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18.01.2005

16:47 Uhr

Eurokurs von 1,30 Dollar ist eine wichtige psychologische Marke

Kräftige Kapitalzuflüsse in USA stützen Dollar

Unerwartet starke Kapitalzuflüsse in die USA im November haben den Dollar am Dienstag etwas gestärkt. Die US-Währung wurde außerdem von der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den USA gestützt.

HB FRANKFURT. Die Netto-Kapitalzuflüsse in die USA stiegen im November auf 81,0 Milliarden Dollar von 48,3 Milliarden Dollar im Vormonat, während Analysten mit nur 55 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Die Daten dämpfen die Zweifel an der Finanzierbarkeit des enorm hohen Bedarfs der USA an Kapital aus dem Ausland etwas. Dennoch wird das rekordhohe Leistungsbilanzdefizit der USA, das im November 60,3 Milliarden Euro erreicht hatte, als Strukturproblem der USA nach Einschätzung von Analysten den Dollar weiter belasten.

Der Euro notierte am Nachmittag mit 1,3011 Dollar gut einen Viertel US-Cent unter dem New Yorker Schlusskurs vom Montag, aber noch deutlich über dem am Morgen erreichten Zwei-Monats-Tief von 1,2996 Dollar. Einige Devisenanalysten hatten mit einem stärkeren Dollar-Anstieg in Reaktion auf die Kapitalflussdaten gerechnet. „Der Kurs von 1,30 Dollar ist eine wichtige psychologische Marke, bei der Kaufinteresse am Euro anspringt“, sagte Stephan Beilke von der Landesbank Bremen.

Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,3060 (Montag 1,3097) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,3060 (1,3085) Dollar.

Spekulationen über ein schnelleres Anziehen der Leitzinsen in den USA hatten den Dollar im frühen europäischen Handel auf den höchsten Stand seit November befördert. Der Leitzins der US-Notenbank Federal Reserve überholte mit der Erhöhung auf 2,25 Prozent den der Europäischen Zentralbank im Dezember. Analysten erwarten einen weiteren Anstieg auf 3,75 Prozent bis Ende 2005, während von der EZB nur ein Zinsschritt auf 2,25 Prozent erwartet wird.

„Irgendwann muss die steigende Renditedifferenz des Dollar zum Euro dem Dollar helfen“, sagte Toshiaki Kimura, Devisenmanager von Mitsubishi Trust and Banking. „Viele glauben, dieser Wendepunkt ist nah.“ Devisenanalyst Beilke von der LB Bremen blieb skeptisch. „Die Zinsdifferenz wird wichtiger - aber das US-Leistungsbilanzdefizit spielt weiter die dominante Rolle.“

Die US-Währung konnte sich auch auf Kurse bei 102,60 Yen erholen, nachdem die japanische Währung wegen des wachsenden politischen Drucks aus Europa auf eine Aufwertung asiatischer Währungen am Montag noch ein Fünf-Jahres-Hoch zum Dollar von 101,67 Yen erreicht hatte.

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