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07.11.2014

11:13 Uhr

Folgen der Sanktionen

Russischer Rubel rutscht auf Rekord-Tief

Den dritten Tag in Folge ist die russische Währung auf ein Rekordtief gefallen. Ein Dollar kostete am Freitag 48,14 Rubel. Das ist ein Plus von 2,7 Prozent. Auch die russischen Aktienwerte reagieren auf den Kursabfall.

Der russische Rubel verliert immer mehr an Wert. dpa

Der russische Rubel verliert immer mehr an Wert.

FrankfurtWegen mangelnder Stützungskäufe der russischen Zentralbank ist die Währung des Landes am Freitag den dritten Tag in Folge auf ein Rekordtief gefallen. Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 2,7 Prozent auf 48,14 Rubel.

Die Notenbanker hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass sie die täglichen Stützungskäufe auf 350 Millionen Dollar begrenzen wollen – das ist nur noch ein Bruchteil dessen, was sie in den vergangenen Wochen in die Hand genommen hatte, um die Talfahrt des Rubel abzubremsen.

Die EU-Sanktionen gegen Russland

Rüstungslieferungen

Verbot künftiger Rüstungslieferungen. Betroffen sind alle Güter, die auf einer entsprechenden Liste der EU stehen.

Exportverbot

Exportverbot für bestimmte Hochtechnologiegüter an das Militär, etwa Verschlüsselungssysteme sowie für Hochleistungscomputer.

Ölförderung

Ausfuhrverbote für Spezialtechnik zur Ölförderung. Zielt auf Geräte, die für Ölbohrung und -förderung etwa in der Arktis gebraucht werden. Auch Dienstleistungen für die Förderung von Öl aus der Tiefsee oder aus der Arktis sowie für Schieferöl-Projekte in Russland dürfen nicht mehr erbracht werden.

Zugang zu Kapitalmärkten

Der Zugang russischer Unternehmen zu den EU-Kapitalmärkten wird weiter erschwert. EU-Bürger und -Firmen dürfen fünf großen staatlichen russischen Banken keine Darlehen mehr geben. Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als 30 Tagen, die von diesen Banken begeben wurden, dürfen nicht mehr gehandelt werden.

EU-Finanzmärkte

Drei große russische Rüstungsunternehmen und drei Energieunternehmen dürfen ihre Schulden nicht mehr über die EU-Finanzmärkte finanzieren. Auch die Vermittlung solcher Finanzierungen ist EU-Unternehmen verboten.

Dual Use Goods

Güter und Technologie, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden könnten (Dual Use Goods), dürfen an neun Unternehmen nicht mehr geliefert werden.

Unternehmen auf der schwarzen Liste

Eine schwarze Liste verbietet 23 Unternehmen oder Organisationen, Geschäfte mit der EU zu machen. Ihr Vermögen in der EU wird eingefroren. Dies sind vor allem Firmen, die von der Annexion der Krim durch Russland profitierten.

Einreiseverbote

Die Liste jener Personen, die nicht mehr in die EU reisen dürfen und deren in der EU befindliches Vermögen eingefroren wird, wird um 24 Namen erweitert. Insgesamt erhöht sich die Zahl der von Kontensperren und Visaverboten betroffenen Personen damit auf 119. Bei den 24 Personen handelt es sich um solche, die zur politischen Führung im Donbass und in der Regierung der annektierten Krim gehören sowie „um russische Entscheidungsträger und Oligarchen“.

Auch die russischen Aktienwerte gerieten wieder ins Rutschen. Der Moskauer Leitindex RTS, dessen Werte in Dollar notiert werden, fiel um bis zu 3,7 Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief von 979,49 Punkten.

Die russische Wirtschaft leidet unter den Folgen von Sanktionen, die der Westen gegen das Land wegen dessen Rolle im Ukraine-Konflikt verhängt hat. Seit Jahresbeginn haben der Rubel und der RTS-Index jeweils mehr als 30 Prozent verloren.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr der Ringe

07.11.2014, 12:47 Uhr

>> Die russische Wirtschaft leidet unter den Folgen von Sanktionen >>

Es leidet auch die EU-Wirtschaft, insbesondere die, die in Russland selbst vertreten ist und ihre Geschäfte per Gesetz in Rubel abwickeln muss !

Die Gewinne dieser Gesellschaften schmelzen durch Rubelabwertung dahin ! Die Arbeitsplätze werden flöten gehen. Die Zulieferer aus dem westlichen Ausland werden das Nachsehen haben.

So funktioniert Globalisierung !

Frau Helga Trauen

07.11.2014, 12:47 Uhr

Krieg ist immer schlecht. Und zwar für alle Seiten! Qui bono? Selbst denken!
Aber: Die EU wird an der notwendigen Alimentation der faschistischen West-Ukraine kollabieren. Das ist doch ein Lichtbick!

Herr Holger Thom

07.11.2014, 12:52 Uhr

Ist doch mit dem EURO auch so, dank EZB mit Draghi an der Spitze. Und unsere Politiker finden es gut, dann ist doch Russland auf dem selben gutem Weg wir Europa, oder?

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