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12.09.2014

09:05 Uhr

Fallende Preise

Der Ölmarkt bleibt von Krisen unbeeindruckt

Trotz der zahlreichen Krisenherde zieht der Ölpreis nicht an. Im Gegenteil: Der Preis rutscht weiter und bleibt deutlich unter der Marke von 100 Dollar. Für den Preisverfall gibt es mehrere Ursachen.

Ölraffinerie in Basra: Der Ölpreis ist weiter auf Talfahrt. ap

Ölraffinerie in Basra: Der Ölpreis ist weiter auf Talfahrt.

SingapurDie niedrigen Ölpreise zeigen nach wie vor keine Anzeichen der Erholung. Am Freitag kostete ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 97,82 US-Dollar. Das waren 26 Cent weniger als am Vortag. Ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl der Marke WTI stand zuletzt unverändert bei 92,83 Dollar.

Ungeachtet zahlreicher politischer und militärischer Konflikte geben die Ölpreise weiter nach. Der Preis für Nordseeöl war am Donnerstag zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen. Hinweise auf eine schwächere Nachfrage hatten den Brent-Preis belastet. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte ihre Prognose für die weltweite Rohölnachfrage gesenkt.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Zur schwächeren Nachfrage komme ein ausgeweitetes Angebot in den USA, erklärten Händler. So rechnet die US-Energiebehörde EIA damit, dass die amerikanische Produktion im kommenden Jahr auf den höchsten Stand seit den 1970er Jahren steigen wird.

Von

dpa

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