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12.06.2012

18:29 Uhr

Euro unter Druck

Griechenland-Wahl verunsichert Anleger

Kurz vor der Wahl in Griechenland suchen die Anleger nach Sicherheit und setzen auf den Dollar. Der Eurokurs ist deshalb deutlich unter die Marke von 1,25 US-Dollar gefallen.

Der Euro ist deutlich unter die Marke von 1,25 US-Dollar gefallen. Reuters

Der Euro ist deutlich unter die Marke von 1,25 US-Dollar gefallen.

FrankfurtDer Eurokurs ist am Dienstag stark unter Druck geblieben und deutlich unter die Marke von 1,25 US-Dollar gefallen. Vor der am Sonntag in Griechenland anstehenden Wahl suchen die Anleger nach Sicherheit und in den Dollar umschichten, wie Händler sagten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,2443 US-Dollar gehandelt. Nach einer kurzzeitigen Erholung war sie im Mittagshandel zwischenzeitlich noch bis auf 1,2529 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2492 (Montag: 1,2544) Dollar festgesetzt.

„Die am Sonntag anstehende Wahl in Griechenland hat eine Flucht in als wirklich sicher geltende Anlagen ausgelöst“, sagte Marc Burgheim, Leiter des Devisenhandels bei der BayernLB. Das Ergebnis der Wahl sei sehr schwer zu prognostizieren. Sollten am Sonntag die Gegner des Sparpakets die Wahl gewinnen, dann könnte dies zu einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion führen. „Wie stark die Verunsicherung ist, zeigt sich nicht nur an den starken Verkäufen von spanischen und italienischen Staatsanleihen“, sagte Burgheim. „Mittlerweile werden auch die als bisher sicher geltenden deutschen Anleihen verkauft.“ Stark nachgefragt werde neben dem Dollar auch das Gold.

„Das am Wochenende kurzfristig beschlossene Hilfspaket für Spanien sei in diesem Umfeld ohne positive Wirkung geblieben“, sagte Burgheim. An den Märkten wurden zudem Zweifel an der Hilfe für Spanien-Hilfe laut, da viele Einzelheiten noch ungeklärt sind. „Bis zum Sonntag wird der Euro unter Druck bleiben“, erwartet Burgheim. Bei einem Sieg der Reformgegner könnte der Euro dann rasch bis auf 1,20 US-Dollar zurückfallen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80385 (Vortag: 0,80770) britische Pfund, 99,40 (99,60) japanische Yen und 1,2012 (1,2010) Schweizer Franken fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.603,50 (1.584,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 40.150,00 (39.960,00) Euro.

Von

dpa

Kommentare (1)

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seniorbanker

13.06.2012, 08:34 Uhr

Nach der Wahl ist vor der Wahl,
das Debakel um die EU-Währungsunion ist damit bestimmt nicht zu Ende, sondern es ist nur die nächste Runde eingeläutet. Danach kommt Spanien an die Reihe usw.
Ulrich Fielitz

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