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12.11.2015

13:35 Uhr

EZB kämpft gegen Falschgeld

So sieht der neue 20-Euro-Schein aus

Mit einem neuen Zwanziger will die Europäische Zentralbank Geldfälschern das Leben erschweren. Das ist auch dringend notwendig: In Deutschland wird nur eine Banknote noch häufiger illegal nachgemacht.

Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank, präsentiert einen neuen 20-Euro-Schein. dpa

Neue Scheine braucht das Euroland

Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank, präsentiert einen neuen 20-Euro-Schein.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank hat den neuen 20-Euro-Schein vorgestellt. Dank zusätzlicher Sicherheitsmerkmale wird die neue Banknote Geldfälschern die Arbeit deutlich erschweren. Vor allem das neue Hologramm-Fenster dürfte nicht ohne weiteres nachzuahmen sein, ist Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele überzeugt: „Mit dem neuen Zwanziger ist ein Meilenstein in der Banknoten-Technologie gelungen.“

Hält man die Banknote gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig und es erscheint ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa, das von beiden Seiten des Geldscheins zu erkennen ist, wie Thiele am Donnerstag in Frankfurt erklärte. „Das Sichtfenster lässt sich mit einer Farbkopie nicht herstellen.“

Zehn Fakten zum neuen 20-Euro-Schein

Neue Banknote, die Dritte!

Ab 25. November bringt die Europäische Zentralbank neue 20-Euro-Scheine in Umlauf. Nach dem 5-Euro-Schein und dem 10-Euro-Schein ist es die dritte Neuauflage einer Euro-Banknote. Die überarbeiteten Scheine sollen die Währung fälschungssicherer machen.

Scheine über Scheine

Derzeit befinden sich 3265 Milliarden Zwanziger im Umlauf. Rechnet man alle zusammen, kommen sie auf einen Gesamtwert von 65,3 Milliarden Euro. Das liegt noch über dem Börsenwert von BMW. Wer lieber in Tech-Unternehmen anlegen will, könnte sich damit Uber und Snapchat leisten.

So schwer wie zehn Jumbojets

Ein 20 Euro-Schein wiegt 0,81 Gramm. Das Gesamtgewicht aller 20 Euro-Scheine im Umlauf beläuft sich auf etwa 2.645 Tonnen. Damit wiegen sie ungefähr so viel wie 10 Jumbojets vom Typ Airbus A380. Ein Schein ist 0,1 Millimeter hoch. Würde man alle Zwanziger aufeinander stapeln, würde der Turm sogar deutlich aus der Erdatmosphäre herausragen. Die endet nach 500 Kilometern. Alle Zwanziger zusammen wüchsen jedoch 3265 Kilometer in die Höhe.

Millionenschwere Produktion

Ab dem 25. November werden 4,5 Milliarden neue 20-Euro-Scheine ausgegeben. Die Herstellung eines Scheines kostet 8 Cent. Die Produktion ist insgesamt also 360 Millionen Euro teuer. Die Neuauflage des Zwanzigers soll fälschungssicherer sein. Das bedeutet aber noch nicht das Aus für die alten Banknoten. Sie behalten weiter ihre Gültigkeit und werden wohl noch Jahre im Umlauf bleiben.

Fast der Alte geblieben

Äußerlich hat sich die 20-Euro-Note nur gering verändert. Der Blauton des Scheins fällt etwas dunkler aus und die Rückseite hat einen leichten Gelbstich erhalten. Entsprechend der Länder, die der Währungsunion seit 2002 beigetreten sind, zeigt die Landkarte Europas nun auch Malta und Zypern. Das Wort "Euro" ist zusätzlich zu lateinischer und griechischer Schrift auch in kyrillisch auf den Schein geschrieben. Das Akronym der EZB taucht in neun statt bisher in fünf Sprachen auf.

Neuer Schein, alte Maße

Die Maße des Zwanzigers haben sich nicht verändert. Der neue 20-Euro-Schein misst nach wie vor 133 mal 72 Millimeter. Legt man alle alten und neuen Scheine hintereinander, ließe sich die Erde mit den Banknoten fast elfmal um den Äquator wickeln. 434.843 Kilometer wäre die Geldkette lang. Würde man alle 20 Euro-Scheine nebeneinander legen, nähmen sie eine Fläche ein, die Belgien komplett bedecken könnte.

Dufte Blüte

Laut Bundesbank gehört die 20-Euro-Banknote zu den am häufigsten gefälschten Geldscheinen. Weltweit war im ersten Halbjahr 2015 mehr als jede zweite Blüte ein 20-Euro-Schein. In Deutschland wurden allerdings mehr Fünfziger gefälscht.

Sicherheitsmaßnahmen verstärkt

Die neuen Geldscheine sollen fälschungssicherer sein als ihre Vorgänger. Am linken Rand befindet sich nun ein silberner Hologramm-Streifen, der beim Kippen in Regenbogenfarben glitzert. Gegen das Licht gehalten, wird ein Teil des Streifens durchsichtig und offenbart das Porträt der mythologischen Figur Europa. Der Kopf der Europa wird auch im Hauptmotiv sichtbar, wenn es gegen Licht gehalten wird. Auch die „Smaragdzahl“ ist neu. Kippt man den Schein, ändert die Zahl 20 am linken Rand ihre Farbe von grün nach blau. Die Ränder der neuen Banknote sowie die große Wertzahl verfügen zudem über ein Relief, dass Besitzer mit ihren Fingern ertasten können.

Baumwolle statt Papier

Der 20-Euro-Schein besteht - so wie die anderen Banknoten auch - nicht aus Papier, sondern aus reiner, stärkebefreiter Baumwolle.

Teure Ankündigung

Allein die Bekanntmachung des neuen Scheines kostet fünf Millionen Euro. Die Kosten trägt die Europäischen Zentralbank - das Institut, das die Banknote herausgibt.

Quelle

Quelle: Europäische Zentralbank, Ebury

Nach den runderneuerten Fünfern (2013) und Zehnern (2014) kommen die neuen 20-Euro-Scheine der Europaserie am 25. November in Umlauf. Die Vorgänger-Note war im ersten Halbjahr 2015 weltweit der von Kriminellen am häufigsten gefälschte Euro-Schein. Mehr als jede zweite Blüte war ein 20er (55 Prozent). „Es besteht Handlungsbedarf“, sagte Thiele.

In Deutschland lag der Anteil an den Fälschungen etwas niedriger: Hierzulande wurden mehr falsche Fünfziger sichergestellt. Die bisherigen Euro-Banknoten bleiben gültig und werden im Laufe der Zeit aus dem Verkehr gezogen.

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dpa

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