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02.10.2012

13:10 Uhr

Flucht-Währung

Wohin Investoren neuerdings ihr Geld bringen

Der Schweizer Franken ist ein Hort der Sicherheit. Zumindest war er das. Neuerdings bringen Investoren ihr Geld aber lieber woandershin. Und an diesem Trend dürfte sich allzu bald nichts ändern, sagen Experten.

Eine schwedische 1-Kronen-Münze. dpa

Eine schwedische 1-Kronen-Münze.

StockholmDie schwedische Krone wird für Investoren auf der Suche nach höheren Zinsen in einer wachsenden Volkswirtschaft der neue Schweizer Franken. Das Land hat einen Handelsbilanz-Überschuss und eine sinkende Schuldenlast. Zudem gibt es keine Bestrebungen seitens der Zentralbank, die Aufwertung zu kontrollieren.

Die Währung weist in einem Korb der wichtigsten Devisen aus Industriestaaten seit Juni die beste Entwicklung auf - mit plus 3 Prozent. Das ist fast doppelt so hoch wie der Aufschlag bei der zweitplatzierten norwegischen Krone. Volkswirte rechnen im Median damit, dass die schwedische Wirtschaft in diesem Jahr um rund 1,2 Prozent wachsen wird - obwohl es in der Eurozone abwärts gehen dürfte.

Strategen haben ihre Prognosen für die Schweden-Krone zum US-Dollar in weniger als drei Monaten um etwa acht Prozent angehoben. Auslöser waren nicht zuletzt Signale der Notenbank, denen zufolge sie keinerlei Notwendigkeit dafür sieht, den Aufwärtstrend zu stoppen.

Die Entwicklung bei der schwedischen Krone weicht ab von der bei US-Dollar und Euro. Der Dollar verlor vergangenes Quartal an Wert, als die Federal Reserve Bank unter der Führung von Ben S. Bernanke ihre Konjunkturpläne vorstellte. Und der Euro büßte im dritten Jahr der europäischen Schuldenkrise an Stärke ein.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

“Die Krone kann noch sehr viel weiter steigen”, sagte John Taylor, Gründer und Chef des Hedgefonds FX Concepts LLC, welcher rund 3 Mrd. Dollar verwaltet. “Schweden hat den Wind im Rücken, weil Bernanke den Dollar nach unten treibt und Europa weiter unter diesen Schocks leidet.”

So wie auch der Schweizer Franken profitiert die Schweden- Krone von einem Überschuss in der Leistungsbilanz, der am weitesten gefassten Kennzahl für Handel. Der Staat ist daher nicht von ausländischem Kapital abhängig. Anders als beim Schweizer Franken jedoch gibt es bei der Krone keine Bestrebungen, die Aufwertung zu stoppen. Im September 2011 hatte die Schweizerische Nationalbank einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken eingeführt.

Kommentare (9)

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02.10.2012, 11:34 Uhr

die Währung ist viel zu klein um die riesigen Devisenmengen verkraften zu können....

Rene

02.10.2012, 13:30 Uhr

aber theoretisch ist das okay: devisenzufluß -> aufwertung -> exportrückgang -> haushaltsdefizit -> geldabfluß -> abwertung -> exportausdehung -> haushaltsüberschuss usw.
die schweden müssen eben rücklagen bilden. ich bezweifle allerdings, dass schweden auf den punkt in der argumentationskette "haushaltsdefizit" oder "exportrückgang" zu warten...wie geschrieben, theoretisch...

Account gelöscht!

02.10.2012, 15:01 Uhr

Schweden ist in der EU, das reicht als Hauptargument dort kein Geld zu horten, selbst wenn sie nicht im Euro sind. Die elende D Regierung wird hier schon sehr bald jedem Bürger an den Karren fahren und wer meint er muss Geld im Eu Ausland horten, dem ist nicht mehr zu helfen.

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