Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.07.2017

16:53 Uhr

Europäische Zentralbank

Der Euro verliert an Bedeutung

VonJan Mallien

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar im vergangenen Jahr deutlich an Boden verloren und war international weniger gefragt. Die Europäische Zentralbank sieht dafür vor allem einen Grund.

Das weltweite Ansehen der Währung ist ein wenig angeknackst. dpa

Euro

Das weltweite Ansehen der Währung ist ein wenig angeknackst.

FrankfurtDie Gründerväter des Euro wollten mit der Gemeinschaftswährung nicht zuletzt den US-Dollar herausfordern – und dessen weltweite Vorherrschaft als Leitwährung brechen. Vielleicht hatten manche den Satz des früheren US-Wirtschaftsministers John Connally im Kopf: „Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem.“

Auch 18 Jahre nach der Euro-Einführung jedoch ist der Dollar unangefochten die wichtigste Währung der Welt. Der Abstand zum Euro hat sich 2016 sogar noch vergrößert. „Der Euro hat als internationale Währung weiter an Boden verloren“, sagte EZB-Direktor Benoît Cœuré am Mittwoch bei der Vorstellung eines Reports zur internationalen Rolle des Euro. Die abnehmende Bedeutung zeige sich etwa bei internationalen Schuldenpapieren, bei Fremdwährungskrediten und Fremdwährungsschulden. Hier macht sich bemerkbar, dass immer mehr Fremdwährungskredite in Schwellenländern aufgenommen werden. Diese wiederum werden größtenteils in US-Dollar abgewickelt.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

Hauptsächlich führt die Europäische Zentralbank (EZB) den internationalen Bedeutungsverlust des Euro jedoch auf die politische Unsicherheit 2016 zurück. Das Brexit-Votum, der Regierungswechsel in den USA sowie Wahlen in einigen Euro-Ländern hätten dazu geführt, dass der Euro international weniger gefragt gewesen sei.

Nach wie vor bleibe der Euro jedoch „unangefochten die zweitwichtigste internationale Währung,“ stellte Cœuré klar. Er habe seine Position in einem Umfeld behauptet, in dem die nicht-konventionellen Reservewährungen aus den Schwellenländern immer wichtiger würden. Seinen Anteil an den weltweiten Devisenreserven konnte der Euro auf 19,7 Prozent von zuvor 19,4 Prozent sogar leicht ausbauen. Die EZB sieht dies als Zeichen dafür, dass sich der Euro als offizielles Mittel zur Wertaufbewahrung bei Turbulenzen an den Finanzmärkten behauptet habe.

Die weltweit führende Reservewährung blieb 2016 mit Abstand der Dollar. Sein Anteil an den globalen Devisenreserven ging jedoch leicht auf 64 von zuvor 65 Prozent zurück. In Zukunft könnte vor allem der Anteil des chinesischen Renminbi deutlich zunehmen, der aktuell bei etwa einem Prozent liegt. Die EZB hatte unlängst rund eine halbe Milliarde Euro an Dollar-Währungsreserven in die chinesische Währung getauscht. Aus Sicht von EZB-Direktor Cœuré war die jüngste Investition der Euro-Notenbank in den Renminbi ein erster Schritt in einer Lernkurve. Weitere Käufe seien möglich.
Auch der Euro könnte in diesem Jahr wieder etwas Boden gut machen. Nach dem Erfolg des reformorientierten Kandidaten Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich spielen an den Märkten die politischen Risiken in der Euro-Zone derzeit kaum eine Rolle. Dies könnte das internationale Vertrauen in den Euro wieder stärken.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr hartmut braune

05.07.2017, 19:56 Uhr

.......es wird mir soeben eine Bitte angetragen......ich soll......ich soll doch bitte zu dem Obigem etwas schreiben.....

......es wäre doch eines Kommentares Wert......und ich soll es machen....was für eine Ehre?

......naja.....dann versuch ich´s mal.....

...also der liebe Euro.....soll....so oben der Bericht....schwach auf der Brust sein....
sollte er doch bei der Intronisation das Kanonen-Futter.....in der Welt der Währungen sein.....sollte die erste Geige......im Orchester der Währungen spielen...

...und der Dollar......was den schon?......dieser alte Haudegen unter den Währungen.....marode.....und zeitweise.....und immer wieder.....schwach und auch dann wieder muskulös.....steht immer wieder auf.....nein.....das war sowieso der Fall......nein er ist wieder spitze.....wurde und wird doch alles in der Welt in Dollar abgerechnet und bezahlt.....
....und so haben sich viele hier und woanders verrechnet.....die glaubten..... den Ball für das Spiel..... ihn nur im Feld der Europäer zu sehen.....stramm und scharf geschossen.....und Tore auf der ganzen Welt damit zu schießen.....
...stellt sich nun heraus.....dass das nur eingeschränkt oder zum Teil garnicht der Fall ist.....sondern dass das nur der Dollar macht....
ja...und dann denkt man noch weiter zurück.....an die gute alte DM.....sie war zum Tore schießen auf der Welt.....sie war die Ersatzwährung nach dem Dollar.....

....und wenn ich heute nach Skandinavien komme......fragen mich die Schweden....warum habt ihr das getan.....ja dann muß ich erklären und erläutern....dass das eine politische Vorgabe war.....für diesen Raum....den europäischen Raum.....sollte er die Völker....über Jahrhunderte verfeindet.....zusammenführen.....unter einer Kuppel....

und so gehen wir doch meist auseinander......mit fragenden Blicken.....wie´s weitergeht.......haben sie verstanden dort oben.....

....sind aber nicht glücklich damit.....was wir uns hier haben einfallen lassen.....

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×