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10.08.2012

15:15 Uhr

EZB-Skepsis

Der Euro verliert an Boden

Trübere Aussichten für die Weltwirtschaft haben den Euro am Freitag belastet. Enttäuschende chinesische Konjunkturdaten und ein zurückhaltender Ausblick der Bundesregierung drückten auf die Stimmung.

Ein-Euro-Münzen liegen in Berlin für eine Fotoillustration auf der Flagge der Europäischen Union. dapd

Ein-Euro-Münzen liegen in Berlin für eine Fotoillustration auf der Flagge der Europäischen Union.

FrankfurtDie Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf 1,2266 Dollar, nach 1,2302 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Einige Investoren nahmen Kurs auf den "sicheren Hafen" Bundesanleihen und verhalfen dem Bund-Future zu einem Plus von 84 Ticks auf 143,40 Punkte.
Das Wachstum der chinesischen Exporte lag im Juli nur noch ein Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Experten hatten mit einem Plus von knapp neun Prozent gerechnet. Die Bundesregierung warnte vor einem Rückschlag für die deutsche Konjunktur. "Vor allem die Schuldenkrise in einigen Ländern des Euroraums wirkt erneut belastend, schürt Verunsicherung und führt zu Zurückhaltung in der Wirtschaft."
Die vom Bekenntnis der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Euro ausgelöste Euphorie ebbe langsam ab, sagte Commerzbank-Analystin Carolin Hecht. Die Notenbank will Krisen-Staaten unter die Arme greifen, sofern diese zuvor Hilfen aus dem EU-Rettungsfonds beantragen und sich den damit verbundenen Spar- und Reformauflagen unterwerfen.
Finanzmarkt-Experte Sören Wiedau von der Weberbank betonte die verbleibenden Unwägbarkeiten. Hierzu gehörten die genaue Ausgestaltung der EZB-Maßnahmen und anstehende politische Entscheidungen wie zum Beispiel die Verfassungsprüfung des ESM in Deutschland.
Die Verunsicherung der Investoren spiegelte sich auch in den spanischen und italienischen Anleihen wider. Deren Renditen lagen nach dem Rückgang der vergangenen Wochen am Freitag wenig verändert bei 6,924 beziehungsweise 5,893 Prozent. So lange das Bundesverfassungsgericht kein grünes Licht für den Rettungsfonds ESM gegeben und Spanien noch keine Entscheidung über einen möglichen Hilfsantrag gefällt habe, werde der Verkaufsdruck auf spanische und italienische Bonds anhalten, sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti.

Von

rtr

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