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20.03.2013

08:06 Uhr

Gegenbewegung

Ölpreise erholen sich vom Kurseinbruch

Die Rohölpreise gehen auf Erholungskurs. Nachdem Zyperns Parlament das Hilfspaket abgelehnt hatte, war der Ölpreis kräftig eingebrochen. Händler sprechen von einer Gegenbewegung.

Raffinerie des Ölriesen Total. Die Rohölpreise erholen sich. dpa

Raffinerie des Ölriesen Total. Die Rohölpreise erholen sich.

SingapurDie Ölpreise haben sich am Mittwoch etwas von ihren deutlichen Verlusten am Vortag erholt. Händler sprachen von einer Gegenbewegung.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Mai-Lieferung 107,97 US-Dollar. Das waren 52 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im April stieg ebenfalls leicht um 22 Cent auf 92,38 Dollar.

Deutschlands Ölreserven

Wie groß sind die deutschen Ölreserven?

Insgesamt 21 Millionen Tonnen. Davon sind zehn Millionen fertige Produkte wie Benzin, Diesel und Heizöl. Der Rest ist Rohöl. Die Menge reicht aus, um Deutschland im Falle eines kompletten Lieferausfalls für mindestens 90 Tage zu versorgen. Zuständig für die Verwaltung ist der Erdölbevorratungsverband. Die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist dem Wirtschaftsministerium unterstellt.

Wo werden die Reserven gelagert?

Benzin und die anderen fertigen Produkte werden an 160 Standorten gelagert, die über ganz Deutschland verteilt sind. Der Erdölbevorratungsverband hat dazu Tanklager der großen Mineralölkonzerne angemietet. Das Rohöl wird in unterirdischen Hohlräumen gelagert, meist ehemaligen Salzstöcken. 60 Prozent gehören dem Verband, der Rest ist ebenfalls angemietet.

Wer finanziert den Erdölbevorratungsverband?

Die rund 120 Mitglieder. Raffinerien und Ölhändler müssen eine Zwangsabgabe zahlen, mit denen sich der Verband mit seinen 70 Mitarbeitern an den Standorten Hamburg und Bremerhaven finanziert. Das meiste Geld stammt von großen Raffineriebetreibern wie BP, Shell und Esso.

Wie wird das Öl auf den Markt geworfen?

Der Verband bietet das Öl zunächst seinen Mitgliedern an, die ein Vorkaufsrecht genießen. Was von ihnen nicht abgenommen wird, landet auf dem freien Markt. Die jetzt freigegebenen 4,2 Millionen Barrel werden in vier Tranchen angeboten. Der Preis orientiert sich an den jeweiligen Weltmarktpreisen.

Wird der Verkauf zum Verlustgeschäft?

Nein. Der Verband hat seit seiner Gründung 1978 - damals in Reaktion auf die zweite Ölkrise - viele Jahre Gelegenheit gehabt, sich zu günstigen Konditionen am Markt einzudecken. Ende der 90er Jahre war ein Barrel zeitweise für weniger als zehn Dollar zu haben, heute wird dafür das Zehnfache verlangt.

Wie oft wurden die Reserven schon angezapft?

Die Premiere gab es 1990, als nach dem Angriff des Irak auf das erdölreiche Kuwait die Sorge vor Lieferengpässen umging. Es dauerte 15 Jahre, ehe zum zweiten Mal auf die Reserven zurückgegriffen wurde. 2005 sorgte der Hurrikan Katrina im Golf von Mexiko dafür, dass die dortige Ölproduktion zum Erliegen kam. 500.000 Tonnen bot Deutschland damals an, um Engpässen vorzubeugen. Zuletzt wurden Ölreserven 2011 wegen des Libyenkrieges und der ausfallenden Ölproduktion des Landes freigegeben.

Am Dienstag waren die Ölpreise zusammen mit dem Euro erheblich unter Druck geraten, nachdem sich abzeichnete, dass das zyprische Parlament die geplante Abgabe auf Bankeinlagen ablehnen würde. Die Zwangsabgabe ist Voraussetzung für Finanzhilfen seitens der Euro-Partner Zyperns, ohne die das Land auf die Pleite zusteuert.

Von

dpa

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