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11.07.2011

10:08 Uhr

Euro-Verfall

Gold ist so teuer wie nie

Schafft Italien den Wandel zu soliden Staatsfinanzen? Anleger sind skeptisch. Unsicherheiten auf den Märkten belasten den Euro. Das kümmert Gold-Investoren wenig: Das Edelmetall ist aktuell so teuer wie niemals zuvor.

Wohl dem, der so einen Schatz hat: Gold ist aktuell für Euro-Anleger so teuer wie nie. Quelle: dpa

Wohl dem, der so einen Schatz hat: Gold ist aktuell für Euro-Anleger so teuer wie nie.

Die Angst um die Werthaltigkeit der europäischen Währung macht Gold für Anleger attraktiv. Heute Morgen stieg der Goldpreis auf bis zu 1542 US-Dollar pro Unze. Das waren rund vier Dollar mehr als zum Schluss des letzten Handelstages. Auf Wochensicht lag das Plus bei vier Prozent

Einen guten Schnitt machten vor allem Anleger aus der Eurozone. Gold erzielte mit 1091,2 Euro pro Unze einen neuen Rekordpreis.

Ein Grund für den Boom ist der schwache Eurokurs. Die Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf Italien belastet die Gemeinschaftswährung. Der Euro fiel heute auf ein Tagestief von ,4134 Dollar und notierte damit über einen Cent niedriger als am Freitagabend.

„Was immer an den Spekulationen auch dran ist, sie zeigen letztlich Zweierlei. Erstens sind für den Finanzmarkt die Probleme bezüglich der Schuldenkrise keinesfalls gelöst. Und Zweitens wird zügig eine Lösung gebraucht. Dass es dazu kommt, ist aber unwahrscheinlich“, fasste die Commerzbank zusammen.

Der Euro gab auch zum Schweizer Franken deutlich nach. Mit 1,1844 Franken notierte die Gemeinschaft unter dem Freitagsschluss von 1,1890 Franken.

Am Rentenmarkt flüchteten sich erneut viele Anleger in die vermeintlich sicheren deutschen Bundesanleihen. Vor allem italienische Anleihen standen auf den Verkaufszetteln. So kletterte bei den zehnjährigen Papieren aus Italien die Rendite auf knapp 5,46 von 5,27 Prozent. Deutsche Bundesanleihen rentieren bei 2,8 Prozent.

Prominente Stimmen zur Schuldenkrise

Axel Weber, Ex-Chef der Bundesbank

„Ab einem bestimmten Punkt muss man seine Verluste einschränken und das System neu starten“

Horst Köhler, ehemaliger Bundespräsident und einst Chef des IWF

„Die Euro-Gruppe und das ganze europäische Projekt stehen wegen gravierender politischer Versäumnisse in der Vergangenheit vor einer nie dagewesenen Zerreißprobe.“

George Soros, Großinvestor und Präsident von Soros Fund Management

„Seien wir mal ehrlich: Wir stehen am Rand des Zusammenbruchs, der - sagen wir mal - mit Griechenland anfängt, aber sich leicht ausweiten kann.“

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

„Wir stehen vor dem realen Risiko der ersten ungeordneten Staatsinsolvenz innerhalb der Euro-Zone.“

Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pacific Investment Management Co (Pimco)

„Griechenland hat zu viele Schulden und kann nicht wachsen, solange diese Probleme nicht gelöst sind. [...] Das Land wird um eine Umschuldung nicht herumkommen.“

Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung

„Also das Geld ist verloren. Die Griechen können ja jetzt schon nicht zurückzahlen. Griechenland war im Grunde schon vor einem Jahr pleite.“

Barack Obama, US-Präsident

„Eine Spirale der Zahlungsunfähigkeit wäre eine Katastrophe.“

Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank

„Solidarität darf nicht in der Weise missverstanden werden, dass die europäischen Partner und die internationale Gemeinschaft keine andere Wahl hätten, als die Finanzierung fortzusetzen. Niemand ist erpressbar und niemand darf erpressbar sein. [...] Das Schicksal des Euro hängt nicht an Griechenland.“

Warren Buffett, Investmentlegende

„Ein Kollaps des Euro ist nicht undenkbar.“

Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und ehemaliger Chefökonom des IWF

„Die EU schiebt das Schuldenproblem nicht nur vor sich her, sondern wie einen Schneeball den Berg hinunter.“

Jean-Claude Juncker, luxemburgischer Premier und Eurogruppenchef

„Es wird keine vollständige Umschuldung Griechenlands geben. Auch der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist niemals ein Thema gewesen“.

