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09.06.2011

16:57 Uhr

EZB-Prognose

Euro fällt unter 1,45

Die Spekulationen auf eine Reihe von Zinserhöhungen sind nach den zurückhaltenden Prognosen der EZB-Volkswirte vorerst gedämpft. Außerdem verlor der Euro seine anfänglichen Gewinne wieder.

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Quelle: dpa

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

FrankfurtZurückhaltende Prognosen der EZB-Volkswirte zu Wachstum und Inflation haben am Donnerstag Spekulationen auf eine längere Reihe von Zinserhöhungen gedämpft. Der Euro gab seine anfänglichen Gewinne wieder ab und kostete mit 1,4476 Dollar zeitweise rund einen US-Cent weniger als zum New Yorker Vortagesschluss.

Die Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen für das kommende Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,6 bis 2,8 Prozent. Im März hatten sie noch ein Plus von 0,8 bis 2,8 Prozent vorausgesagt. Gleichzeitig verengten sie ihre Inflationsprognose auf 1,1 bis 2,3 von 1,0 bis 2,4 Prozent. „Die reduzierte Wachstumsprognose 2012 könnte ein Hinweis auf eine zögerliche Haltung der EZB sein“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Zudem sinkt die Inflation 2012 im Mittel der EZB-Projektion wieder unter die Zwei-Prozent-Marke.“ Dieser Wert gilt als Ziel der Notenbank für die jährliche Teuerung im gemeinsamen Währungsraum. Ein geringere Inflation macht zusätzliche Zinserhöhungen unwahrscheinlich.

Einig waren sich Börsianer aber in der Einschätzung, dass die EZB den Leitzins im Juli auf 1,50 Prozent anheben wird. Die Notenbank hatte den Schlüsselsatz bei ihrer Sitzung am Donnerstag zwar erwartungsgemäß bei 1,25 Prozent belassen. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte bei einer Pressekonferenz allerdings gesagt, bei der Beobachtung der Preisentwicklung sei „hohe Wachsamkeit“ geboten. „Mit dem Verwenden des Signalworts der „hohen Wachsamkeit' dürfte klar sein, dass uns im nächsten Monat eine neue Zinserhöhung bevorsteht“, betonte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Rainer Sartoris.

Für Unruhe an den Finanzmärkten sorgten außerdem Aussagen von Moody's zu Griechenland. Den Experten der Rating-Agentur zufolge sei es bislang bei der Hälfte aller mit „Caa1“ bewerteten Staaten binnen fünf Jahren zu einem Zahlungsausfall gekommen. Eine Pleite Griechenlands würde die Bonitätseinstufungen der anderen beiden von EU und IWF unterstützten Staaten - Portugal und Irland - beeinträchtigen.

Als Reaktion hierauf kletterten die griechischen Credit Default Swaps (CDS) auf ein Rekordhoch. Die Versicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets griechischer Staatsanleihen verteuerte sich um 60.000 auf 1,52 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Risikoaufschläge für zehnjährige Bonds im Vergleich zu den entsprechenden Bundestiteln um 48 Basispunkte auf 13,94 Prozent. Die irischen Spreads weiteten sich um 20 Basispunkte auf 8,13 Prozent.

Die gesteigerte Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen spiegelte sich im Bund-Future wider: Der Terminkontrakt stieg um 56 Ticks auf ein Drei-Wochen-Hoch von 125,44 Punkte.

Von

rtr

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