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24.02.2015

09:59 Uhr

Fallende Ölpreise

In der Opec wächst die Nervosität

Sollte der Ölpreis weiter fallen, wollen einige Opec-Mitglieder eine Krisensitzung einberufen. Doch Analysten halten solch ein Treffen noch für unwahrscheinlich. Die Diskussion zeigt: In der Opec herrscht Krisenstimmung.

Ölpreis auf Talfahrt

Bleiben die Elektro-Autos auf der Strecke?

Ölpreis auf Talfahrt: Bleiben die Elektro-Autos auf der Strecke?

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DüsseldorfNach Angaben von Diezani Alison-Madueke, Nigerias Öl-Ministerin und Vorsitzende der Organisation ölexportierender Staaten (Opec), wird es möglicherweise eine Opec-Krisensitzung geben, sollte der Ölpreis weiter fallen. Das meldet die britische Zeitung „Financial Times“. Denn der Verfall des Ölpreises hat Ländern wie Nigeria, Venezuela und Russland immense Haushaltsprobleme beschert. Doch nach Meinung von Rohstoff-Experten ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein solches Treffen stattfindet. Saudi-Arabien, das Schwergewicht unter den Ölförderstaaten, dürfte solch einem Treffen nämlich nicht zustimmen.

Denn Saudi-Arabien hat diesen Ölkrieg mit niedrigen Preisen angezettelt. Unter den erdölexportierenden Ländern steht der Staat so gut da wie kaum ein anderer. Das Königshaus sitzt auf Finanzreserven in Höhe von 735 Milliarden US-Dollar - und hat damit ungefähr viermal soviel zurückgelegt wie Apple, das derzeit wertvollste Unternehmen der Welt. Deshalb kann es sich den Preiskrieg mit seinen Konkurrenten auf dem Ölmarkt leisten - allen voran Iran, Russland und die USA. Zudem hat die Opec laut Bloomberg derzeit keinerlei Pläne für solch ein Treffen.

Meilensteine der Ölpreisentwicklung

Beginne der Ölförderung

Die ersten gewinnbringenden Erdölbohrungen finden Mitte des 19. Jahrhunderts statt. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Raffinerien. Bis 1864 steigt der Ölpreis auf den Höchststand von 8,06 Dollar pro Barrel (159 Liter); inflationsbereinigt müssen damals im Jahresdurchschnitt 128,17 US-Dollar gezahlt werden. In den folgenden Jahrzehnten bleibt der Preis auf einem vergleichsweise niedrigen Level, fällt mitunter sogar, bedingt etwa durch den Erfolg der elektrischen Glühlampe, durch die Öl im privaten Haushalt nicht mehr zur Beleuchtung nötig ist.

Vollgas mit Benzin

Mit dem Erfolg des Automobils zu Beginn des 19. Jahrhunderts steigt die Öl-Nachfrage rasant; speziell in den USA, wo der Ford Modell T zum Massenprodukt wird. 1929 fahren insgesamt 23 Millionen Kraftfahrzeuge auf den Straßen. Der Verbrauch liegt 1929 in den Staaten bei 2,58 Millionen Fass pro Tag, 85 Prozent davon für Benzin und Heizöl. Die Preise bleiben allerdings weiter unter fünf Dollar pro Fass (nicht inflationsbereinigt), da auch mehr gefördert wird.

Negative Folgen der Weltwirtschaftskrise

In den 30er Jahren kommt die Große Depression, die Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit, Deflation und einen massiven Rückgang des Handels durch protektionistische Maßnahmen zur Folge hat. Während der Weltwirtschaftskrise verringert sich die Nachfrage nach Erdöl und der Preis sinkt auf ein historisches Tief. 1931 müssen bloß noch 0,65 Dollar pro Barrel gezahlt werden (inflationsbereinigt etwa zehn US-Dollar). So billig sollte das schwarze Gold nie wieder sei.

Goldene Zeitalter des billigen Öls

Nachdem sich die Weltkonjunktur erholt hat, steigt der Preise für Öl wieder, bleibt aber konstant unter fünf Dollar pro Barrel. Für die Jahre zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Ölkrise im Herbst 1973 spricht man deshalb vom „goldenen Zeitalter“ des billigen Öls.

