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20.02.2012

14:36 Uhr

Exportstopp als Grund

Preis für Rohöl klettert auf Hoch

Der Ölpreis ist an den Börsen auf ein Neun-Monats-Hoch gestiegen. Grund sind der Exportstopp Irans und die Griechenland-Hilfe. Ein Barrel der Sorte Brent wurde am Montagmittag in London für 120,80 Dollar gehandelt.

Öllager in Rotterdam: Die Rohölpreise steigen auf ein neues Hoch. dpa

Öllager in Rotterdam: Die Rohölpreise steigen auf ein neues Hoch.

LondonRohöl kostet an den internationalen Börsen so viel wie seit rund neun Monaten nicht mehr. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent wurde am Montagmittag in London für 120,80 Dollar gehandelt. Das waren 1,22 Dollar mehr als zu Handelsschluss am Freitag. Ein Barrel der in New York gehandelten Sorte Light Sweet Crude kostete im elektronischen Handel 105,35 Dollar, 2,11 Dollar mehr als am Freitag.

Als Grund nannten Händler und Analysten das Vorgehen des Iran im Atomstreit. Das Land war dem von der EU beschlossenen Ölembargo am Sonntag zuvorgekommen und will Öllieferungen an französische und britische Firmen stoppen. Die betroffene Menge ist zwar verschwindend gering, die Börsianer werteten den Schritt aber als Drohung gegen andere EU-Staaten wie Italien, Spanien und Griechenland, die stärker von iranischem Öl abhängig sind. Am Montag drohte der Iran genau dies an. Das Land ist der viertgrößte Ölexporteur der Welt.

Die Ölpreise stiegen nach Ansicht der Analysten und Händler aber auch, weil die Chancen für eine starke Wirtschaft gut seien. Als Indiz dafür nannten sie den für Montagabend erwarteten Beschluss der EU-Finanzminister, weitere Milliardenhilfen für Griechenland freizugeben. Hinzu kommen gelockerte Bestimmungen für Banken in China, aufgrund derer diese nun mehr Kredite vergeben können - was die Wirtschaft ebenfalls befeuern könnte.

In Deutschland könnte der hohe Ölpreis weiter steigende Spritpreise bedeuten. Schon in den vergangenen Wochen hatte der Benzinpreis an seinem Rekordhoch von April 2008 gekratzt. Bei Diesel ist der Abstand zum Rekordstand von Juli 2008 noch etwas höher.

Von

afp

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