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02.07.2013

18:23 Uhr

EZB-Studie

Der Euro verliert an Einfluss in der Welt

VonJörg Hackhausen

Wer die Kräfteverhältnisse auf der Welt kennen will, muss sich anschauen wie das Geld verteilt ist: Der Dollar bleibt die Nummer eins. Der Euro verliert an Bedeutung. Ein weiterer Herausforderer wartet schon.

Das Kräfteverhältnis in der Welt der Währungen verschiebt sich. dpa

Das Kräfteverhältnis in der Welt der Währungen verschiebt sich.

DüsseldorfEinst träumte Europa davon, der Euro werde zur neuen Weltwährung aufsteigen; eine Konkurrenz für den Dollar. Doch seit der Schuldenkrise verliert die Gemeinschaftswährung an Bedeutung. Das belegt ausgerechnet eine aktuelle Studie der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die EZB hat die weltweiten Währungsreserven untersucht, also in welchen Währungen die Zentralbanken das meiste Geld parken. Anders als der Wechselkurs, der den Wert einer Währung angibt, spiegeln diese Zahlen das Kräfteverhältnis der Währungsräume untereinander wider. Die Welt der Währungen wandelt sich immer nur schleichend, dann aber nachhaltig.

Der US-Dollar war auch im Jahr 2012 die Nummer eins. Nach Angaben der EZB waren genau 61,9 Prozent der weltweiten Währungsreserven in Dollar angelegt. Der Euro kam auf 23,9 Prozent, das Britische Pfund auf vier Prozent, dahinter der Yen auf 3,9 Prozent. Alle anderen Währungen zusammen machten etwas mehr als sechs Prozent aus – was immer noch vergleichsweise wenig ist, gleichzeitig aber so viel wie nie.

Der Anteil des Euros ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Im Jahr 2010 waren noch 25,8 Prozent der weltweiten Reserven in Euro angelegt, zwei Jahre später waren es knapp zwei Prozentpunkte weniger. Das hört sich überschaubar an. Wenn man aber bedenkt, wie lange der Euro gebraucht hat, um sich vorzuarbeiten, dann erhalten schon kleine Veränderungen große Bedeutung. Seit der Schuldenkrise ist der Euro auf dem Stand abgesunken, auf dem er schon im Jahr 2000 war. Damals lag der Anteil an den Währungsreserven ähnlich hoch wie heute.

Dollar, Euro, Pfund - die Weltwährungen im Vergleich

1999

Anteil an weltweiten Währungsreserven:

Dollar: 66,4 Prozent
Euro: 22 Prozent
Yen: 7,1 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige*: 1,5 Prozent

*exklusive Schweizer Franken

Quelle: EZB, Juli 2013

2000

Dollar: 66,6 Prozent
Euro: 23,6 Prozent
Yen: 7,3 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,4 Prozent

2001

Dollar: 63,5 Prozent
Euro: 25,5 Prozent
Yen: 6,8 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,1 Prozent

2002

Dollar: 62,1 Prozent
Euro: 27,7 Prozent
Yen: 5,5 Prozent
Pfund: 2,6 Prozent
Sonstige: 1,4 Prozent

2003

Dollar: 64,7 Prozent
Euro: 25,8 Prozent
Yen: 4,8 Prozent
Pfund: 2,5 Prozent
Sonstige: 1,9 Prozent

2004

Dollar: 66,3 Prozent
Euro: 24,2 Prozent
Yen: 4,6 Prozent
Pfund: 2,8 Prozent
Sonstige: 1,9 Prozent

2005

Dollar: 64,3 Prozent
Euro: 25,9 Prozent
Yen: 3,2 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,7 Prozent

2006

Dollar: 65,1 Prozent
Euro: 25 Prozent
Yen: 4,2 Prozent
Pfund: 3,6 Prozent
Sonstige: 1,8 Prozent

2007

Dollar: 65,9 Prozent
Euro: 24,2 Prozent
Yen: 3,9 Prozent
Pfund: 2,7 Prozent
Sonstige: 1,9 Prozent

2008

Dollar: 64,6 Prozent
Euro: 25,2 Prozent
Yen: 3,3 Prozent
Pfund: 4,5 Prozent
Sonstige: 2,2 Prozent

2009

Dollar: 63,4 Prozent
Euro: 25,9 Prozent
Yen: 3,2 Prozent
Pfund: 4,3 Prozent
Sonstige: 3,1 Prozent

2010

Dollar: 62,1 Prozent
Euro: 25,8 Prozent
Yen: 3,5 Prozent
Pfund: 4,1 Prozent
Sonstige: 4,5 Prozent

2011

Dollar: 62,2 Prozent
Euro: 25,1 Prozent
Yen: 3,2 Prozent
Pfund: 4 Prozent
Sonstige: 5,4 Prozent

2012

Dollar: 61,9 Prozent
Euro: 23,9 Prozent
Yen: 3,9 Prozent
Pfund: 4 Prozent
Sonstige: 6,1 Prozent

Experten sind sich einig, dass die Schuldenkrise dem Euro geschadet hat. „Es ist völlig klar, woran es liegt“, sagt Ulrich Leuchtmann, Chefanalyst für Devisen der Commerzbank. „Der galt nicht länger als sicherer Hafen, sondern wurde als Risikowährung angesehen. Das hat sich in den internationalen Devisenreserven niedergeschlagen.“

Die EZB drückt es etwas anders aus, meint aber dasselbe, wenn sie in ihrer Studie schreibt, dass die „anhaltende Zersplitterung“ innerhalb der Euro-Zone ein Problem für den Euro darstelle.

Kommentare (51)

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Account gelöscht!

02.07.2013, 18:29 Uhr

"Der Dollar bleibt die Nummer eins."

Und jeder der öffentlich zugibt dass der Dollar nicht mal die Bohne mehr wert ist, bekommt Panzer vor die Türe gesetzt! Das ist Fakt. Wer die Geldmengenvermehrung der USA mal im Detail betrachtet der weiss dass hier der grösste Betrug aller Zeiten stattfindet!

Matthes

02.07.2013, 18:37 Uhr

Euro? Bedeutungslos!
Bei den Schulden, die EZB und Rettungsschirme im Namen des Euro anhäufen, ist der Euro als Währung viel zu riskant. Er ist Spielplatz der Finanzwirtschaft, die unfähigen Politikern immer neue "Rettungsarien" einredet und dabei einziger Nutznießer ist!

Account gelöscht!

02.07.2013, 19:25 Uhr

die EU ist die gemeinschaft der pleitiers oder pleitegefährdeten, der armen und hilfebedürftigen länder mit überdurchschnittlicher koruption ohne stabiles rechtssystem wie z.B. griechenland, bulgarien, rumänien, slowenien usw.
von europa als einer werte- und wohlstandsgemeinschaft zu sprechen bedarf schon der dreistigkeit und verbohrtheit der jetzigen politiker. und dann soll der euro als reservewährung aufrücken? naive träume im kuschelzoo

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