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17.03.2014

17:34 Uhr

Eurokurse

Krim-Entspannung stützt Euro

Der Euro hat gelassen auf das Referendum auf der Krim reagiert. Der Yen dagegen verliert wieder etwas, nachdem er zuvor als sicherer Hafen angesteuert wurde. Die 1,40-Dollar-Marke könnte der Euro heute noch knacken.

Der Euro startet mit Gewinnen in die Woche. dpa

Der Euro startet mit Gewinnen in die Woche.

Frankfurt Erleichterung über die Lage auf der Krim nach dem umstrittenem Referendum über einen Anschluss der ukrainischen Halbinsel an Russland hat am Montag den Euro gestützt. Die Gemeinschaftswährung zog bis auf 1,3947 Dollar von knapp über 1,39 Dollar am Freitagabend in New York an. Auch der Dollar erholte sich und notierte am Nachmittag bei 101,61 (Freitagsschluss 101,34) Yen. Das Ergebnis des Referendums habe niemanden wirklich überrascht, erklärten die Analysten der Metzler Bank. „Drohungen aus den USA und Europa, nun schärfere Sanktionen gegen Moskau zu verhängen, erscheinen - zumindest bisher - so harmlos, dass hieraus ebenfalls kein stark negativer Einfluss auf die Kurse abgeleitet werden kann.

Über 95 Prozent der Wähler hatten sich am Sonntag für den Anschluss an Russland ausgesprochen. Die EU und die USA verhängten Sanktionen - Kontosperrungen und Reisebeschränkungen. Das klinge nicht sonderlich aggressiv, erklärte ein Händler in New York. Somit verkauften die Anleger vor allem den als sicher geltenden Yen. Nicht nur der Dollar zog zur japanischen Währung an, auch der Euro legte 0,7 Prozent auf 141,97 Yen zu.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Derweil halten viele Börsianer es für wahrscheinlich, dass der Euro bald die 1,40-Dollar-Marke noch einmal testen wird. Am Donnerstag war er mit einem 2-1/2-Jahres-Hoch von 1,3967 Dollar der Marke bereits verdächtig nahe gerückt. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi sich aber besorgt über die Euro-Stärke geäußert hatte, hatte die Gemeinschaftswährung etwas nachgegeben. Fast zeitgleich war die Krim-Krise eskaliert und hatte die Anleger aus allen als riskant geltenden Anlageklassen - die Aktien waren eingebrochen - getrieben.

Von

rtr

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