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18.03.2011

06:32 Uhr

Gemeinsame Interventionen

G7 unterstützen Japan im Kampf gegen Spekulanten

VonFinn Mayer-Kuckuk

Das Erdbeben vom vergangenen Freitag hat auch die Währungsmärkte durcheinander geschüttelt. Tokio will nun Nachteile für die eigene Wirtschaft abwehren – und erfährt volle Unterstützung der G7

Gemeinsam haben die G7-Staaten den Kurs des Yen gedrückt. Quelle: dapd

Gemeinsam haben die G7-Staaten den Kurs des Yen gedrückt.

HiroshimaDie japanische Regierung hat hat zusammen mit wichtigen Partnerländern Eingriffe am Devisenmarkt begonnen, um den Wert des Yen im Vergleich zum Dollar wieder zu senken. Der Kurs reagierte am Freitagmorgen bereits: Der Dollar gewann im Tokioter Handel zwei Yen an Wert und notierte am Morgen bei rund 81,80 Dollar. Davon profitierte auch der japanische Aktienmarkt: Der Nikkei-Index stieg um 2,2 Prozent auf 9.164 Punkte.

Japan erhält derzeit volle Rückendeckung von den Finanzministern der sieben wichtigsten Wirtschaftsnationen (G7). „Wir drücken unsere Solidarität mit dem japanischen Volk aus und sind zu jeder Form der Kooperation bereit“, erklärten die G7 am Freitagmorgen. „Die Unterstützung durch die G7 ist sehr wichtig für uns“, sagte Japans Regierungssprecher Yukio Edano.

Nach dem Erdbeben war der Kurs des Yen steil in die Höhe geschossen. Am Donnerstag mussten in der Spitze für einen Dollar nur noch 77 Yen bezahlt werden - so teuer war die japanische Währung nie zuvor.

Zuvor hatten japanische Unternehmen im großen Stil Mittel aus ihren Auslandstöchtern zusammen gezogen, um im Inland für die Bewältigung der Krise gewappnet zu sein. Das erklärt aber nur einen Teil der Kursgewinne. Hedge-Fonds spürten den Trend auf und vervielfachten ihn durch spekulative Käufe. Nun drohen Exporteuren wie Sony und Toyota zu allen anderen Schwierigkeiten noch Gewinneinbrücke durch hohe Ausfuhrpreise.

Interventionen am Devisenmarkt gelten im Normalfall als Maßnahme der Vergangenheit. Japan beispielsweise hat durch Yen-Verkäufe bis 2003 mehrere Billionen Dollar an Devisenreserven angehäuft. Der Effekt verpuffte stets wieder, die Zentralbank aber weiß jetzt nicht, wohin mit den ganzen Dollar-Anlagen. Doch in dieser Notlage wollen die G7 und die japanische Regierung den Spekulanten einen Dämpfer verpassen – schließlich können sie nicht operieren, wenn sie sich nicht auf den Trend verlassen können.

„Die G7 haben eine starkes Signal an die Märkte geschickt“, urteilen Experten von Barclays Capital. Eine Spekulation gegen eine einzelne Zentralbank wäre zwar realistisch und sogar aussichtsreich. Doch  hinter der gemeinsamen Aktion von Ländern wie den Vereinigten Staaten, Deutschland und Großbritannien steht größere Finanzkraft, als selbst reiche Hedge-Fonds aufbringen können.

Kommentare (1)

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donfriend

18.03.2011, 09:12 Uhr

Es sind nicht die Spekulanten, die den Yen nach oben getrieben haben. Es ist der Bedarf an eigene Liquidität für den Wiederaufbau, weswegen die geparkte Reserven im Ausland abgerufen werden! Es ist modern zurzeit sofort zu sagen der "Spekulant" ist schuld. Der Spekulant in gewisser weise die Funktion Ungleichgewichte aufzudecken. das ist natürlich häufig politisch unerwünscht!

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