Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.08.2013

14:21 Uhr

„Falls die EU untergeht“

Goldtresore immer beliebter

Für den Fall der Fälle sollte man Gold bunkern, sagen Tresoranbieter und erhalten regen Zulauf. Vor allem Schweizer Armeebunker sind beliebt. Allerdings soll eine Kundengruppe demnächst ausgesperrt werden.

Eine Mitarbeiterin des Edelmetall-Händlers Pro Aurum. Der Goldhändler handelt Gold im Wert von mehr als einer Milliarden Franken. dpa

Eine Mitarbeiterin des Edelmetall-Händlers Pro Aurum. Der Goldhändler handelt Gold im Wert von mehr als einer Milliarden Franken.

FrankfurtRene Buchwalder erinnert sich an die bislang einträglichste Woche des Jahres im März. Wenige Tage zuvor hatte die zypriotische Regierung eine Vermögensabgabe auf Bankguthaben über 100.000 Euro beschlossen, um das eigene Bankensystem zu retten. Bei Buchwalder und seinem Gold- und Silberhandel namens Pro Aurum in einem kleinen Ort am Zürichsee boomte das Geschäft.

„Dieser Goldbarren ist einer unserer Bestseller”, sagt der ehemalige UBS-AG-Banker im Tresorraum seines Unternehmens, greift in einen silbergrauen Safe und bringt eine Art Goldtafel mit 100 Gramm Gewicht ans Licht. „Das Stück kann in individuelle Teile gebrochen werden und dann als Geldersatz benutzt werden”, sagt er, „etwa, falls die Europäische Union untergehen sollte”.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Im Zuge der schweren Rezession, aus der sich die Länder der Euro-Zone gerade erst befreien, haben sich Schweizer Tresore als besonders beliebt zur Einlagerung von Edelmetallen in Form von Barren oder Münzen erwiesen. Der Boom des Goldpreises in den letzten Jahren scheint sich mittlerweile nicht mehr fortzusetzen, denn die Notierung korrigiert heftig.

Um mehr als 20 Prozent hat der Goldpreis seit Beginn des Jahres eingebüßt, aber echte Goldfreunde bleiben in vielen Fällen dabei. Auf Sicht von fünf Jahren ergibt sich auf dem derzeitigen Niveau der Feinunze Gold von 1338 Dollar immer noch eine Steigerung von 65 Prozent. Gold wird als wesentlich risikoärmer angesehen als etwa Staatsanleihen oder Aktien, bei denen immer das Ausfallrisiko besteht.

„Die Superreichen sind sehr abhängig vom Zustand des globalen Finanzsystems” erklärt Rohstoffstratege Ole Hansen von der Saxo Bank in Kopenhagen. „Wer aber einen Teil seiner Investments aus dem System herausnimmt, indem er es in einen Safe legt, der kann seine Risikoausrichtung reduzieren”, sagte er.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.08.2013, 14:39 Uhr

"Falls die EU untergeht"

Na, hoffentlich bald! Jemand anders als etliche nutzlose Bürokraten, Kriminelle und einige Superreiche braucht dieses Kunstgebilde nämlich nicht.

hermann.12

20.08.2013, 17:04 Uhr

@Robroy,

"Wenn es der Kuh zu geht, dann geht sie aufs Eis"

Anders kann ich ihren Spruch nicht werten. Trotz vieler bitterer Enttäuschungen ist Ihnen wohl nicht klar, was ein Euro Zusammenbruch bedeuten würde.

H.

Usurpator

20.08.2013, 17:26 Uhr

Ja, ein EU Zusammenbruch würde das Ende der Usurpatoren aus Brüssel bedeuten.
Ende der Bevormundung und Geldverschwendung durch Eliten die keiner kennt und will.

Die angeblichen Folgen, sind doch alles nur unfundierte Mutmassungen und Schreckenszenarien, von wegen Alternativlos.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×