Jim Rogers, Börsenexperte

„Lasst Griechenland pleitegehen!“

Jim O'Neill, Chef der Vermögensverwaltung bei Goldman Sachs

„Es wäre besser für die Zukunftsfähigkeit der Europäischen Währungsunion, die Restrukturierung Griechenlands schnell über die Bühne zu bringen. Wenn nicht, wird die Krise immer schlimmer und breitet sich womöglich auch auf andere Länder aus.“

Bill Gross, Manager des größten Anleihefonds der Welt

„Die Währungshüter versuchen, das Ungleichgewicht von zu hohen Schulden und zu attraktiven Zinsen auf Ersparnisse auszugleichen. Man könnte das als finanzielle Repression bezeichnen. Wir nennen es Taschendiebstahl.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

„Wenn der Euro als Ganzes in Gefahr ist, ist es das deutsche Interesse zu helfen, um den wirtschaftlichen Aufschwung nicht zu gefährden.“

Kommentare (9)

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kaielves

11.07.2011, 10:59 Uhr


Rettungsschirm?
Ja, habe ich gehört , der soll ausgeweitet werden oder so.
Aber da ist ja so eine Klage beim Gericht anhängig, die werden das vielleicht kippen.
Was, der Prozeßvertreter der Bundesregierung hat gesagt das wir kein Grundrecht auf Demokratie haben und die Beschwerde auch nicht in Ordnung ist?
Glaube ich nicht, das hätte dann man ja in der Zeitung geschrieben.

Wie hoch der Anteil von Deutschland ist?
Na, ja , jedenfalls zu hoch..(grinst)
Ob ich Konsequenzen daraus ziehe ?
Wie jetzt?
Ach, finanziell?
Nee, habe ich überlegt aber mein Versicherungsbe rater sagt das bei der Arroganz-Versicherung alles weiterhin in Ordnung ist.
Die können nicht pleite gehen, und wenn dann werden sie auch gerettet.

Mit welchem Geld? Na, nicht mit meinem , mit dem Geld der Steuerzahler.
Dann wird eben die Benzinsteuer erhöht oder irgendwas gekürzt.

Ins Internet gehe ich auch selten und schon gar nicht auf die Seiten mit den Verschwörungsth eorien.

Welche Internetseiten ich besuche?

Na, Frankfurter Allgemeine, Bild,die Kinoseite, Ebay,Amazon und Facebook-da bin ich angemeldet.

Sonst surfe ich selten andere Seiten an.
Außerdem: Im Internet kann ja jeder alles schreiben.

Gold uns Silber kaufen?
Nee, das ist ist schon viel zu teuer, das hätte man früher machen sollen.
Und außerdem , was kostet denn so ein Kilo Gold , 3000 Euro vielleicht? Was so 30.000 Euro?
Sage ich ja, viel zu teuer.
Und außerdem bringt es ja auch keine Zinsen.
Ich habe sowieso nichts übrig , geht alles für das Leben drauf , die Unterhaltszahlu ng und die Versicherungen.
Riesterrente?
Ja, habe ich letztes Jahr abgeschlossen,l ohnt sich.
Was da rauskommt? Weiß ich nicht so genau.

(aus einem Gespräch...)

CharlyW.

11.07.2011, 11:25 Uhr

Ja ja, die jahrzehntelange Verdummung trägt Früchte. Michel hat sich von der Realität abgekoppelt und arbeitet für seine Kredite für den vorgezogenen Konsum.
Besser nicht in Edelmetallen sparen, denkt er. Schon schön gestiegen. Silberzehner hätte man ja billig bekommen können, aber jetzt? Ich denke wer schlau war ist vor Jahren schon aus allem Papier raus und ins Metall rein.
Was bleibt ist sonst nur der Heizwert!

BISCHOFF

11.07.2011, 12:05 Uhr

Die oben aufgelisteten Stimmen zur Schuldenkrise / Eurokrise stellen einen kaum zu überbietenden Pool an Kompetenz dar.
Es dürfte wohl keinen Zweifel mehr geben was in den kommendn Monaten auf uns zukommt!
Da die Eurokrise in Wirklichkeit eine Bankenkrise ist wird es auch zu Haushaltskrisen, sprich zu weitläufigen politischen Krisen kommen.
Tipp: Geld ausgeben, solange es noch jemand annimmt!

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