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22.07.2016

10:50 Uhr

EZB und Bundesbank

So viele Blüten waren im Umlauf

Die Europäische Zentralbank und die Bundesbank haben die Zahlen zum Umlauf von Falschgeld veröffentlicht. Die Unterschiede zwischen Deutschland und dem gesamten Euro-Noten sind beachtlich.

Scheine sollten auf die Sicherheitsmerkmale überprüft werden. dpa

Falschgeld

Scheine sollten auf die Sicherheitsmerkmale überprüft werden.

FrankfurtDas aufgeklebte Hologramm glitzert wie bei einem echten 50-Euro-Schein – doch besonders ordentlich hat es der Fälscher nicht ausgeschnitten. Fast zwei Dutzend solcher Blüten nutzte ein 29-Jähriger Anfang Juni bei einem Musik-Festival im emsländischen Haren zum Bezahlen kleinerer Getränkebestellungen – und sackte das üppige Wechselgeld ein. Doch weil er das auffällig oft tat, alarmierte ein aufmerksamer Wirt die Polizei. Der 29-Jährige konnte auf frischer Tat ertappt und gefasst werden.

Eigentlich sind falsche Banknoten und echte Scheine sehr gut zu unterscheiden. „Fälscher konzentrieren sich meist auf ein Sicherheitsmerkmal. Wenn ein Merkmal gut gefälscht ist, sind die anderen in der Regel nicht gelungen“, schildert der stellvertretende Leiter des Nationalen Analysezentrums der Deutschen Bundesbank, Horst Werner Hofmann. Kriminelle bringen Blüten daher vor allem dort in Umlauf, wo nicht ganz genau hingeschaut wird: Auf Märkten, bei kleineren Einzelhändlern.

Falsche Banknoten erkennen

Druckbild

Auf der Vorderseite der Banknoten sind zum Beispiel erhabene Teile des Druckbildes zu fühlen.

Erste Euro-Banknotenserie: Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP“ am oberen Rand

Neue Europa-Serie: Schriftzug „BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC“ und zusätzlich Striche am rechten und linken Rand

Quelle: Bundesbank Juli 2016

Wasserzeichen

Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht sehen. Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.

Perlglanzstreifen

Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 Euro) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 Euro) beim Kippen der Noten geprüft werden.

Smaragdzahl

Zusätzlich weisen die neuen Euro-Banknoten der Europa-Serie auf der Vorderseite links die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Vergleich

Empfehlenswert ist es, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelsfrei echte Banknote zum Vergleich heranzuziehen, etwa eine Banknote, die von einem Geldautomaten ausgezahlt wurde.

Nicht auf Technik verlassen

Bei der Prüfung von Banknoten mit Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen lässt sich nicht immer ein eindeutiges Prüfergebnis erzielen. Diese Hilfsmittel sollten deshalb besser in Kombination mit der Prüfung anderer Sicherheitsmerkmale genutzt werden.

Was den Währungshütern Hoffnung macht: Mit der zweiten Euro-Generation seit Einführung des gemeinsamen Bargeldes 2002, der „Europa-Serie“, tun sich Geldfälscher deutlich schwerer als mit den bisherigen Scheinen. Seit dem 2. Mai 2013 ist der runderneuerte Fünfer im Umlauf, am 23. September 2014 folgte der Zehner, am 25. November 2015 der Zwanziger. Vor allem das durchsichtige Porträtfenster, das erstmals in den neuen 20-Euro-Schein eingebaut wurde, scheint kaum nachzuahmen zu sein. Auch dass der Wert der neuen Scheine als glänzende Smaragdzahl aufgedruckt ist, die beim Kippen die Farbe wechselt, lässt sich nicht einfach kopieren.

„Die ersten Fälschungen des neuen Zwanzigers, die im März auftauchten, sind von bescheidener Qualität. Die Zahl der Blüten hält sich hier bisher in Grenzen“, konstatiert Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. „Das durchsichtige Porträtfenster und die Smaragdzahl sind schwer nachzumachen. Bislang ist uns keine Fälschung bekannt, die dieses durchsichtige Fenster erfolgreich nachahmt.“

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Auch der runderneuerte Fünfziger, den die Notenbanken ab dem 4. April 2017 unters Volk bringen wollen, hat ein solches Porträtfenster. „Wir sind der festen Überzeugung, dass wir mit den Sicherheitsmerkmalen, die bei der Europa-Serie eingeführt wurden, Banknoten herstellen, die ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten“, betont Bundesbankdirektor Matthias Callen aus dem Zentralbereich Bargeld.

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