Erste Ölkrise

In den 70er und 80er Jahren kommt der Ölpreis in Bewegung. Als die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) nach dem Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarn im Herbst 1973 die Fördermengen drosselt, um politischen Druck auszuüben, vervierfacht sich der Weltölpreis binnen kürzester Zeit. Zum Ende des Jahres 1974 kostet ein Barrel über elf Dollar (inflationsbereinigt fast 55 US-Dollar). Dies bekommen auch Otto-Normal-Bürger zu spüren: In Deutschland bleiben sonntags die Autobahnen leer, in den USA bilden sich Schlangen vor den Tankstellen.

Preisexplosion während des Golfkriegs

Während der zweiten Ölkrise in den Jahren 1979/1980 zieht der Ölpreis nach einem kurzfristigen Rückgang weiter an. Ausgelöst wird dies im Wesentlichen durch Förderungsausfälle und Verunsicherung nach der Islamischen Revolution. Nach dem Angriff Iraks auf Iran und dem Beginn des Ersten Golfkrieg explodieren die Preise regelrecht. Auf dem Höhepunkt im April 1980 kostet ein Barrel 39,50 Dollar (inflationsbereinigt 116 Dollar).

Niedrigpreise in den 80er und 90er Jahren

Die 80er und 90er Jahre sind – abgesehen von dem kurzzeitigen Anstieg verursacht durch den Zweiten Golfkrieg – eine Phase niedriger Ölpreise. Die Industriestaaten befinden sich in einer Rezession und suchten aufgrund vorhergehenden Ölkrisen mit besonders hohen Preisen nach alternativen Energiequellen. Weltweit gibt es Überkapazitäten. Während der Asienkrise 1997/1998 sinkt die Nachfrage weiter. Ende des Jahres 1998 werden 10,65 Dollar pro Barrel verlangt.

Ein rasanter Anstieg

Nach Überwindung der Krise wachsen die Weltwirtschaft und damit auch der Ölbedarf schnell. Selbst die Anschläge auf das World Trade Center 2001 sorgen nur für einen kurzen Rücksetzer. Anfang 2008 steigt der Ölpreis erstmals über 100 US-Dollar je Barrel, Mitte des Jahres sogar fast auf 150 Dollar. Ein Grund für den Preisanstieg war der Boom des rohstoffhungrigen China, mittlerweile zweitgrößter Verbraucher der Welt. Die Finanzkrise ließ den Preis Ende 2008 allerdings wieder abstürzen.

Ölpreis heute

Ein weltweites Überangebot hält die Preise weiterhin auf niedrigem Niveau. Aktuell kostet ein Barrel Brent rund 30 US-Dollar.

Die Diskussion zeigt aber: In der Opec herrscht Krisenstimmung zwischen den armen Ölproduzenten, die für Ihren Haushalt hohe Ölpreise benötigen, und den reichen arabischen Staaten. „Für fast alle Opec-Staaten, außer vielleicht dem arabischen Block, ist es sehr ungemütlich“, sagt Alison-Madueke.

Auch am heutigen Dienstag sind Ölpreise nach den deutlichen Verlusten des Vortages weiter gefallen. Das anhaltend hohe Angebot an Rohöl drücke auf die Preise, hieß es aus dem Handel. Am Morgen des heutigen Dienstags kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 58,84 US-Dollar und damit sechs Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 26 Cent auf 49,16 Dollar.

Kommentare (3)

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Herr Donald Ta

24.02.2015, 08:47 Uhr

Die Amis werden noch die Kröte schlucken müssen, welches Unternehmen kann schon fast 3 Billionen Dollar zurück zahlen!

H. M.

24.02.2015, 12:59 Uhr

Das wird die Preisfrage: WQer hat den US Boom finziert und was passiert wenn der Dollar und Dollarzinsen steigen. Asien soll 5 (deuteche)Billionen Schulden in Dollar haben

Herr Peter Petersen

24.02.2015, 15:21 Uhr

Jeder der 1 und 1 zusammenrechnet und das richtige Ergebnis herausbekommt, weiß, dass es Zinserhöhungen in den USA nicht geben wird. Dann wären die USA innerhalb von ein bis zwei Jahren pleite. - Aber, wer weiß möglicherweise ist das das Ziel von Goldman Sachs und Konsorten. - Wer meinte die Saudis würden einen Ölkrieg gegen die USA führen, sieht wahrscheinlich den Wald vor lauter Bäumen nicht.

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