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03.10.2014

15:41 Uhr

Geldpolitik

Starker Dollar bringt die Fed durcheinander

Der geldpolitische Kurs der größten Notenbanken der Welt scheint klar zu sein. Die Fed wird die Zinsen anheben und die EZB die Märkte weiter mit Geld versorgen. Doch stimmen die Prognosen? Einige Experten sind skeptisch.

Dollar-Scheine vor amerikanischer Flagge: Der Greenback wird immer stärker, die Geldpolitik der Fed unsicherer. dpa

Dollar-Scheine vor amerikanischer Flagge: Der Greenback wird immer stärker, die Geldpolitik der Fed unsicherer.

FrankfurtIm Grunde ist der Rahmen für Anleger klar abgesteckt: Dank der anziehenden US-Konjunktur wird die Notenbank Fed die Zinsen ab Mitte 2015 wieder anheben. Gleichzeitig pumpt die Europäische Zentralbank (EZB) frische Milliarden in die Finanzmärkte, um damit der schwächelnden heimischen Wirtschaft auf die Sprünge zu helfen. Der aktuelle Höhenflug des Dollar könnte diese Gewissheit jedoch schnell zur Makulatur machen und so manchen Investor auf dem falschen Fuß erwischen.

„Ein starker Dollar ist im Grunde eine Straffung der Geldpolitik“, betont Rabobank-Anlagestrategin Jane Foley. Dies könnte den Start der Zinserhöhungen in den USA verzögern oder zu einer langsameren Straffung der Geldpolitik führen. Die Fed ist sich der Problematik ebenfalls bewusst. „Sollte der Dollar stark aufwerten, würde dies die Inflation tendenziell dämpfen“, betont William Dudley, Chef der Federal Reserve Bank von New York. „Wir werden dies natürlich berücksichtigen.“

Daragh Maher, Devisenexperte der HSBC, warnt allerdings davor, diese Aussagen überzubewerten. „Dudley's Aussagen sind eine Binsenweisheit, keine explizite Warnung. Der Trend zu verbalen Interventionen wird uns aber erhalten bleiben, wenn wir weiterhin diese Bewegungen in den Wechselkursen sehen.“ Auch Joe LaVorgna, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank für die USA, sieht den Fed-Zinserhöhungsfahrplan bislang nicht in Gefahr. „Die Dollar-Aufwertung wird die US-Konjunktur nicht merklich belasten, zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt.“

Währungsbilanz 2014 - Euro verliert an Boden

Ukrainische Hrywnja

Euro/Hrywnja (lfd. Jahr): + 39,7 Prozent

Stand: 22.07.2014, Quelle; VWD

Argentinischer Peso

Euro/Argentinischer Peso (lfd. Jahr): + 23,2 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel (lfd. Jahr): + 5,3 Prozent

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan (lfd. Jahr): + 0,9 Prozent

Polnischer Zloty

Euro/Zloty (lfd. Jahr): - 0,2 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand (lfd. Jahr): - 0,1 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken (lfd. Jahr): - 0,5 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan-Dollar (lfd. Jahr): - 0,7 Prozent

US-Dollar

Euro/Dollar (lfd. Jahr): - 1,7 Prozent

Mexikanischer Peso

Euro/Peso (lfd. Jahr): - 2,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Lira (lfd. Jahr): - 2,5 Prozent

Indische Rupie

Euro/Rupie (lfd. Jahr): - 4,1 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund (lfd. Jahr): - 4,8 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen (lfd. Jahr): - 5,4 Prozent

Brasilianischer Real

Euro/Real (lfd. Jahr): - 7,5 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar (lfd. Jahr): - 7,6 Prozent

Im dritten Quartal gewann der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen widerspiegelt, 7,7 Prozent. Das ist das größte Plus seit sechs Jahren. Dabei legte er zwölf Wochen in Folge zu – so viel wie nie zuvor. Mit knapp 86 Punkten notiert der Index so hoch wie zuletzt vor gut vier Jahren. Der Euro kostet weniger 1,26 Dollar und ist damit so billig wie seit zwei Jahren nicht mehr.

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