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18.01.2005

10:50 Uhr

Experten stufen jüngste Abschwächung als vorübergehende Korrektur ein

Juncker hebt Euro wieder über 1,30 Dollar

Der Euro notiert am Dienstag im frühen europäischen Handel knapp über der Marke von 1,30 Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich unter diese Marke gefallen ist. Aussagen des amtierenden EU-Ratspräsidenten Jean-Claude Juncker haben dem Euro Marktexperten zufolge geholfen.

HB FRANKFURT/M. Der Chef der Euro-Gruppe hat gesagt, der Stabilitätspakt werde nicht aufgeweicht. Die Aussagen seien exakt in dem Moment gekommen, als der Euro erstmals seit zwei Monaten unter 1,30 Dollar fiel.

Der Kurzfrist-Trend spreche derzeit gegen den Euro: Die Euro-Bären setzten auf Aufwärtsdruck der asiatischen Währungen, auf Schritte zu einem Abbau der US-Defizite und auf die Zinsdifferenz. Auf der anderen Seite kauften chinesische Adressen den Euro bei 1,30 Dollar, heißt es im Markt.

Händler meinen, mit dem neuen Zweimonatshoch des Dollar weite sich die Korrektur der Dollar-Baisse aus. Sollte der Euro den Bereich von 1,30/1,2920 Dollar nachhaltig unterschreiten, seien weitere Anschlussgewinne aus mittelfristiger Sicht drin, heißt es im Handel. Dann wäre der 2002er Aufwärtstrend bei 1,29 bis 1,28 Dollar gefährdet, daraus ließen sich Ziele von 1,18 Dollar ableiten. Nach oben treffe der Euro bei 1,3130 Dollar auf Widerstand.

Die Volkswirte und Währungsstrategen großer internationaler Banken rechnen trotz der jüngsten Abschwächung des Euro-Kurses damit, dass die europäische Einheitswährung in nächster Zeit neue Höchststände markieren wird. Der Euro notierte noch zum Jahresende 2004 auf über 1,36 Dollar. Thomas Mayer, Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht den Euro auf 1,40 bis 1,50 Dollar steigen. „Bevor es den USA gelingt, das hohe Defizit im Außenhandel zu korrigieren, wird der Abwärtsdruck auf den Dollar anhalten“, sagte Mayer dem Handelsblatt. Aus dem gleichen Grund erwartet auch sein Kollege Jörg Krämer von der Hypo-Vereinsbank, dass der Euro noch bis gut 1,40 Dollar steigen wird. Selbst die Volkswirte von Morgan Stanley und der Bank of America, die den Dollar bereits für deutlich unterbewertet halten und die üblichen Argumente für einen fallenden Dollar als nicht stichhaltig ansehen, rechnen damit, dass der Devisenmarkt den Euro dennoch auf neue Hochststände treiben wird.

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