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09.01.2012

07:46 Uhr

Fernost

Der Euro fällt immer tiefer

Die Talfahrt des Euros hält auch zum Wochenauftakt an. Im frühen Handel am Montag fiel er zum Dollar auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten. Im Vergleich zum Yen war er so schwach wie seit Dezember 2000 nicht mehr.

Die Krise des Euros zeigt sich jetzt auch am Devisenmarkt. dpa

Die Krise des Euros zeigt sich jetzt auch am Devisenmarkt.

DüsseldorfDer Euro erhält keine Atempause. Nachdem die Gemeinschaftswährung in der vergangenen Woche bereits deutlich zurückgefallen war, stürzte sie am Montag im asiatischen Handel im Vergleich zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten.

Für einen Euro mussten zeitweise nur noch 1,2666 Dollar bezahlt werden, ehe eine kleine Gegenbewegung den Kurs wieder über 1,27 Dollar zog. Gegenüber dem japanischen Yen fiel der Euro sogar auf ein Elfjahrestief von 97,31 Yen.

Grund für die anhaltende Schwäche des Euros sind die Sorgen vor einer erneuten Zuspitzung der Schuldenkrise innerhalb der Währungsunion. Im Wochenverlauf wollen Spanien und Italien über neue Anleihen Milliarden am Markt aufnehmen. Viele Anleger fürchten einen negativen Ausgang der Auktion. Bereits zuletzt hatte sich Italien bei einer Anleiheemission fast ausschließlich auf Käufer aus der Heimat verlassen können.

Die Schuldenkrise ist heute auch Thema bei einem erneuten deutsch-französischen Austausch. Am Abend kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Premierminister Nicolas Sarkozy in Berlin zusammen, um ihre Positionen für den nächsten Euro-Gipfel Ende Januar abzustimmen. Experten machten die anhaltend schlechten Nachrichten zur Schuldenkrise dafür verantwortlich.

Neben der Schuldenkrise macht dem Euro aber auch der schwache Ausblick für die europäische Konjunktur zu schaffen. Ohne einen besseren Ausblick für die Euro-Zone werde es für den Euro keine wirkliche Erholung geben, sagte Rob Ryan von BNP Paribas. Hinweise, inwieweit die deutsche Wirtschaft von der Schwäche der Nachbarn bereits angesteckt wird, liefern am Mittag neue Daten zur Industrieproduktion im November. Experten gehen von einer rückläufigen Produktion aus.

Kommentare (7)

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Machiavelli

09.01.2012, 06:41 Uhr

Wegen der jetzt fast auf ein realistisches Niveau gesunkener Euro werden die Gewinne die Großkonzernen im Euroraum machen wieder im Euroraum reinvestiert werden müssen.
Auch weil, wegen des Wechselkurs des Euro, Importe aus Nichteuroländer teurer werden, kaufen wir mehr Produkte Made in Euroland und importieren weniger.
Das wird sich auch auf die Arbeitslosigkeit in den Krisenländern mit hoher Arbeitslosigkeit positiv auswirken (Spanien und Portugal 40% Jugendarbeitslosigkeit) und folglich auch auf deren Schulden weil die Sozialausgaben sinken und die Steuereinnahmen zu nehmen.
Deutsche Weltkonzerne, weil stark im Nichteuroausland engagiert, haben ein unpatriotisches Interesse daran dass der Euro stark bleibt. Sie können dadurch billig im Nichteuroausland produzieren und den Euroraum damit überfluten. Dies mit riesigen Gewinne aber zum Nachteil der schwächeren Eurowirtschaften.

Adolf

09.01.2012, 06:46 Uhr

Nicht Angela wird also für Konjunkturbelebung sorgen, sondern ein vernünftig bewerteter Euro. (um die 1,20,- zun US-Dollar)
Als Trittbrettfahrerin wird sie sicher versuchen sich jetzt mit fremden Federn zu schmücken. Obwohl gerade ihre Unfähigkeit das problem zu lösen zu diesem Wechselkurs geführt hat. Was sie aber nicht gewollt hat.

ihr

09.01.2012, 06:50 Uhr

Sehe ich auch so, lohnt sich die Produktion in der EU wieder. Ist es eben nicht mehr ganz so lukrativ, Äpfel aus Peru oder Neuseeland zu importieren. Essen wir eben italienische oder gar deutsche Äpfel.

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