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02.06.2014

17:18 Uhr

EZB vor Großeinsatz

Euro unter Druck

In Erwartung eines Großeinsatzes der EZB stand der Euro heute unter Druck. Derweil untermauern die schwachen Konjunkturdaten und Inflationszahlen aus Deutschland die Aussicht auf eine geldpolitische Lockerung.

An den Finanzmärkten rechnet man damit, dass die EZB bald ein ganzes Bündel von Maßnahmen beschließen wird. dpa

An den Finanzmärkten rechnet man damit, dass die EZB bald ein ganzes Bündel von Maßnahmen beschließen wird.

FrankfurtDer Euro hat am Montag in Erwartung eines Großeinsatzes der EZB unter Druck gestanden. Schwache Konjunkturdaten und Inflationszahlen aus Deutschland untermauerten die Aussicht auf eine weitere geldpolitische Lockerung. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,3610 US-Dollar, nach 1,3644 Dollar im frühen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3611 (Freitag: 1,3607) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7347 (0,7349) Euro.

An den Finanzmärkten wird fest damit gerechnet, dass die EZB auf ihrer Ratssitzung an diesem Donnerstag ein ganzes Bündel von Maßnahmen beschließen wird. Damit soll ein Abgleiten des Euroraums in die Deflation verhindert werden. Am wahrscheinlichsten sind Zinssenkungen. Als erste große Notenbank könnte die EZB auch einen Negativzins für bei ihr unterhaltene Guthaben beschließen. Möglich sind zudem weitere Langfristkredite für die Banken oder der Ankauf besicherter Wertpapiere (ABS).

Neue Konjunkturdaten betätigten derartige Erwartungen: Der Einkaufsmanagerindex für die Euroraum-Industrie, eine Umfrage unter Unternehmensvertretern, gab stärker als erwartet nach. Zudem hat sich der Preisauftrieb in Deutschland deutlich abgeschwächt. Der Preisindex HVPI, der für die Geldpolitik der EZB ausschlaggebend ist, war im Mai um lediglich 0,6 Prozent gestiegen. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als vier Jahren. „Der starke Rückgang der deutschen Inflationsrate dürfte Wasser auf die Mühlen der Tauben im EZB-Rat sein“, kommentierte die Postbank. „Tauben“ sind Zentralbanker, die für eine lockere Geldpolitik eintreten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,81290 (0,81310) britische Pfund, 138,94 (138,36) japanische Yen und 1,2214 (1,2204) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1247,25 (1250,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 28 930,00 (29 110,00) Euro.

Von

dpa

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