gläubiger auf weiteren Sparmaßnahmen geäußert. Seine Regierung werde sich nicht auf Schritte einlassen, die sich über fünf Jahre hinweg als schlimmer als die Krise erwiesen hätten. Griechenland muss dem Internationalen Währungsfonds am 5. Juni 300 Millionen Euro zurückzahlen.

Belastet wird der Euro außerdem seit Freitag auch der Fed-Präsidentin Janet Yellen, die eine Zinswende im laufenden Jahr ankündigte. „Die Aussagen von Yellen in der Vorwoche, wonach eine Zinserhöhung angemessen wäre, haben dem Dollar ohne Zweifel zu Auftrieb verholfen“, sagte Sue Trinh, Währungsstrategin der Royal Bank of Canada in Hongkong. Die US-Notenbankchefin hatte die erste Zinserhöhung seit 2006 in Aussicht gestellt, sofern die Konjunktur im laufenden Jahr weiter zulegen sollte.

Heute veröffentlichte Wirtschaftsdaten deuteten auf eine langfristige Erholung hin. Im April waren die Aufträge für Investitionsgüter insgesamt zwar zurückgegangen, in der Kernrate – ohne Flugzeuge und Rüstung – aber um 1,0 Prozent gestiegen. „Das war eine extrem gute Zahl und sie zeigt, dass die US-Wirtschaft deutlich besser in das zweite Quartal gestartet ist“, sagte eine Händlerin. Damit steige die Aussicht auf bald steigende Zinsen noch in diesem Jahr.

Von

dpa

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