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03.11.2011

19:09 Uhr

EZB-Entscheidung

Überraschende Zinssenkung drückt Euro

Die erste Zinssenkung der EZB seit 30 Monaten hat die Anleger am Devisenmarkt überrascht. Die meisten Analysten hatten mit gleichbleibenden Zinsen gerechnet. Der Euro gab bis auf 1,3660 Dollar nach.

Der Euro gab heute deutlich nach. Imago

Der Euro gab heute deutlich nach.

FrankfurtMit der ersten Zinssenkung seit Mai 2009 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Anleger am Devisenmarkt kalt erwischt. „Das war eine totale Überraschung“, sagte DZ-Bank-Analystin Dorothea Huttanus. Der Euro gab bis auf 1,3660 Dollar nach - Spekulationen auf ein Auseinanderbrechen der Regierung in Athen hatten die Gemeinschaftswährung zuvor noch über 1,38 Dollar getrieben. Im Kampf gegen die Schuldenkrise und eine drohende Rezession hat die EZB unter dem neuen Präsidenten Mario Draghi den Leitzins auf 1,25 von zuvor 1,5 Prozent gesenkt. Die meisten Analysten hatten mit gleichbleibenden Zinsen gerechnet.

„Der Schritt zeigt, wie beunruhigt die Währungshüter sind. Sie nehmen die Konjunkturrisiken, die von Staatsschuldenkrise ausgehen, sehr ernst“, urteilte Jörg Krämer, Commerzbank-Chefvolkswirt. „Der neue EZB-Präsident Draghi nimmt dafür auch in Kauf, das Etikett einer Zinstaube angeheftet zu bekommen. Das unterstreicht den Ernst der Lage.“

Draghi hatte nach dem Zinsentscheid erklärt, dass die EZB ihre Wachstumsprognose für 2012 „sehr wahrscheinlich“ senken werde. Der konjunkturelle Ausblick sei weiter von hoher Unsicherheit belastet. „Die Euro-Zone steht quasi am Rande einer Rezession. Das wird längerfristig den Euro schwächen“, sagte Antje Praefcke, Devisenanalystin bei der Commerzbank.

Bis zum späten Nachmittag machte der Euro wieder etwas Boden gut und notierte bei 1,3770 Dollar. Anleger schöpfen Hoffnung, da das umstrittene Referendum in Griechenland über das neue internationale Hilfspaket doch noch abgesagt wurde. Der unter Druck stehende griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat sich zuletzt offen für die Bildung einer Übergangsregierung gezeigt. Papandreou sei bereit, Gespräche darüber aufzunehmen, sagte ein Regierungsvertreter am Nachmittag in Athen.

Kommentare (3)

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schlingel

03.11.2011, 20:09 Uhr

Und ab gehts, Draghi startet seinen Heli...

Amen

04.11.2011, 05:25 Uhr

Bis der Euro seinen idealen Wechselkurs von 1,20 zum US-Dollar erreicht hat wird noch dauern.
Für Mehrheit der Euro-Länder ist der Euro z.Z. überbewertet. Es gibt Euro-Länder die eine Jugendarbeitslosigkeit von mehr las 40% haben.
Wer nicht zufrieden ist kann aus dem Euro und EU aussteigen.
Also runter mit dem Euro! Bis auf 1,20 zum US-Dollar!

Arminius

04.11.2011, 05:35 Uhr

@ schlingel,
Ein Trost ist dass die Löhne in Deutschland um circa 10% innerhalb der nächsten 2 Jahren steigen sollen, daher ist eine Korrektur des Wechselkurs des Euro möglich ohne dass wir, Lohnempfänger, einen Kaufkraftverlust erleben.
Schlecht für die deutsche Industriekonquistadoren die alles in nicht Euro-Europa gerne wieder in deutsche Hand bringen würden.
Man muss nicht unbedingt Panzer und Stukas einsetzen um den notwendigen Lebensraum von den Nachbarländern zu erobern.

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