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04.01.2007

11:50 Uhr

Experten beobachten Entwicklung China

Stagnierender Goldpreis sorgt für wachsende Skepsis

Im Dezember hat Gold an Attraktivität verloren und hinkte bei der Performance den Aktien hinterher. Der Preis des Edelmetalls fiel um 1,7 Prozent auf 636,70 Dollar je Unze, während der World Index von Morgan Stanley Capital International zwei Prozent zulegte. Über die weitere Entwicklung des Goldpreises gehen die Ansichten allerdings auseinander.

HB DÜSSELDORF. „Es hat den Anschein als würde der Gold-Rally die Puste ausgehen“, sagt Ralph Preston, Rohstoffanalyst beim Futures-Broker Heritage West Financial in San Diego. „Ich sehe kein weiteres Kaufsignal, solange der Preis nicht die Marke von 665 Dollar entscheidend durchbricht. Derzeit gibt es keinen Grund für einen weiteren Anstieg.“

Im vergangenen Jahr war Gold vor allem als sicherer Hafen vor steigenden Preisen, dem schwachen Dollar und politischen Unsicherheiten im Iran und in Nordkorea gefragt. Der Preis erreichte Mitte Mai ein 26-Jahres-Hoch von 730,40 Dollar. Mitte des Jahres brachen die Notierungen dann bis auf knapp 560 Dollar ein. Gestern notierte Gold in London bei 640 Dollar.

„Die Entwicklung des Goldpreises hat uns enttäuscht", sagt Christoph Eibl von Tiberius Asset Management. „Alle Argumente haben für einen höheren Goldpreis gesprochen, aber dann ist nichts passiert.“ Louise Yamada, Direktorin bei Yamada Technical Research Advisors LLC in New York, geht indes nach wie vor davon aus, dass der Goldpreis in diesem Jahr 730 Dollar erreichen und innerhalb eines Jahrzehnts bis auf 3 000 Dollar hochschnellen wird. Sie sieht in dem Rückgang eine gute Kaufgelegenheit. Yamada, die von 2001 bis 2004 in einer Umfrage der Zeitschrift Institutional Investor zur besten technischen Analystin der Wall Street gekürt wurde, verweist vor allem auf die feste Verbindung der Dollarschwäche zu höheren Goldpreisen. Bei fünf der letzten sechs Bärenmärkte für den Dollar verteuerte sich Gold.

Auch Graham Birch und Evy Hambro, Fondsmanager des Merrill Lynch World Gold Fund, sind optimistisch. Neben den anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten begründen sie ihre Zuversicht mit dem steigenden Interesse an Gold zu Diversifizierungszwecken. Kritisch beäugt werde etwa China und eine mögliche Änderung der dortigen Währungsreserven. Wenn China seine Goldbestände auf nur zwei Prozent seiner gesamten Währungsreserven anheben würde, müsste das Land rund 400 Tonnen Gold kaufen. Das aber hätte „zweifellos drastische Auswirkungen“ auf den Goldpreis, urteilen die Merrill-Experten.

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